pax christi-Bundesvorstand wendet sich an Außenminister

Schutz aller Völker im Irak gefordert

20.08.2014 – Angesichts der schockierenden Berichte über Vertreibung und die Gefahr von Massenmord im Irak hat pax christi an den Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier appelliert dafür einzutreten, dass das Recht auf Leben für alle gefährdeten Völker im Norden des Irak geschützt wird.

Im Brief des Bundesvorstandes heißt es:

"Handeln Sie, um die Leute zu schützen, indem sie an sichere Orte gebracht werden. Das sollte auch die Möglichkeit einschließen, irakische Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen.

Ermöglichen Sie humanitäre Nothilfe für Vertriebene, entweder im Irak oder außerhalb seiner Grenzen.

Liefern Sie keine Waffen in das Konfliktgebiet, üben Sie stattdessen politischen Druck auf die IS-Unterstützer aus, damit die IS vom Nachschub an Geld und Waffen abgeschnitten wird.

Unterstützen Sie aktiv eine Lösung, die nur durch die Vereinten Nationen legitimiert werden kann, nicht durch individuelle Staaten".

Die Bundesregierung wird aufgefordert, die irakischen Bemühungen zur Beendigung der Spirale der Gewalt zu unterstützen.

Otmar Steinbicker

Mein Zeitzeugenbericht vom 19.8.1989 an der ungarisch-österreichischen Grenze

19.08.2014

Öffnung der ungarischen Grenze bei Fertörakos am 19.8.1989, Foto: Otmar Steinbicker

Am 19. August 1989 öffneten ungarische Grenzer bei Fertörakos am Neusiedlersee ein Grenztor. Mehr als 500 DDR-Bürger überquerten daraufhin ungehindert die Grenze nach Österreich. Auf der anderen Seite der Grenze warteten eine Blaskapelle und Busse auf den Abtransport.

Ich war gemeinsam mit Rod Nordland, damals Sonderkorrespondent von „Newsweek“, heute mit dem Pulitzer-Preis geehrter Sonderkorrespondent der „New York Times“ dabei.

Um pünktlich vor Ort zu sein, waren wir halsbrecherisch die letzten Kilometer auf der Kühlerhaube eines bundesdeutschen (!) Geländewagens über die Wege im ungarischen Grenzgebiet mitgefahren.

Ich schoss damals dieses Foto von der Grenzöffnung. Es widersprach deutlich der offiziellen PR-Darstellung!

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Bund für Soziale Verteidigung e.V.

Hintergrundpapier zum Thema "Islamischer Staat", Irak und Syrien

19.08.2014 – Ein soeben vom Bund für Soziale Verteidigung e.V. herausgegebenes Hintergrundpapier zum Thema "Islamischer Staat", Irak und Syrien skizziert die Konfliktbeteiligten, zeigt mögliche zivile, nicht-gewaltgestützte Vorgehensweisen zum Umgang mit Konflikten auf und entwickelt Vorschläge für Aktivitäten der Friedensbewegung.

In der Ankündigung des Papiers heißt es: „Die neue Bundesregierung trat 2013 mit dem Versprechen an, Waffenexporte in Nicht-NATO-Staaten restriktiver zu handhaben. Bis zur zweiten Augustwoche 2014 galt dies auch noch, doch dann fand innerhalb weniger Tage ein Schwenk um 360 Grad statt.

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Gershon Baskin

The diplomatic/political price

16.08.2014

Gershon Baskin. Photo: Otmar Steinbicker

The diplomatic/political price that Israel will have to pay to end this war is recognizing the Palestinian National Reconciliation Government. (I want to emphasize that I use this terms and not "national unity government" - the distinction is important because there are no Hamas or Fatah representatives in the National Reconciliation Government). Israel should have done this when the government was first formed.

Recognizing this government is the key because under it Hamas has agreed that the National Reconciliation Government will be the responsible government for Gaza and the West Bank. Under this government troops which are not Hamas troops will be stationed at the Rafah crossing, in agreement with Egypt, and non-Hamas troops will be stationed in a buffer zone along the Israel-Gaza border. The National Reconciliation Government will work with an agreed international monitoring mechanism to ensure that building materials and other supplies entering Gaza are not going to re-arm Hamas or other groups in Gaza and are not going to be used to build tunnels and bunkers. The head of the Gaza reconstruction body on the Palestinian side will probably be Deputy Prime Minister Dr. Mohammed Mustafa, someone that the international community and Israel trusts.

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Uri Avnery

Eyeless in Gaza

16.08.2014

Uri Avnery

THE TROUBLE with war is that it has two sides.

Everything would be so much easier if war had only one side. Ours, of course.

There you are, drawing up a wonderful plan for the next war, preparing it, training for it, until everything is perfect.

And then the war starts, and to your utmost surprise it appears that there is another side, too, which also has a wonderful plan, and has prepared it and trained for it.

When the two plans meet, everything goes wrong. Both plans break down. You don't know what's going to happen. How to go on. You do things you have not planned for. And when you have had enough of it and want to get out, you don't know how. It's so much more difficult to end a war than to start a war, especially when both sides need to declare victory.

That's where we are now.

HOW DID it all start? Depends where you want to begin.

Like everywhere else, every event in Gaza is a reaction to another event. You do something because the other side did something. Which they did because you did something. One can unravel this until the beginning of history. Or at least until Samson the Hero.

Samson, it will be remembered, was captured by the Philistines, blinded and brought to Gaza. There he committed suicide by bringing the temple down on himself and all the leaders and people, crying out: "Let my soul die with the Philistines!" (Judges 16:30)

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Otmar Steinbicker

Deutschlands Rolle im Irak-Konflikt – Es gibt eine sinnvolle Alternative zu Militäreinsätzen und Waffenlieferungen!

15.08.2014

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Folgt man der Linie der meisten Medien, dann stellt sich die aktuelle Problematik im Nordirak sehr eindeutig dar: Die radikal-islamistische IS-Miliz ist dabei einen Völkermord an Christen, Jesiden und allen anderen zu begehen, die ihre Auffassungen eines Kalifatsstaates nicht teilen. Besonders prekär ist dabei die Lage der vor allem jesidischen Flüchtlinge im Nordirak.

Die Handlungsoption für die internationale Gemeinschaft und damit auch für Deutschland wird zugleich als alternativlos dargestellt: Die IS muss zerschlagen werden! In letzter Konsequenz: Erst wenn die IS-Kämpfer getötet sind, dann gibt es Ruhe und Frieden. Und damit die IS zerschlagen werden kann, muss internationales Militär eingesetzt werden, womöglich sogar die Bundeswehr. Unterhalb der Schwelle eines Bundeswehreinsatzes müssen aber zumindest Waffen an kurdische Milizen geliefert werden, die sich derzeit bewaffnet den IS-Milizen in den Weg stellen und so die Flüchtlinge schützen.

Wer mit dieser Lesart nicht einverstanden ist, so heißt es, will dem Morden tatenlos zuschauen und unterstützt so letztlich den Völkermord.

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IPPNW

Zur Diskussion um Waffenlieferungen in den Irak

Friedenslogik statt Kriegslogik fördern

15.08.2014 – Anlässlich der Gewalteskalation im Irak fordert die ärztliche Friedensorganisation IPPNW die Bundesregierung auf, die humanitäre Hilfe drastisch aufzustocken anstatt Waffen und Rüstungsgüter in die Region zu liefern.

Das betrifft auch Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und Katar. Rüstungsexporte an Konfliktbeteiligte verstoßen gegen die gültigen Richtlinien für Waffenexporte und würden zu einem weiteren Präzedenzfall für spätere Konflikte. Die Bundesregierung müsse zudem auf die Türkei einwirken, Waffenlieferungen an islamische Jihadisten zu verhindern. Notwendig sei die zügige Einrichtung humanitärer Korridore zwischen den Truppen des "Islamischen Staats" (IS), den Flüchtenden und anderen Teilen des Iraks durch die UN.

