08.05.2013 – Heute wird der Aachener Friedenspreis 25 Jahre alt. Für aixpaix.de sprach Jonas Voß mit Otmar Steinbicker, dem langjährigen Friedenspreis-Vorsitzenden und heutigen aixpaix.de-Herausgeber über die Geschichte des Friedenspreises, die Geschichte der Friedensbewegung der 1980er Jahre und die aktuellen Probleme und Aufgaben der Friedensbewegung.
aixpaix.de: Am 8. Mai 1988, also vor 25 Jahren wurde der Aachener Friedenspreis begründet. Was bedeutet dieses Datum für Sie?
Otmar Steinbicker: Die Gründung des Aachener Friedenspreises war wohl die bemerkenswerteste Antwort auf den teilweisen Zerfall der deutschen Friedensbewegung der 1980er Jahre.
aixpaix.de: Was war das für eine Zeit?
Otmar Steinbicker: Die Friedensbewegung der 1980er Jahre war eine Massenbewegung, die Millionen Menschen bewegte und das politische Klima jener Zeit deutlich beeinflusste. Millionen unterzeichneten damals den Krefelder Appell gegen die Stationierung neuartiger atomarer Mittelstreckenraketen und forderten Abrüstung statt weiterer gefährlicher Eskalationsschritte in Richtung Atomkrieg. Hunderttausende gingen bei Demonstrationen auf die Straße und Zehntausende organisierten sich vor allem in örtlichen Initiativen, in Städten wie Aachen bis auf die Ebene von Stadtteilinitiativen.
Manipulation bei Aufstellung der Preisträgerkandidaten
27.04.2013 – Mit einem Negativrekord endete am Freitag die Mitgliederversammlung des Vereins Aachener Friedenspreis. Nur noch 54 Mitglieder erschienen zur Preisträgerwahl wie aus Kreisen der Vereinsmitglieder verlautete. Über viele Jahre hinweg betrug die Zahl der Abstimmenden zwischen 80 und 90, vorübergehend waren es sogar mehr als 90.
Feindbildwechsel – Verein Aachener Friedenspreis versagt bei Nahost-Erklärung
12.03.2013
Unter der Überschrift „Bundesregierung muss auf jegliche Waffenexporte in den Nahen Osten unverzüglich verzichten und diplomatische Bemühungen zur Deeskalation unternehmen“ veröffentlichte der Verein Aachener Friedenspreis am 6.03.2013 eine erste Erklärung des im November 2011 gewählten Vorstands zur Problematik des Nahostkonflikts.
Was vielleicht manchen Lesern auf den ersten Blick positiv erscheinen mag, wie die Forderung, dass die Bundesregierung deeskalierend auf die Konfliktparteien einwirken soll, erweist sich bei näherem Hinsehen als äußerst problematisch!
In Auseinandersetzung mit ausgeprägten Israel-Hassern gibt es die Erfahrung, dass diese kaum reale Kritik mit überprüfbaren Vorwürfen vorbringen, die eine sachliche Debatte möglich machen, sondern dass sie nur allzu gerne mit unzulässigen Pauschalisierungen arbeiten, um ihr Feindbild zu konstruieren. Klopft man die jüngste Erklärung des Friedenspreis-Vorstandes, die einen jähen Richtungswechsel in der Beurteilung des Nahostkonflikts beschreibt, auf ein solches Vorgehen ab, so trifft die Kritik an unzulässigen Pauschalisierungen leider auch auf diese Erklärung zu!
In einem Leserbrief in den Aachener Nachrichten vom 07.02.2013 schreibt Dr. Heiner Jüttner von den beiden kollektiven Sicherheitssystemen, denen Deutschland angehört (NATO und UN).
Doch hier irrt Dr. Jüttner einem der beiden Punkte: Die NATO ist kein System kollektiver Sicherheit!