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Gershon Baskin

Is Hamas prepared to end this war with a long-term ceasefire?

15.08.2014

Gershon Baskin. Photo: Otmar Steinbicker

An important Hamas leader called me last evening and we had a long conversation. I can't go into the details but I will say that if what he said represents Hamas, and he said it does, they are prepared to end this war with a long-term ceasefire. My impression is that they are prepared to turn the authority in Gaza over the national reconciliation government, in which they have no representatives. They want to see Gaza rebuilt and are prepared for any kind of international oversight to ensure that building materials go to rebuilding Gaza above ground and not bunkers and tunnels.

Of course the proof for this will be in the arrangements that are agreed on that will enable the end of the siege on Gaza and its reconnection to the West Bank and the rest of the world. If this is true, the goal of the reconciliation government will be to get into operation the international fund and supervisory mechanisms to reconstruct Gaza and to prepare Palestine for new elections.

Holding new elections should be one of Palestine's main goals now in order to elect a government that will represent them as one people in one State which is composed of the West Bank, East Jerusalem, and Gaza.

Hopefully Israel will also move into new elections. Hopefully both sides will elect leaders that will lead us all to peace.

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Otmar Steinbicker

Diplomatische Lösungen bedürfen Verständnis von allen Seiten

Aachener Nachrichten, 14.08.2014

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Deutschland hat gerade einen Krieg verloren: gemeinsam mit den USA, der NATO und weiteren Staaten. Geführt wurde dieser Krieg in einem der ärmsten Länder der Welt gegen einige Zehntausend Aufständische. Jetzt ist Abzug angesagt. Bis Ende 2016 soll der letzte deutsche Soldat Afghanistan verlassen haben. Das Land wird allen Sonntagsreden zum Trotz einem ungewissen Schicksal überlassen.

Üblicherweise kehrt in der Geschichte nach einem verlorenen Krieg Ernüchterung ein. Nicht zwingend folgt der Einsicht in die Niederlage der Verzicht auf den Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Oft genug wird stattdessen nach Wunderwaffen gesucht, die beim nächsten Waffengang das Schlachtenglück wenden sollen, sich aber dann als untauglich erweisen.

In Deutschland erleben wir derzeit eine merkwürdige Debatte. Am ernsthaftesten wird wohl noch innerhalb der Bundeswehr diskutiert, wo die Erkenntnis Raum gewinnt, dass Konflikte wie am Hindukusch nur politisch gelöst werden können und das Militär allenfalls eng umrissene Aufgaben übernehmen kann, damit Politiker Zeit gewinnen für eine politische Lösung.

Bei den meisten Politikern und einem beträchtlichen Teil der Medien scheint diese Erkenntnis jedoch noch lange nicht angekommen zu sein. Da hält man nicht nur weitere Bundeswehr-Einsätze auf unbekanntem Territorium für denkbar und wünschenswert, sondern scheut auch im politischen Konflikt in und um die Ukraine vor einer möglicherweise militärischen Konfrontation mit der Atommacht Russland nicht zurück.

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Dossier VII der Kooperation für den Frieden

Der Ukraine-Konflikt – Kooperation statt Konfrontation

Vorgelegt von Andreas Buro und Karl Grobe mit Zuarbeit von Clemens Ronnefeldt

14.08.2014 – Der Ukraine-Konflikt, der noch vor drei Jahren kaum vorstellbar war, birgt gefährliches Eskalationspotential in sich. Er spielt sich auf drei Ebenen ab, der Konfrontation zwischen den West- und Ost-Großmächten, auf der Ebene der innergesellschaftlichen Gegensätze der Ukraine und im bislang wenig beachteten Bereich zwischen den USA und der EU.

Militärstrategische wie wirtschaftliche Komponenten sind von großer Bedeutung. Ohne einen Blick auf die Geschichte, sind die vielen Fäden des Konfliktes nicht zu entwirren. Die Gefahr der Eskalation des Konflikts ist beträchtlich. Sie darf nicht zum Selbstläufer werden, den möglicherweise keiner der Konfliktakteure unter Kontrolle bekommt, sei es aus außen- oder innenpolitischen Gründen.

Das Dossier der Kooperation für den Frieden hat zum Ziel die Möglichkeiten einer Deeskalation darzustellen und damit einen Weg vorzuzeichnen, der Konfrontation zu Kooperation werden lässt.

Alle drei Autoren des Dossiers sind zugleich auch Autoren des Aachener Friedensmagazins aixpaix.de

Das Dossier zum Download

Gershon Baskin

Prime Minister ‘stand-in-place’ Netanyahu

13.08.2014

Gershon Baskin. Photo: Otmar Steinbicker

How can one explain the lack of an Israeli political initiative with clearly defined political goals for the postwar period?

It seems pretty evident that for our prime minister, the desired political outcome of this war is a weakened Hamas still in control of Gaza. This can be the only explanation for why there has been an Israeli negotiating team in Cairo negotiating with Hamas, indirectly, on improvements to the Gaza isolation policy instituted by Israel when Hamas took over the Gaza Strip in 2007.

How can one explain the lack of an Israeli political initiative with clearly defined political goals for the postwar period? No Israeli initiative is the best indication that the prime minister, who is in charge of the delegation he sent to Cairo, wants to preserve the status quo. It seems that having Hamas in control of Gaza, albeit a weakened Hamas, appeals to his political agenda of having no political initiative toward peace with the Palestinians.

The Palestinian delegation in Cairo is composed of all the main factions and is led by Fatah representative Azzam Ahmed. It is clear that the power of veto is clearly in the hands of the Hamas representatives there. They call the shots, not the Fatah representative of Palestinian Authority President Mahmoud Abbas. By the time this article is published we will know if they have agreed to extend the 72-hour cease-fire, or if they have decided to draw us back to war. If their basic demands are not met, they will renew the fire.

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Karl Grobe

ISIS im Irak – Die Geister, die ich rief ...

12.08.2014

„Amerikanische Soldaten werden nicht wieder in Irak kämpfen“. Das hat Präsident Barack Obama Mitte Juni versprochen. Die Formel „no boots on the ground“ wäre eindeutiger gewesen, weil sie auf den Einsatz von Bodentruppen verweist, der nicht vorgesehen sei; denn die zunächst 300 Berater, die der US-Präsident (außer den üblichen Flotteneinheiten im Persischen Golf, darunter der Flugzeugträger mit dem passenden Namen „George W. Bush“) werden sehr wohl kämpfen, wenn auch mit anderen Mitteln, es als der Präsident mit dem Namen George W. Bush befohlen hatte. Präzise militärische Aktionen – Drohneneinsätze – kündigte Obama nämlich in genau dem Atemzug an, in dem er ansagte, US-Soldaten würden nicht kämpfen.

Für den Kriegseinsatz am Boden, der immer Menschenleben kostet, gibt es Verbündete und Hilfskräfte. Im irakischen Fall ist Iraks Armee gemeint (das Fußvolk der ISIS, der Aufständischen, die seit Ende Juni das Kalifat im Namen führen, nennt die Presse schlicht: Kanonenfutter). Der Armee sollen US-Berater zunächst „auf höherer Kommandoebene“ zur Seite stehen, später wohl auf Brigade-Niveau, Kundschafter, Aufklärer, Auswerter. Spezialisten in militärischer Spionage, denen aber offenbar bei allem technischen Vorsprung der Aufmarsch der ISIS schlicht nicht aufgefallen ist. Dass es bei den angedrohten Präzisionsangriffen bleiben wird, für die die Kampfdrohnen der US Army und der CIA ohne jeden Zweifel geeignet sind, ist unwahrscheinlich. Obama weiß genau, dass die in Irak (und in Syrien und mit Iran) zu erreichenden Lösungen politischer und eben nicht nur kurzfristig-militärischer Natur sind.