Dr. Dieter Deiseroth, seit 2001 Richter am Bundesverwaltungsgericht, zeigt, dass es sich bei der Behauptung, die NATO sei ein "System kollektiver Sicherheit" um eine rechtshistorisch unhaltbare und politisch bedenkliche Interpretation handelt. Er argumentiert u.a.:
Der wichtigste Unterschied zwischen einem System kollektiver Verteidigung (Verteidigungsbündnis) und einem System kollektiver Sicherheit ist, dass sie auf zwei entgegen gesetzten Grundkonzeptionen von Sicherheitspolitik beruhen. Das Grundkonzept von Verteidigungsbündnissen basiert auf Sicherheit durch eigene Stärke und die Stärke der eigenen Verbündeten. Es ist partikulär-egoistisch. Die Grundkonzeption kollektiver Sicherheit basiert hingegen auf der Sicherheit aller potenziellen Gegner durch die Reziprozität innerhalb einer internationalen Rechtsordnung. Es verankert die eigene Sicherheit also gerade nicht in der relativen Schwäche und Unterlegenheit des potenziellen Gegners, sondern in der gemeinsamen Sicherheit. Dem liegt die Vorstellung zugrunde, dass die eigene Sicherheit zugleich auf der Sicherheit des potenziellen Gegners beruht.
Den kompletten Text finden Sie im Internet auf der Seite:
Der Beitrag erschien ursprünglich in der Zeitschrift Wissenschaft & Frieden 1/2009, S. 12-16
aixpaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker verfasste zum 60. Jahrestag der NATO 2009 eine Studie zum Thema Sicherheitspolitische Alternativen zur NATO – Die internationalen Überlegungen zur Neubelebung der OSZE, der russische Vorschlag eines Europäischen Sicherheitsvertrages, eine kooperative Sicherheitsarchitektur – Schritte zur Auflösung der NATO für die Bundestagsfraktion Die Linke. Darin erläutert er die historischen Zusammenhänge und zeigt, dass die NATO-Gründung einen Bruch mit dem Prinzip der kollektiven Sicherheit darstellt.
Der Verein Aachener Friedenspreis macht wieder Schlagzeilen
27.11.2012 – Außerhalb von Preisträgerbekanntgabe und Preisverleihung ist es seit einem Jahr still geworden um den Verein Aachener Friedenspreis. Kein Wort zum gerade beendeten Krieg um Gaza, kein Wort zum mehr als zehn Jahre alten Krieg in Afghanistan. „Es ist Krieg und niemand sieht hin“, ist wohl de facto zum neuen Vereinsmotto geworden.
Schlagzeilen machen hin und wieder noch Personalquerelen. Die kennt man auch aus anderen Aachener Vereinen. Das wäre nicht weiter bemerkenswert, ginge es dabei nicht auch um inhaltliche Fragen der Selbstorientierung einer Organisation, die sich selbst der Friedensbewegung zuordnet.
Den Lesern des Magazins Europäische Sicherheit & Technik (früher: Strategie & Technik) ist das INT in Euskirchen ein Begriff. Das Fraunhofer-Institut für naturwissenschaftlich-technische Trendanalyse kurz INT ist bekannt für seine Beobachtungen von Forschung mit Bezug zu Rüstung und Militär. Es veröffentlicht wissenschaftlich untermauerte Prognosen, wohin sich Wehrwirtschaft und -technologie entwickeln könnten und sollten. Mit seinen 100 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 7,2 Millionen Euro ist es seit Jahrzehnten das Beratungsinstitut für das Verteidigungsministerium in Technik- und Forschungsfragen. Das INT ist überdies am Fraunhofer Verbund Verteidigung und Sicherheit beteiligt.
Hinwendung der RWTH zur Rüstungsforschung ist nicht zu übersehen
29.10.2012 – Eine Hinwendung der RWTH zur Rüstungsforschung sei nicht zu übersehen, stellen Dr.-Ing. Dietrich Schulze von der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit e. V., Prof. i.R. Dr.-Ing. Dietrich Meyer-Ebrecht vom Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) e.V., und Dr. Andreas Seifert von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. Tübingen in einem gemeinsamen Brief an RWTH-Rektor Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg fest.
„Seit dem 1. September 2012 ist Prof. Dr.-Ing. Michael Lauster Inhaber des neu eingerichteten RWTH-Lehrstuhls für »Technologieanalysen und -vorausschau auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung« an der Fakultät für Maschinenwesen. Er ist zugleich Leiter des traditionell für die Bundeswehr forschenden Fraunhofer-Instituts für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen (INT) in Euskirchen“, heißt es in dem Brief.