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Reiner Bernstein

Nach der dritten Feuerpause

11.08.2014

Um Mitternacht zum 11. August hat die dritte zwischen Israel und „Hamas“ vereinbarte Feuerpause begonnen, die erneut für drei Tage gelten soll. Auch diesmal bleibt ungewiss, ob sie halten wird. Denn innerhalb der nächsten 72 Stunden können nicht einmal im Ansatz jene Forderungen detailliert angegangen werden, an denen beide Konfliktparteien als unabweisbar hängen.

Auch ohne Wiederholung all dessen, was Israel und „Hamas“ voneinander trennt, sei daran erinnert, dass das Außenministerium in Jerusalem die Zustimmung zu einer internationalen Präsenz allein im Süden des Gazastreifens sucht. Nach einer Resolution des UN-Sicherheitsrats gemäß Kapitel VII der UN-Charta würde sie die Anwendung von Gewalt – über das Recht auf Selbstverteidigung hinaus – mit dem Ziel ins Auge fassen können, die Waffenarsenale im Gazastreifen unschädlich zu machen sowie die Grenzübergänge für vollumfängliche Kontrollen zu übernehmen.

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Projekt Münchhausen: Lügengeschichte des Monats August 2014

Wolfram Wette

Deutsche Kriegslügen in der Julikrise 1914

Kaum jemals in der Weltgeschichte ist die Wahrheit so verdreht worden wie in Deutschland während der Julikrise 1914. Die Spätfolgen sind noch heute, 100 Jahre danach, mit Händen zu greifen: Historiker schwadronieren über Schlafwandler, die in einer komplexen Konfliktlage angeblich nicht wussten, was sie taten, als sie den Weltkrieg entfesselten.

In der Welt von 1914 war der Krieg noch nicht verboten. Das geschah erst mit dem Briand-Kellogg-Stresemann-Pakt von 1929. Aber in den Bevölkerungen der europäischen Nationalstaaten besaß der Angriffskrieg schon seit dem 19. Jahrhundert keine allgemeine Akzeptanz mehr. Großmächte wie Russland, England und Frankreich suchten den Krieg als Mittel der Politik zugunsten friedlicher Lösungen zu überwinden. Solche Bemühungen sind allerdings auf den Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907 hauptsächlich an Deutschland gescheitert.

Die in ihrer großen Mehrheit friedliebenden Menschen waren bereit, ihr Land zu verteidigen, nicht aber, sich für Eroberungen missbrauchen zu lassen. Daher mussten kriegswillige Regierungen bestrebt sein, ihre Absichten vor der Bevölkerung des eigenen Landes zu kaschieren und eine Verteidigung vorzutäuschen. Genau nach diesem Muster agierte die deutsche Reichsleitung in der Julikrise 1914, angeführt von Reichskanzler Theobald v. Bethmann Hollweg.

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Andreas Buro

Eine persönliche Erklärung zum Gaza-Krieg

01.08.2014

Der Krieg der israelischen Regierung gegen den Gazastreifen ist ein Kriegsverbrechen. Er wurde unmittelbar nach der Entdeckung des Mordes an drei jungen Israelis begonnen. Die Regierung beschuldigte ohne Kenntnis der Mörder sofort die Hamas, verantwortlich zu sein. Sie verhaftete willkürlich Anhänger der Hamas und leitete militärische Angriffe ein. Es scheint so, als habe die israelische Regierung nur auf einen Anlass gewartet, um gegen das Regime der Hamas militärisch vorzugehen, das im Begriff war, sich mit der Fatah im Westjordanland zu verständigen, um gemeinsam palästinensische Interessen zu vertreten. Dies vor dem Hintergrund der durch die israelische Regierung und ihre Siedlungspolitik gescheiterten Friedensbemühungen des US-Außenministers Kerry.

Die Kriegsführung der israelischen Regierung ist von höchster Brutalität und vollkommener Rücksichtslosigkeit gegenüber der Bevölkerung im Gazastreifen. Was dort geschieht, lässt sich durch nichts rechtfertigen auch nicht durch die Behauptung, es diene der Verteidigung und dem Schutz der israelischen Bevölkerung. Dem würde allein eine friedliche Lösung des Israel-Palästina-Konflikts dienen.

Der Raketenbeschuss israelischen Gebiets durch das Hamas-Regime richtet sich gegen die israelische Bevölkerung und ist ebenfalls ein Kriegsverbrechen, wenn auch die Auswirkungen unvergleichlich geringer sind als die der Angriffe der israelischen Armee. Der Raketenbeschuss soll die Regierung Israels zu durchaus vertretbaren Zugeständnissen veranlassen, die das Hamas-Regime in seinem 10-Punkte- Programm für einen 10-jährigen Waffenstillstand vorgestellt hat.

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Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO)

„Ursachen sind so wichtig wie Folgen!“

23.07.2014 - „Die Konfliktpartner in Jerusalem und Gaza sollten neben den Folgen der eskalierenden Auseinandersetzungen verstärkt auch über die Ursachen reden“, forderte DINO-Sprecher Manfred Erdenberger, angesichts der ständig steigenden Opferzahlen des jüngsten Konfliktes.

Die gegenseitigen Schuldzuweisungen hätten ihre Grundlage eher in der Vergangenheit als in der Gegenwart. Die jeweils andere Seite verantwortlich zu machen, sei keine Lösung der Jahrzehnte alten Problemsituation. Vielmehr müssten beide Seiten ausnahmsweise auch mal objektiv zurückschauen – und dann gemeinsam die Ursachen für den Dauerkonflikt beseitigen. Nur so werde man die Folgen in den Griff bekommen.

Hier zeigten sich einmal mehr die unsägliche Hypotheken und die Fehler der Vergangenheit. Das gelte insbesondere für Gaza, aber auch für Jerusalem und die Siedlungen im Westjordanland, aber auch für Syrien und die damit verbundenen Konflikte im Umfeld. In diesem Rahmen müssten auch die internationalen Verantwortlichen, also die Europäer, die Amerikaner und die Vereinten Nationen, aktiv eingreifen und ebenso wie Israelis und Palästinenser ihren Beitrag leisten, so der DINO-Sprecher weiter.

Zur Diskussion um die jüngsten Kundgebungen und Proteste gegen den ständig eskalierenden Krieg in Gaza, vor allem in Deutschland, sagte Erdenberger: „Kritik am Vorgehen Israel sollte nichts mit Antisemitismus zu tun haben, muss aber im Rahmen der geltenden Demonstrationsrechte und politisch erlaubt sein. Hier äußert sich vielfach Ohnmacht angesichts von Machtmissbrauch und Unverhältnismäßigkeit!“

Otmar Steinbicker

Stehen wir vor einem Paradigmenwechsel in der Außen- und Sicherheitspolitik?

FriedensForum 4/2014

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Als US-Präsident Barack Obama Ende Mai 2014 in West Point seine Grundsatzrede zur amerikanischen Außenpolitik hielt, stand er vor einem schwierigen Spagat. Einerseits musste er gesichtswahrend vor seinen innenpolitischen Gegnern außenpolitische Führungsansprüche der Weltmacht postulieren und andererseits den Verzicht auf weitere abenteuerliche Kriege zur Durchsetzung dieser Führungsansprüche verkünden.

Erst im März 2012 hatte Obama als neue Militärstrategie der USA die Orientierung auf Asien und den pazifischen Raum bekannt gegeben, was vor allem westeuropäische Regierungen irritierte, da das einen weiteren Rückzug der USA aus Europa zur Folge haben musste. Der Ausbau von Militärstützpunkten in Afghanistan passte dagegen ins Bild. Vom Hindukusch sollte die US-Luftwaffe Teile Russlands, die zentralasiatischen Republiken, China, Pakistan und Indien ins Visier nehmen können. Ein Ausbau der Pazifikflotte erschien unabdingbar.

Zwei Jahre später ist von den hoch- fliegenden Plänen keine Rede mehr. Im Gegenteil: Bis Ende 2015 sollen in Afghanistan alle Stützpunkte bis auf Kabul aufgegeben und bis Ende 2016 die Soldaten bis auf wenige hundert abgezogen sein.

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Kooperation für den Frieden

Mani Stenner ist tot - Ein Leben für Frieden, Abrüstung und Gerechtigkeit

20.07.2014

Die sozialen Bewegungen in Deutschland haben einen ihrer wichtigsten Köpfe und aktivsten Mitstreiter verloren. Die alte Bundeshauptstadt Bonn verlor zugleich einen ihrer engagiertesten Bürger. Mani Stenner, seit 25 Jahren Geschäftsführer und guter Geist des Netzwerks Friedenskooperative, ist tot. Ein plötzlicher Herzinfarkt riss den 60-Jährigen am vergangenen Donnerstag (17.7.2014) überraschend aus der Arbeit und dem Leben.

Mani Stenner engagierte sich seit den frühen 1980er Jahren in der Friedensbewegung und wurde in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts zu einem ihrer führenden organisatorischen und politischen Köpfe. Mit der Geschäftsführung des Netzwerks Friedenskooperative übernahm er die Leitung eines der wichtigsten Dachverbände der Friedensbewegung. Von der Verantwortung bundesweiter Großdemonstrationen und Kampagnen bis zur deutschlandweiten Vernetzung der lokalen Initiativen und der Zusammenarbeit mit anderen sozialen Bewegungen reichte sein Aufgabenbereich.

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Otmar Steinbicker

Die Zivilgesellschaften Israels und Palästinas müssen die
Hardliner beider Seiten endlich stoppen

Aachener Nachrichten, 11.07.2014

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Raketen der Hamas fliegen in Richtung Israel, heftige Bombardements der israelischen Luftwaffe vernichten Menschenleben und zerstören Häuser in Gaza. Es sind Szenen, wie sie in den vergangenen Jahren immer wieder durch die TV-Nachrichten flimmerten: 2008, 2012, heute. Doch das ist keine Wiederholungssendung in der Sommerpause. Die jüngsten Toten sind kaum begraben.

In einem Punkt sind sich die meisten Kenner des Nahostkonflikts einig: Den aktuellen Waffengang zwischen Israel und der Hamas, der in seiner Eskalationsdynamik noch nicht abschätzbar ist, habe weder Israel noch die Hamas gewollt. Doch verhindern wollten ihn wohl die verantwortlichen Akteure auch nicht.

Die schrecklichen Morde an drei israelischen und einem palästinensischen Jugendlichen waren kein Kriegsgrund. Sie waren Anlass zu Erschrecken und Besinnung. Solche Reaktionen gab es zum Teil in Israel wie in Palästina. Doch die von den Hauptakteuren – der Regierung von Benjamin Netanyahu und der Hamas – betriebene Eskalationsdynamik war am Ende stärker.

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Ira Chernus

Israel's Strategy and America's Mythology

10.07.2014

Ira Chernus

Bombs are falling and people are dying in Gaza. It's headline news in America's mass media. As usual, though, we get only today's events, with no historical context to explain what's really going on and why.

The crucial piece of history our mass media ignore is that one basic principle has always guided Israel's foreign policy: Keep the perceived enemies divided; never let them unite.

That's why Israel aided the creation of Hamas in the 1980s. The Israeli government feared the prospect of all Palestinians uniting under the flag of the Palestinian Liberation Organization, dominated by Yassir Arafat's Fatah party. Hamas seemed to offer a counterweight.

The recent reconciliation of Hamas and Fatah raises that specter again. Israeli leaders want to stop it at all costs, to drive a wedge into the uneasy peace between the rival Palestinian parties. Hence the onslaught against Hamas and Gaza.

Though he's in his 90s, the veteran Israeli politician and commentator Uri Avnery can see it all quite clearly. After three Israeli teenagers were kidnapped in the occupied West Bank, "the Netanyahu government immediately saw in the incident an auspicious opportunity. Without the least evidence (as far as we know) it accused Hamas. The next day," he wrote, the Israelis "started an attempt to eradicate Hamas in the West Bank," with massive arrests of Hamas leaders.

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Gershon Baskin

After a long phone conversation with a Hamas leader in Gaza

07.07.2014

Gershon Baskin. Photo: Otmar Steinbicker

A few days ago I wrote here about the apparent power struggles within the military and political wings of Hamas. After a long phone conversation with a Hamas leader in Gaza last evening I came to fully understand what the issues are about.

Hamas continues to claim that they had nothing to do with the murder of the three Israeli teens in Gush Etzion, yet as a result of the murder, Israel arrested 500 people in the West Bank, most of them connected to Hamas -politically and militarily. The few Hamas social institutions that were still working in the West Bank were shut down. People released in the Schalit exchange were re-arrested, even though, according to Hamas, they did not breach the terms of their release, e.g. returning to terrorism. This is why Hamas has not stopped the rocket fire from Gaza, even though they are clearly against escalation. They have issued their demands through the Palestinian Authority in Ramallah to transmit them to Israel to release those prisoners from the Schalit exchange and all of those under administrative detention.

Of course Israel responded angrily to those demands and said that Hamas is in no position to make demands and that if the rocket fire did not stop immediately, Israel would respond with massive military force and also target Hamas leaders in Gaza. Hamas has not stopped the rocket fire and last night nine Palestinians in Gaza were killed, seven of them, it seems were Hamas military people.

Now Hamas is calling for revenge and and if so will fall into the well known trap of forcing a large Israeli military attack.

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Andreas Buro

Keine Militärintervention im Irak, aber was sonst?

07.07.2014

Laufend bringen uns die Medien derzeit Horrormeldungen aus dem Irak. Allein im Juni dieses Jahres seien beim Vormarsch der Islamistentruppe ISIS 2400 Menschen, meist Zivilisten, ums Leben gekommen. Hunderttausende sind im eigenen Land auf der Flucht. Muss der Westen nicht endlich militärisch eingreifen, so fragen sich manche?

Ich habe jedoch den Eindruck, diese Frage stellt sich für die meisten Bürger und Bürgerinnen Deutschlands nicht. Das zeigen schon die vielen ablehnenden Stellungnahmen gegen die Aussagen von Bundespräsident Gauck. Der offensichtlich verstärkte deutsche militärische Präsenz im internationalen Bereich einfordert. Im übrigen wie sollte solch ein militärisches Eingreifen aussehen und vor allem, was könnte es nutzen? Ist doch die verheerende Situation in Nah- und Mittelost gerade durch die Angriffskriege der USA und ihrer Partner entstanden. Afghanistan – eine Katastrophe; Irak – eine Katastrophe; Syrien – eine Katastrophe. Der berühmte US-Stratege Breszinski soll sinngemäß ausgerufen haben: Was hat uns bloß veranlasst, Syrien zu destabilisieren.

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Kooperation für den Frieden

Keine Kampfdrohnen für die Bundeswehr und für Europa

04.07.2014 – Die Kooperation für den Frieden, ein Dachverband der Friedensbewegung, dem mehr als 60 friedenspolitische Organisationen und Initiativen angehören, fordert die Bundesregierung auf, alle Pläne zur Anschaffung von bewaffnungsfähigen Drohnen bzw. Kampfdrohne aufzugeben und sich stattdessen für deren Ächtung einzusetzen. D.h., dass Deutschland sich auch der Entwicklung einer bewaffnungsfähigen europäischen Drohne widersetzt.

Die Kooperation für den Frieden verurteilt die geplante Anschaffung bewaffneter Drohnen, da sie die Hemmschwelle für Kriegseinsätze herab setzt. Die Kooperation befürchtet ein Wettrüsten hin zu autonomen Kriegsmaschinen und die Proliferation an nicht-staatliche Akteure.