„Es erweckt den Anschein, dass sich die RWTH für diese Berufung interessiert hat, weil sie damit RWTH-WissenschaftlerInnen den Weg zur Forschungen für die Bundeswehr und für die Rüstungsindustrie ebnen könnte. Auch Prof. Lausters berufliche Biografie, die seine Orientierung an Rüstung und Militär bestätigt, legt diese Vermutung nahe“, schreiben die Brief-Autoren.
Saarbrücker Zeitung berichtet über aixpaix.de-Veranstaltung in Aachen
"Aachen. Afghanische Stammesführer fordern mehr Einfluss bei internationalen Friedensverhandlungen", berichtet die Saarbrücker Zeitung über eine Veranstaltung des Aachener Friedensmagazins aixpaix.de am Donnerstag.
Denn die Stammesführer spielten innerhalb der afghanischen Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle, erklärte Naqibullah Shorish, Oberhaupt der Kharoti, gestern Abend in Aachen.
Auf einer Diskussionsveranstaltung mit Jürgen Heiducoff, von 2006-2008 militärpolitischer Berater des deutschen Botschafters in Kabul, und Otmar Steinbicker vom Aachener Friedensmagazin aixpaix.de stellte er den mit fünf weiteren Stammesräten erarbeiteten Appell vor.
11.10.2012 – Erstmals in der Geschichte Afghanistans haben sich wichtige Stammesführer verschiedener Provinzen, Ethnien und Glaubensrichtungen, Paschtunen wie Hazara, gemeinsam mit einem Appell für eine Friedenslösung und für Respekt vor dem Selbstbestimmungsrecht des afghanischen Volkes an die westliche Öffentlichkeit gewandt.
Mit ihrer historischen Erklärung wenden sich die afghanischen Stammesführer an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Afghanistan-Konferenz der Friedensbewegung, die am Wochenende in Bonn stattfinden wird.
Die Erklärung wird von folgenden Stämmen (Paschtunen und Hazara) gemeinsam getragen:
Naqibullah Shorish, Nationaler Stammesführer der Kharoti (Dieser größte Stamm Afghanistans umfasst mehr als 3 Millionen Menschen, rund 10 % der Bevölkerung des Landes)
Rat des Stammes der Sulimankhel (Gesamt Afghanistan, zweitgrößter Stamm Afghanistans)
Rat Khoja Mohammad (Provinz Ghazni)
Rat Ahali Tashuhg (Provinz Helmand - schiitisch geprägt)
Prof. Andreas Buro, Autor des Aachener Friedensmagazins aixpaix.de, erhält den Göttinger Friedenspreis 2013. Die Stiftung Roland Röhl, die den Preis vergibt, würdigte Buro sei eine der größten Persönlichkeiten der deutschen Friedensbewegung.
Der 84-Jährige sei konsequenter Pazifist und unermüdlicher politischer Aktivist. Er habe die Geschichte der Friedensbewegung geprägt. Frühere Preisträger sind unter anderem Egon Bahr und Hans Küng. Der Friedenspreis wird am 9. März 2013 in Göttingen verliehen.
2008 erhielt Andreas Buro auch den Aachener Friedenspreis.
Zu Gast am 10. September: Naqibullah Shorish und Otmar Steinbicker
Interviewpartner Otmar Steinbicker (l.) und Naqibullah Shorish. Foto: BRF
Afghanistan ist für unsere westliche Gesellschaft ein schwieriges Terrain. Die Lösungen, die die Amerikaner und ihre Verbündeten für das Land am Hindukusch wollen, scheinen nicht zum gewünschten Erfolg zu führen.
Dies liegt wohl auch daran, dass die Bürger des Landes in verschiedene Stämme unterteilt sind und dass viele Dinge politisch auf Ebene dieser Stämme geregelt werden.
Naqibullah Shorish ist der Stammesführer der Kharoti und repräsentiert so etwa drei Millionen Menschen. Er erklärt im Treffpunkt, dass das Land eine andere Tradition hat und dass das westliche System nicht einfach dort angewandt werden kann. Es gibt einfach einen anderen kulturellen Hintergrund.