„Kampfdrohnen setzen die Hemmschwelle für den Einsatz militärischer Gewalt herab, da eigene Opfer unter den Soldaten nicht zu befürchten sind. Drohnen erleichtern die Entscheidung der Politik, militärische Gewalt als Mittel der Konfliktlösung anzuwenden, denn eine öffentliche Hinterfragung aufgrund gefallener Soldaten findet nicht mehr statt“, so Philipp Ingenleuf, ein Sprecher der Kooperation, vom Netzwerk Friedenskooperative. „Die Argumentation, Kampfdrohnen zum Schutz der Soldaten anschaffen zu müssen ist fadenscheinig. Der beste Schutz für Soldaten und auch allen anderen Menschen, ist immer noch der Verzicht auf jegliche militärische Gewaltanwendung“.

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Otmar Steinbicker

Wird die Friedensbewegung jetzt zum Opfer von Demagogen?

Zur Erklärung der „Kooperation für den Frieden“ vom 24.06.2014

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Vor wenigen Tagen hat die „Kooperation für den Frieden“, der größte Dachverband der deutschen Friedensbewegung, eine deutliche Erklärung zu den Montagsmahnwachen herausgegeben. Wer lesen kann, dürfte keine Zweifel an der Intention haben.

Da gab es das Angebot zu einem offenen Dialog mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieser Montagskundgebungen. So etwas sollte völlig selbstverständlich sein.

Dann gab es die unmissverständliche Abgrenzung gegen Rechts: „Die Grundlage eines offenen Dialoges und des Gespräches ist der Antifaschismus und die unzweideutige Ablehnung des Antisemitismus. Jeder Kooperation mit rechtsradikalen, faschistischen Kräften erteilt die Kooperation für den Frieden eine grundlegende Absage.“

Dass es in vielen Städten eine nach rechts – bis zur NPD hin – offene Ausrichtung dieser Kundgebungen gibt, ist auch der „Kooperation für den Frieden“ nicht verborgen geblieben. Darauf wird zwar freundlich aber eindeutig hingewiesen: „Äußerungen von Organisatoren der Montagskundgebungen, Redebeiträge und erkennbare Strategien rechtsradikaler Kräfte lassen – um es vorsichtig zu formulieren – zumindest Zweifel daran aufkommen, dass der Antifaschismus derzeit in allen Städten Konsens und Grundlage der Kundgebung ist.“

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Neue Waffen führen zu neuer politischer Instabilität

pax christi lehnt Kampf-Drohnen kategorisch ab

26.06.2014 – Am 30.6. wird der Verteidigungsausschuss des deutschen Bundestages in einer öffentlichen Anhörung „Völker-, verfassungsrechtliche sowie sicherheitspolitische und ethische Fragen“ zu unbemannten Luftfahrzeugen, die „über Aufklärung hinaus auch weitergehende Kampffähigkeiten haben“ erörtern.

Gemeint sind automatisierbare Waffensysteme, sogenannte Drohnen. Mit dieser Ankündigung ist klargestellt, dass die Bundesregierung die Beschaffung von sogenannten Kampdrohnen plant, die über die Fähigkeit zur Aufklärung hinausgehen und als neue Waffengattung auch bei der Bundeswehr eingesetzt werden sollen.

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Erklärung des pax christi-Präsidenten Bischof Heinz Josef Algermissen, Fulda

Die Katholiken und der Erste Weltkrieg

23.06.2014 – In wenigen Tagen, am 28. Juni, jährt sich zum 100. Mal das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo, das dann Anlass, nicht der Grund des Ersten Weltkriegs wurde. Dieser Krieg war für das Deutsche Reich kein Verteidigungskrieg, sondern der Versuch, mit den damaligen Weltmächten militärisch und politisch auf gleicher Ebene zu stehen und eine geopolitische Rolle einzunehmen.

Er wurde mit rücksichtslosem Einsatz von Menschen und Material und mit den ersten Massenvernichtungswaffen geführt. Seine verheerenden Folgen waren 17 Millionen Tote, ungezählte verkrüppelte und traumatisierte Menschen, zerstörte Landschaften und Gesellschaften. Die politischen Ergebnisse der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts (vgl. George Kennan) brachten keinen dauerhaften Frieden, bildeten ganz im Gegenteil auch die Voraussetzungen für den Zweiten Weltkrieg.

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Otmar Steinbicker

Nicht nur Europa braucht diplomatisches Krisenmanagement

Aachener Nachrichten / 18.06.2014

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Als US-Präsident Barack Obama Ende Mai in West Point eine Grundsatzrede zur amerikanischen Außenpolitik hielt, stand er vor einem schwierigen Spagat. Einerseits musste er gesichtswahrend vor seinen innenpolitischen Gegnern außenpolitische Führungsansprüche der Weltmacht postulieren und andererseits den Verzicht auf weitere abenteuerliche Kriege zur Durchsetzung dieser Führungsansprüche verkünden.

Erst im März 2012 hatte Obama als neue Militärstrategie der USA die Orientierung auf Asien und den pazifischen Raum bekanntgegeben, was vor allem westeuropäische Regierungen irritierte. Der Ausbau von Militärstützpunkten in Afghanistan passte dagegen ins Bild; vom Hindukusch sollte die US-Luftwaffe Teile Russlands, die zentralasiatischen Republiken, China, Pakistan und Indien ins Visier nehmen können. Ein Ausbau der Pazifikflotte erschien unabdingbar.

Zwei Jahre später ist von den hochfliegenden Plänen keine Rede mehr. Im Gegenteil: Bis Ende 2015 sollen in Afghanistan alle Stützpunkte bis auf Kabul aufgegeben und bis Ende 2016 die Soldaten bis auf wenige hundert abgezogen sein.

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Konfliktbearbeitung und Kooperation statt Konfrontation

IPPNW verlangt politischen Paradigmenwechsel

17.06.2014 – Die Forderung des Bundespräsidenten nach einer größeren Bereitschaft Deutschlands zu Militäreinsätzen weist in die falsche Richtung, kritisiert die ärztliche Friedensorganisation IPPNW. Stattdessen sei ein politischer Paradigmenwechsel notwendig hin zu ziviler Konfliktbearbeitung.

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk vom Wochenende hatte Gauck militärische Interventionen damit gerechtfertigt, dass Deutschland an der Seite der Unterdrückten stehen und für Menschenrechte kämpfen müsse.

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Offener Brief an den SPD-Fraktionsvorstand

Friedensorganisationen rufen SPD auf, Modernisierung von Atomwaffen abzulehnen

16.06.2014 – Die Kooperation für den Frieden, die deutsche IPPNW-Sektion, die Kampagnen atomwaffenfrei.jetzt, ICAN und Atomwaffen – ein Bombengeschäft sowie der deutsche Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes und die DFG-VK haben heute einen offenen Brief an den SPD-Fraktionsvorstand veröffentlicht. Darin wird die SPD aufgerufen, dezidiert Stellung zu beziehen gegen die Stationierung neuer Atombomben in Deutschland.

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Andreas Buro

Der fünfte Weltkrieg

13.06.2014

Wir gedenken der Kriege zwischen 1914 und 2014, 100 Jahre, Anlass in Trauer zurück zu blicken. Welcher Wahnsinn! Hätte der bosnische Anarchist im August 1914 in Sarajewo nicht auf den österreichischen Thronfolger und seine Frau gefeuert, oder hätte er vorbei geschossen, dann wäre die Weltgeschichte anders verlaufen. Oder wäre der deutsche Kaiser nicht so verliebt in den Bau von Kriegsschiffen gewesen – so eine Marotte!

Am Zweiten Weltkrieg sind doch ein wenig die Franzosen Schuld mit ihrem Vertrag von Versailles. Da brauchte nur ein charismatischer Typ wie Adolf Hitler kommen, um die empörten Deutschen zum Kampf gegen die Schmach zu begeistern. Ohne Hitler wäre das alles nicht geschehen. Dann hätten sich die Vernünftigen durchgesetzt.

Dass bald nach Ende des Zweiten Weltkrieges die einst alliierten sich gegen einander wandten, wird nur verständlich, wenn man die panzer-starrende Sowjetunion mit ihrer Berlin-Blockade und ihren vielen Schikanen, die auf die Teilung Deutschlands zielten, ins Blickfeld rückt. Daher der Name Ost-West-Konflikt mit hinterhältigen Kriegsführungen wie durch Guerilleros in Vietnam und anderswo. Alles von Moskau gesteuert.

Als dann die UdSSR den Ost-West-Konflikt verloren hatte und der Westen siegreich war, blieben die USA die einzige Supermacht auf der Erde. Viele hofften auf ewigen Frieden, denn die Guten hatten ja jetzt die Oberhand. Na, ja, das erfüllte sich nicht wegen der nationalistischen Völker auf dem Balkan. Der Westen mit seiner internationalen Gemeinschaft konnte schließlich die Waffen zum schweigen bringen. Streitigkeiten in Mittelost zwischen Irak und Kuwait zwangen den Westen zum Eingreifen. Es folgte der Umsturz im Iran durch islamistische Kräfte, Irak glaubte aus dieser Situation Nutzen ziehen zu können. 8 Jahre Krieg mit vermutlich etwa einer Million Toten. Dann musste der Westen wiederum eingreifen und Ordnung schaffen: Irak, Afghanistan, Libyen. Mali, Syrien, Ukraine. Es gelang der Supermacht USA nicht mehr so recht, die Welt nach ihren Wünschen zu ordnen. Islamisten in vielen Ländern und aufsteigende Mächte in Asien, Lateinamerika, Afrika. Das wirft die Frage nach der Zukunft auf. Wird es weitere Kriege geben – einen fünften Weltkrieg?

Die bisherige Darstellung des Weltkriegsjahrhunderts – vielleicht etwas überzogen karikiert – lässt nicht erkennen, um welche Interessen und Prozesse es wirklich gegangen ist. Im Folgenden erzähle ich meine Version in groben Strichen. Die vielen Verästelungen lasse ich beiseite, damit der rote Faden sichtbar bleibt.

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Gespräch mit Professor Mazin Qumsiyeh

Besatzung ist nicht das Problem

Von aixpaix.de-Korrespondentin Vanessa Keller / 22.05.2014

Vanessa Keller mit Professor Mazin Qumsiyeh

Es ist Rush-Hour, die Straßen sind voller Autos, keiner kommt voran. Die Sonne prallt in das schwarz- gelbe Taxi, in dem ich sitze. Ich erkläre dem Taxifahrer mehrmals wo ich hin möchte, doch durch fehlende Straßennamen eröffnet sich ein Problem. Mein Weg führt mich nach Beit Sahour. Dort treffe ich Mazin Qumsiyeh, Professor an der Universität Bethlehem und Autor des Buches Popular Resistance.

Nach 20 Minuten komme ich an. Mazin begrüßt mich direkt am Taxi und bittet mich in sein Haus. Die geräumige Wohnung teilt er sich mit seiner Frau Jessi, einer amerikanischen Akademikerin, die vor sechs Jahren nach Deutschland kam. Sie bietet uns Tee an und wir nehmen in Wohnzimmer platz. Wir unterhalten uns über mich, meine Arbeit in Palästina, meine Erfahrungen mit der arabischen Kultur.

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Christine Schweitzer

Das gemeinsame Haus Europa – Die Ukrainekrise als Abrissbirne?

Betrachtungen und Positionierungen / 11.05.2014

Christine Schweitzer, Redakteurin des Friedensforum, hat sich in einem 10-seitigen Hintergrundpapier mit einigen Fragen der Ukraine-Krise auseinandergesetzt und warnt vor vereinfachten Sichtweisen. Aus dem Inhalt:

Wie gefährlich ist die Situation?

Droht wirklich ein internationaler Krieg in der Ukraine? Oder plant Russland sogar, wie gelegentlich besonders von PolitikerInnen aus Osteuropa geäußert wird, die Sowjetunion wiederherzustellen?

Die Situation ist in der Tat gefährlich und ein Bürgerkrieg hat – wenngleich bislang räumlich eng begrenzt – eigentlich schon begonnen, seitdem die neue ukrainische Regierung das anfing, was sie einen Antiterroreinsatz nennt.

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Otmar Steinbicker

In der Ukraine müssen alle Konfliktparteien an den Verhandlungstisch gebracht werden

Aachener Nachrichten / 16.05.2014

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Militärisch sei die Krise nicht zu lösen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am vergangenen Dienstag im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt – diese simple Einsicht hätte man sich so klar und öffentlich formuliert deutlich früher gewünscht!

Dass ein militärischer Konflikt mit Russland zu keiner Lösung führen kann, sondern allenfalls das Risiko eines nicht überlebbaren Atomkrieges heraufbeschwört, sollte seit Jahrzehnten bekannt sein. Als Konsequenz bleibt nur die Erkenntnis, dass politische Probleme, die es unbestreitbar gibt, nur am Verhandlungstisch gelöst werden können!

Am 21. Februar hatten sich bereits unter Vermittlung der Außenminister Deutschlands, Polens und Frankreichs der damalige Präsident Victor Janukowitsch und die Oppositionsführer auf eine Vereinbarung zur Lösung der Krise geeinigt.

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Gesellschafts- und parteiübergreifender Aufruf für den Frieden in Europa

Verbale und reale Eskalationen sind keine Lösung – den Krieg in und um die Ukraine verhindern!

07.05.2014 – Repräsentanten der Friedensbewegung, Politiker von Grünen, Linken und der SPD, Wissenschaftler und Gewerkschafter haben sich mit einem »Aufruf für den Frieden in Europa« sowie einem Fünf-Punkte-Plan für eine Lösung des Konflikts in der Ukraine an die Öffentlichkeit gewandt. In ihrem Appell fordern sie »alle verantwortlich Beteiligten in Politik und Militär auf, die verbalen und realen Eskalationen unverzüglich einzustellen und konkrete Schritte einzuleiten, zu einem gemeinsamen und friedlichen Interessenausgleich im Ukraine-Konflikt zu gelangen«

Zu den Erstunterzeichnerinnen und -unterzeichnern gehören u.a. Robert Zion, Andreas Zumach, Prof. Dr. Andreas Buro, Otmar Steinbicker, Karl-August von Dahl, Dr. Ludger Volmer, Stefan Liebich, Hannes Wader, Dr. Antje Vollmer und Ewald Lienen.

Der Aufruf im Wortlaut:

Wir, die Unterzeichnenden, fordern alle verantwortlich Beteiligten in Politik und Militär auf, die verbalen und realen Eskalationen unverzüglich einzustellen und konkrete Schritte einzuleiten, zu einem gemeinsamen und friedlichen Interessenausgleich im Ukraine-Konflikt zu gelangen.

Wir fordern die Übergangsregierung in Kiew sowie die russische Regierung deshalb dazu auf, gewaltsame Handlungen und Drohungen gegenüber der jeweils anderen Seite und neutralen Kräften sowie ihre verantwortungslose Kriegs- und Eskalationsrhetorik einzustellen und unverzüglich gemäß der Genfer Erklärung dafür Sorge zu tragen, dass nationalistische Paramilitärs in der Ukraine als auch prorussische Milizen im Osten des Landes entwaffnet werden.

Wir fordern weiterhin die Regierungen der OSZE-Mitgliedsstaaten dazu auf, darauf hinzuwirken, dass die OSZE hierbei eine stärkere Vermittlungsrolle einnimmt und die offizielle OSZE-Beobachtermission nach der Genfer Erklärung in der Ukraine hierfür deutlich aufgestockt wird.

Wir fordern ebenso die Verantwortlichen in den USA und der NATO dazu auf, sämtliche realen und verbalen Eskalationsschritte zu unterlassen.

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Otmar Steinbicker

Afghanistan: Was kommt nach dem Abzug der NATO-Kampftruppen?

Friedensforum, 2/2014

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Eine der spannendsten Fragen dieses Jahres wird derzeit aus unterschiedlichen Perspektiven unterschiedlich beantwortet. Wer sich an Prognosen wagt, sollte nach Interessen, Zielen und Handlungsoptionen der unterschiedlichen Akteure fragen.