Zusammen mit seinem Freund und Berater, dem Aachener Journalisten Otmar Steinbicker, erhalten wir außerdem einen Einblick in den Shorish-Plan: Den Friedensplan, den Herr Shorish diskutieren und vorantreiben möchte.
Erfolg für Aachener Friedenspreisträger Roy Bourgeois
Nicaragua schickt keine Soldaten mehr nach Fort Benning
Roy Bourgeois (2. v. links) mit Daniel Ortega (3.v.l.) und Mitgliedern der SOAW-Delegation.å
06.09.2012 - Der Präsident Nicaraguas, Daniel Ortega, hat entschieden, keine nicaraguanischen Soldaten mehr an die “School of the Americas” in Fort Benning (USA) zu senden.
Ortega traf seine Entscheidung unmittelbar nach einem Treffen mit dem Aachener Friedenspreisträger Roy Bourgeois und einer Delegation der US-Friedensorganisation SOA Watch. Nicaragua ist nach Venezuela, Uruguay, Argentinien, Bolivien und Ecuador, das sechste lateinamerikanische Land das keine Soldaten mehr zur Ausbildung nach Fort Benning schickt.
Peace Brigades International schützen Comité Cerezo
Ein pbi-Feiwilliger begleitet Alejandro Cerezo bei einer Demonstration in Mexiko-Stadt
Seit 2002 begleitet die in Deutschland ansässige und von der UN anerkannte Nichtregierungsorganisation peace brigades international (pbi) das Comité Cerezo, eine Organisation, die sich für politsche und Gewissensgefangene in Mexiko einsetzt. pbi erhielt 1999 den Aachener Friedenspreis, am 1.9.2012 wird auch das Comité Cerezo damit ausgezeichnet.
Alles fing damit an, dass am 08. August 2001 in Mexiko-Stadt in drei Filialen der Bank „Banamex“ Bomben explodierten. Daraufhin wurden am 13. August 2001 die Studenten Héctor, Antonio und Alejandro Cerezo Contreras festgenommen und misshandelt. Man beschuldigte sie die Anschläge verübt zu haben. Das ist der Ursprung des Comité Cerezo, welches sich um die zwei Geschwister der Verhafteten, Emiliana und Francisco, nach den Inhaftierungen gegründet hat.
Da insbesondere die Geschwister, Emiliana und Francisco, seit der Gründung des Komitees viele Morddrohungen erhalten haben und verfolgt wurden, fragte das Comité Cerezo im Jahre 2002 schließlich peace brigades international (pbi), die schon seit 1999 in Mexiko aktiv sind, nach Schutzbegleitung an. Seitdem werden Emiliana und Francisco, und seit 2005 auch ihr Bruder Alejandro von pbi begleitet.
Alejandro Cerezo: "Der Aachener Friedenspreis ist eine
Auszeichnung für zehn Jahre Verteidigung der Menschenrechte"
28.07.2012 - Am 1. September 2012 werden Alejandro Cerezo Contreras und das Comitè Cerezo aus Mexiko mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet. In seinem ersten Interview für ein deutsches Medium beschreibt Alejandro Cerezo exklusiv im Aachener Friedensmagazin aixpaix.de die Bedeutung des Aachener Friedenspreises für seine Arbeit und die Reaktion in Mexiko auf die Preisträgerbekanntgabe.
aixpaix.de: Ihr werdet am 1. September mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet. Welche Bedeutung hat dieser Preis für Euch?
Alejandro Cerezo
Alejandro Cerezo: Die Auszeichnung ist eine Anerkennung für mehr als zehn Jahre Arbeit bei der Verteidigung der Menschenrechte durch das Comité Cerezo in Mexico. Unsere Arbeit begann mit der Dokumentation und mit der Anklage wegen Folter und illegaler und ungerechter Gefangennahme von Antonio, Héctor und mir, Alejandro Cerezo Contreras, sowie Pablo Alvarado Flores. Heute dokumentieren wir und klagen gegen politische Gefangennahmen, außergerichtliche Hinrichtungen und das Verschwindenlassen von Menschen – gegenwärtige Praktiken in Mexiko.
aixpaix.de: Gab es Reaktionen in Mexiko auf Eure Bekanntmachung als Aachener Friedenspreisträger?