Was die USA und die NATO in Afghanistan wollten und wollen, ist nicht so eindeutig, wie es manchmal vermutet wird. Begründet wurde der Kriegseinsatz ursprünglich mit dem Kampf gegen Al Kaida. Wenn diese Begründung ernst gemeint gewesen wäre, hätte der Krieg nach wenigen Wochen siegreich beendet werden können.

Bei Vermutungen über tiefer liegende Motivationen taucht nicht selten das Thema Rohstoffe auf – sei es bezogen auf afghanische Rohstoffreserven oder auf Pipelines für den Transit ausländischen Gases. Sicherlich lassen sich eine Reihe Belege für Interessen in diese Richtung finden. Es gab aber keinerlei Ansätze zum Pipelinebau und außerhalb einer von China betriebenen Kupfermine auch keine Ansätze für den Abbau von Bodenschätzen.

Diese Frage ist insofern nicht unwichtig, als damit die Frage nach konkreten Perspektiven verbunden ist. Wenn es ein ernsthaftes Interesse an Bodenschätzen gäbe, dann müsste das Konsequenzen haben. Für Prospektierung, Abbau und Transport von Bodenschätzen ist ein Minimum an Sicherheit erforderlich, das derzeit nicht im Lande gegeben ist. Wenn sich diese Sicherheit nicht durch eine Niederschlagung des Aufstandes erzielen lässt, dann müsste es Interesse an einer Verhandlungslösung geben, um so zu Sicherheit und damit an die begehrten Rohstoffe zu kommen. Die Taliban hatten in den letzten Jahren über verlässliche Kanäle Signale an die US-Regierung und Regierungen der NATO-Staaten gesendet, dass sie sich Verträge über den Rohstoffabbau mit US-amerikanischen und europäischen Firmen vorstellen können und an Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung interessiert seien. Eine Antwort auf diese Signale gab es nicht.

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Otmar Steinbicker

System kollektiver Sicherheit löst Konflikte und verhindert Krieg

Aachener Nachrichten, 08.03.2014

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Der eskalierende Konflikt in und um die Ukraine ruft uralte Kriegsängste zurück. Die Erinnerung an den Kalten Krieg wird lebendig, und das Jahrhundertjubiläum des Ersten Weltkrieges steht bevor.

Wer sich den Sommer 1914 vergegenwärtigt, wird langfristige (deutsche) Interessen (auch in Richtung Ukraine) erkennen, die in den hektischen Wochen nach dem Attentat in Sarajewo in einen Krieg mündeten, in den durch die gegeneinander gerichteten Bündnissysteme in kürzester Zeit nicht nur der größte Teil Europas, sondern auch andere Kontinente einbezogen wurden.

Woodrow Wilsons Konzept

Als der Krieg endete, stellte sich die Frage, ob eine solche Katastrophe künftig vermieden werden könnte. Dem klügsten Staatsmann jener Zeit, US-Präsident Woodrow Wilson, war 1917 klar, dass Interessenunterschiede und Konflikte zwischen Staaten unvermeidlich sind, die Art der Konfliktaustragung aber zivilisiert werden kann.

Da eines der Probleme 1914 in den gegensätzlichen Bündniskonstellationen bestand, sah Wilson die Lösung im entgegengesetzten Konzept: Auflösung der Bündnisse und Schaffung einer kollektiven Sicherheit. Der entscheidende Unterschied: Im Bündnis heißt es Wir gegen die anderen. Beim Konzept der kollektiven Sicherheit sitzen alle an einem Tisch und müssen sich auf eine für alle akzeptable Lösung des Konflikts einigen.

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Pressemitteilung

Friedensbewegung startet „Projekt Münchhausen“, um Kriegslügen bloßzustellen

25.02.2014 – Auf Initiative des bekannten Friedensforschers, Prof. Dr. Andreas Buro, haben namhafte Wissenschaftler und Persönlichkeiten aus der deutschen Friedensbewegung das „Projekt Münchhausen“ gestartet, um Kriegslügen bloßzustellen. Bei diesem Projekt geht es darum, Legitimationsideologien vom „Gerechten Krieg“, dem „Militär als letztem Mittel“, der „Humanitären Intervention“ und andere als Lügen zu entlarven, die dazu dienen sollen, der Bevölkerung Rüstung und Krieg schmackhaft zu machen.

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Otmar Steinbicker

Nicht nur Friedensfreunden dürfte es bei den Reden in München mulmig geworden sein

Aachener Nachrichten, 08.02.2014

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Die Aussagen von Bundespräsident Joachim Gauck, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Außenminister Frank-Walter Steinmeier, am vergangenen Wochenende auf der Münchener Sicherheitskonferenz sind von Fachbeobachtern unisono als Plädoyers für verstärkte deutsche Militäreinsätze in aller Welt, vornehmlich in Afrika, gewertet worden. Deutschland müsse mehr Verantwortung für die Welt übernehmen, hieß es schönfärberisch.

Sicherlich wird man im außen- und sicherheitspolitischen Diskurs im Hinblick auf den Bundespräsidenten und die frisch gekürte Verteidigungsministerin von Laien sprechen müssen. Steinmeier aber ist Profi und stellte im Spagat dem Einsatz von Militär als äußerstes Mittel den Instrumentenkasten der Diplomatie zur Seite.

Nicht nur Friedensfreunden dürfte bei diesen Reden mulmig geworden sein, sondern auch Militärs, die im Zweifelsfalle für die politischen Entscheidungen ihren Kopf hinhalten müssen. Noch im Dezember hatte Oberst a.D. Klaus Zeisig nach einer Vortragsveranstaltung auf der Internetseite der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik notiert: Am Beispiel Afghanistan und dem Einsatz von ISAF bestätigt sich wieder einmal die (zumindest militärische) Erkenntnis: Mit dem Einsatz von Militär kann man nicht Frieden schaffen, man kann nur der Politik Zeit und Rahmen schaffen, Frieden politisch herbeizuführen. Der ehemalige Staatssekretär im Verteidigungsministerium Walther Stützle ging in seinem jüngsten Beitrag für die Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik einen Schritt weiter und attestierte der Großen Koalition eine Außenpolitik ohne Plan und Ziel.

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Uri Avnery

Taking Apartheid Apart

October 26, 2013

Uri Avnery

IS ISRAEL an apartheid state? This question is not going away. It raises its head every few months.

The term apartheid is often used purely for propaganda purposes. Apartheid, like racism and fascism, is a rhetorical term one uses to denigrate one’s opponent.

But apartheid is also a term with a precise content. It applies to a specific regime. Equating another regime to it may be accurate, partly correct or just wrong. So, necessarily, will be the conclusions drawn from the comparison.

RECENTLY I had the opportunity to discuss this subject with an expert, who had lived in South Africa throughout the apartheid era. I learned a lot from this.

Is Israel an apartheid state? Well, first one must settle the question: which Israel? Israel proper, within the Green Line, or the Israeli occupation regime in the occupied Palestinian territories, or both together?

Let’s come back to that later.

THE DIFFERENCES between the two cases are obvious.

First, the SA regime was based, as with their Nazi mentors, on the theory of racial superiority. Racism was its official creed. The Zionist ideology of Israel is not racist, in this sense, but rather based on a mixture of nationalism and religion, though the early Zionists were mostly atheists.

The founders of Zionism always rejected accusations of racism as absurd. It’s the anti-Semites who are racist. Zionists were liberal, socialist, progressive. (As far as I know, only one Zionist leader had openly endorsed racism: Arthur Ruppin, the German Jew who was the father of the Zionist settlements in the early 20th century.)