Alejandro Cerezo: Die größte Reaktion kam von der Auslandspresse wie z.B. CNN; América Latina und der Deutschen Welle. Es gab nur eine geringfügige Reaktion der nationalen Medien, vor allem der Printmedien. Erst vor einem Monat hat beispielsweise ein Radiosender die Auszeichnung erwähnt und uns dazu befragt.
Der Logik des Bürgerkriegs verweigert sich die Friedensgemeinde von San José de Apartadó. Seit 1995 pocht die aus rund 220 Familien bestehende Dorfgemeinschaft in Kolumbien auf ihr Recht auf Neutralität. Von den kriegführenden Akteuren wird das nicht respektiert, doch die internationale Solidarität hat den Bauern neue Perspektiven eröffnet.
Der Eingang zur Friedensgemeinde. Fotos: pbi
Schweißperlen schimmern auf der Stirn von Bernardo Gómez als er die Hochebene erreicht. Ein letztes Mal treibt er die Mulis an, die allerlei Güter für La Unión, ein abgelegene Dorf im Hinterland der kolumbianischen Bananenregion Urabá, tragen. Dann taucht das Gatter auf, das den Eingang zur Comunidad de Paz San José de Apartadó markiert. Daneben steht ein großes buntes Blechschild mit dem Symbol der Friedensgemeinde von San José de Apartadó - der zwischen den grünen Hügeln aufgehenden Sonne. Neben dem Symbol sind in dicken schwarzen Lettern die fünf Regeln aufgeführt, die in La Unión genauso wie in den anderen Dörfern und Weilern gelten, die sich zur Friedensgemeinde zusammengeschlossen haben.
Erfolg für Aachener Friedenspreisträger Roy Bourgeois
Ecuador schickt keine Soldaten mehr nach Fort Benning
Roy Bourgeois (links) im Gespräch mit Rafael Correa. Foto: Presidencia de la República del Ecuador
27.06.2012 – Der Präsident Ecuadors, Rafael Correa, hat entschieden, keine ecuadorianischen Soldaten mehr an die “School of the Americas” in Fort Benning (USA) zu senden.
Correa traf seine Entscheidung unmittelbar nach einem Treffen mit dem Aachener Friedenspreisträger Roy Bourgeois und einer Delegation der US-Friedensorganisation SOA Watch. Ecuador ist nach Venezuela, Uruguay, Argentinien und Bolivien, das fünfte lateinamerikanische Land das keine Soldaten mehr zur Ausbildung nach Fort Benning schickt.
Aufruf: Aufstehen gegen den Export von 270 Panzern nach Saudi-Arabien
Erstunterzeichner auch aus Aachen und der Region
25.04.2012 – Ein Personenbündnis von Bürgerinnen und Bürgern aus der Friedens-, Dritte-Welt- und Menschenrechtsarbeit, aus Wissenschaft und Kulturbereichen, aus sozialen Bewegungen, kirchlichen, gewerkschaftlichen und anderen Gruppen und Verbänden will mit Protest und direkten gewaltfreien Aktionen den Export von 270 Panzern nach Saudi-Arabien verhindern.
Zu den Erstunterzeichnern gehören aus Aachen aixpaix-Herausgeber Otmar Steinbicker und der Vorsitzende der DGB Region NRW Süd-West Ralf Woelk. Aus der Region sind Helene und Assgar Klein von der Friedensinitiative Würselen dabei.
Gershon Baskin, prominenter Kolumnist der „Jerusalem Post" und Vermittler bei der Freilassung des israelischen Soldaten Gilat Shalit durch die Hamas
„Ich stimme Aachens Bürgermeisterin zu,
dass Israel kritisiert werden darf“
Kritik an Israels Umgang mit den Palästinensern hat nichts mit Antisemitismus zu tun!