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Gershon Baskin

My Conversation With Hamas

October 11, 2013

Gershon Baskin. Photo: Otmar Steinbicker

From June 2006 until October 2011, Ghazi Hamad, deputy foreign minister of the Hamas government in Gaza, and I, Gershon Baskin, founder of IPCRI, the Israel Palestine Center for Research and Information conducted a secret back-channel negotiation for the prisoner exchange deal that released Israeli soldier Gilad Shalit for 1,027 Palestinian prisoners. After successfully bridging what were thought to be unbridgeable gaps, we continued to talk to find a way of bringing about a long-term ceasefire between Hamas and Israel. Our last conversation was over the phone on Oct. 2.

We have conducted hundreds of hours of discussions over these years. I am often asked, “Is there anyone to talk to in Hamas?” Hamad is thought to be one of the most pragmatic leaders in Hamas yet even he cannot accept the idea of recognizing Israel and making peace. Can Hamas lead the Palestinian people to a better future? I tried to learn from Hamad if Hamas has developed a new strategy for dealing with their political isolation. Would the closure of the tunnels and the Rafah crossing and the Egyptian accusations against Hamas of collaboration with the Muslim Brotherhood against the Egyptian state create a process of inward searching for new directions?

What I learned from Hamad was that Hamas is lost. It has no direction. The leaders of Hamas do not know what to do. There are struggles within the movement between those who think that they should realign with Iran and Hezbollah. Others think that this would force them to support Bashar al-Assad, which they are opposed to as Assad continues to attack Sunnis in Syria.

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Otmar Steinbicker

Was soll eine Armee tun, die unser Land nicht mehr verteidigen kann und muss?

Aachener Nachrichten, 19.07.2013

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

1648, nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, geschah Ungeheuerliches! Die Stadtmauern, die zuvor als unabdingbare Voraussetzung von Sicherheit dienten, wurden eingerissen.

Was war geschehen? Im Verlauf dieses schrecklichen Krieges zeigte sich, dass Stadtmauern keinen Schutz mehr boten. Sicherheit musste anders, nicht mehr vordringlich militärisch, gewährleistet werden. Der Westfälische Frieden zeigte die realistische Perspektive von Verhandlungen. Noch immer gilt die Erkenntnis von 1648 als Grundsatz jeder Konfliktlösung: „Audiatur et altera pars“ – „Man höre auch die andere Seite“.

Der historische Blick hat einen aktuellen Bezug, steckt doch die Bundeswehr in der tiefsten Sinnkrise ihrer Geschichte! Trägt sie noch zur Sicherheit bei oder ist sie längst ein Relikt wie 1648 die Stadtmauern?

Befürworter der Bundeswehr tun sich derzeit in der Argumentation schwer. Landesverteidigung? Bis zum Ende des Kalten Krieges gab es den Konsens, dass es dafür eine Armee geben müsse. Schließlich standen jenseits der Elbe Millionen Soldaten und tausende Panzer. Das galt für den Blick von West nach Ost und auch umgekehrt. Jenseits der Elbe stand der Feind und gegen den musste man gerüstet sein.

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Interview mit dem afghanischen Stammesführer Naqibullah Shorish

Eine Friedenslösung für Afghanistan ist immer noch möglich, aber die Uhr tickt

Otmar Steinbicker (l.) und Naqibullah Shorish in Aachen. Foto: Harald Krömer

12.06.2013 – Das Jahr 2014 mit dem angekündigten Abzug der NATO-Kampftruppen naht mit Riesenschritten. Gibt es noch eine Chance für den Frieden oder wird Afghanistan im Bürgerkrieg versinken? aixpaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker führte mit Naqibullah Shorish, dem wichtigsten Stammesführer Afghanistans, ein langes Gespräch über die aktuelle Situation, über Geheimgespräche mit den Taliban im Jahr 2010 und über verbleibende Chancen.

aixpaix.de: Die NATO hat für 2014 den Abzug zumindest des Großteils ihrer Kampftruppen in Aussicht gestellt. Sind Sie froh und erleichtert?

Naqibullah Shorish: Nein, überhaupt nicht! Der mehr als zehnjährige Krieg der NATO in Afghanistan hat für unser Land eine Menge Probleme mit sich gebracht. Diese sind seit Jahren bekannt und es gibt seit jeher viele offene Fragen, wie dieser Krieg enden wird und wie Afghanistan danach aussehen wird. All diese Probleme stehen ungelöst im Raum. Die NATO hat sie seit Jahren vor sich hergeschoben. Sie stehen jetzt vor dem angekündigten Abzug genau so offen im Raum wie seit Jahren zuvor.

aixpaix.de: Fürchten Sie einen Bürgerkrieg nach dem Abzug der NATO-Truppen?

Naqibullah Shorish: Die Afghanen sind nach fast 35 Jahren Krieg absolut kriegsmüde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Afghane in dieser Situation Interesse an einer Weiterführung des Krieges oder an einem neuen Krieg mit anderen Frontkonstellationen hätte. Aber das beantwortet die Frage nicht vollständig, ob es zu einem Bürgerkrieg kommt oder nicht.

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Projekt Münchhausen

Das Projekt Münchhausen fordert alle auf, die Geschichten der großen und kleinen Kriegslügen zu erzählen, mit denen die Menschen zur Gewalt gegen einander verführt wurden – von den Kreuzzügen, über den angeblich Gerechten Krieg, den Tonking-Zwischenfall an den Küsten Vietnams, bis zur dreisten Lüge des US-Außenministers über die Atombomben des Saddam Hussein und dem Militär als letztem Mittel der angeblich Humanitären Intervention?

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Dossier VI

Der Mali-Konflikt

oder: Der Kampf um die Kontrolle von Nord- und Westafrika
Andreas Buro und Clemens Ronnefeldt / Anfang Juli 2013

Bei der militärischen Intervention Frankreichs in Mali im Januar 2013 handelt es sich nicht um ein kurzlebiges Ereignis, das vermutlich bald wieder in Vergessenheit gerät.

Was geschah bisher? Ein lange vorbereiteter und dann scheinbar plötzlicher Einsatz der französischen Truppen. Es folgten die begeisterte Zustimmung in Frankreich und die Beschwörung einer „natürlichen“ Gefolgschaftstreue in europäischen Medien. Und es wurde klar: Der Krieg um Mali soll nach dem Willen der herrschenden Kräfte eine Angelegenheit der Europäischen Union werden. Ferner deutet sich eine vorsichtige Aufgabenteilung der ‚Westmächte‘ an.

Die US-Regierung wendet sich mehr Asien und dem Pazifik zu, und die EU soll „the white man’s burden“ („Die Bürde des weißen Mannes“) verstärkt für Afrika übernehmen. Dennoch wahrt die Regierung in Washington mit dem US-Africom-Militärkommando, mit zahlreichen US-Militärbasen und einem neuen US-Drohnenstützpunkt in Niger auch weiterhin ihre eigenen Interessen in Afrika.

Das Dossier


Aktualisierung zu Dossier V

Der Syrienkonflikt

Im Rahmen des Monitoring-Projektes der Kooperation für den Frieden entstand im März 2012 das Dossier V: Syrien zwischen gewaltfreiem Aufstand und Bürgerkrieg. Angesichts der dramatischen Entwicklungen in den letzten Monaten haben Christine Schweitzer und Andreas Buro eine Aktualisierung vorgelegt.

Die meisten Befürchtungen in Bezug auf Syrien sind wahr geworden. Das Land befindet sich mitten im Bürgerkrieg, mit bislang (Ende August 2012) zwischen 18.000 und 20.000 Toten und geschätzt über einer Million Vertriebener und Flüchtlinge. Der Aufstand in Syrien gegen das Assad-Regime ist zunehmend militarisiert, auch wenn es – von den Medien gern ignorierte – zivile Proteste weiterhin gibt. Und er ist bereits in hohem Maße zum Spielball ausländischer Interessen geworden. Schon jetzt sprechen manche BeobachterInnen von einem doppelgesichtigen Stellvertreterkrieg – einem zwischen Sunniten (Golfstaaten) und Schiiten (Iran) und einem zwischen dem Westen und Russland.

Die Aktualisierung

Das Dossier