27.02.2012 – In den vergangenen Wochen sorgten Artikel in der "Jerusalem Post" für Aufregung, die Aachens Bürgermeisterin Hilde Scheidt des Antisemitismus bezichtigten. Das Aachener Friedensmagazin aixpaix.de befragte den prominenten Kolumnisten der „Jerusalem Post“, Gershon Baskin und erhielt erstaunliche Antworten.
aixpaix.de: Sie haben den Artikel in der „Jerusalem Post“ vom 2. Februar über den Antisemitismus-Vorwurf gegen die Aachener Bürgermeisterin Hilde Scheidt gelesen. Welchen Eindruck haben Sie gewonnen?
Gershon Baskin
Gershon Baskin: Ich habe verstanden, dass Frau Scheidt es für richtig hält, dass die israelische Politik kritisiert werden darf. Wenn das so ist, dann stimme ich ihr zu. Kritik an Israel im Hinblick auf den Umgang mit den Palästinensern hat nichts mit Antisemitismus zu tun!
aixpaix.de: In Israel wird innenpolitisch eine heftige Debatte über den Kurs gegenüber den Palästinensern und über die Besatzungspraxis im Westjordanland geführt. Auch aus vielen anderen Ländern kommt Kritik. Dürfen Deutsche sich daran beteiligen oder sollten sie aufgrund der schrecklichen Dimensionen des Holocaust besser schweigen?
Gershon Baskin: Ich denke, dass die Deutschen, die zu Israels besten Freunden in der Welt gehören, eine Verantwortung haben, mit ihren Freunden ehrlich zu sein. Wenn die Deutschen und die deutsche Regierung glauben, dass Israel gegen seine eigenen besten Interesse handelt, sollten sie nicht still bleiben. Noch einmal: Es ist nicht antisemitisch, die Regierung Israels für seine Politik gegenüber dem palästinensischen Problem zu kritisieren.
Aachener Friedenspreisträger Mitri Raheb erhält Deutschen Medienpreis
Mitri Raheb
23.02.2012 – Dass Aachener Friedenspreisträger später auch einen prominenteren Preis erhalten, kommt vor, aber nicht allzu oft. Das Kriterium, Menschen auszuzeichnen, die sich von unten her für Frieden und Menschenrechte einsetzen, passt nicht zu jedem anderen Preis. Unter den vier leisen Friedensstiftern, die am 24. Februar mit dem Deutschen Medienpreis ausgezeichnet werden, ist auch der Aachener Friedenspreisträger, Pfarrer Dr. Mitri Raheb aus Betlehem.
In der Begründung zur Preisverleihung schrieb der Aachener Friedenspreis e.V. 2008: Getrennt von den israelischen MachsomWatch-Frauen durch eine acht Meter hohe Mauer mit noch höheren Wachtürmen setzt sich in Bethlehem Pfarrer Mitri Raheb für das friedli- che Zusammenleben von Juden und Palästinensern ein. Für ihn als Christ gehört die „Feindesliebe“ dazu. „Den Feind zu lieben, heißt, in ihm trotz des Konfliktes Gottes Geschöpf zu erkennen, das ein Recht auf Leben, Vergebung und Liebe hat, nicht jedoch das Recht, Unrecht zu tun.“
aixpaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker gratuliert Mitri Raheb, mit dem er auch durch die gemeinsame Arbeit in der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) verbunden ist, aus ganzem Herzen zur erneuten Preisverleihung.
Die katholische Friedensbewegung pax christi würdigt Mitri Raheb betont in ihrer Presserklärung zum Deutschen Medienpreis: Für Deutsche ist Raheb ein unbequemer Mahner. Er kritisiert pure Palästina- oder pure Israelsolidarität. Weder den Israelis noch den Palästinensern sei damit geholfen, wenn sich der Konflikt in Deutschland verschärfend abbilde. Raheb tritt dafür ein, den Blick auf beide Völker zu richten, Unrecht beim Namen zu nennen und entschieden für ein Ende der Besatzung einzustehen. Ihm geht es um einen gerechten Frieden für beide Völker in Israel und Palästina. Mit seinem Engagement zeigt Raheb Perspektiven für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts auf, welche die andere Seite einschließt.
Mit Unverständnis und Enttäuschung hat die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) auf Vorwürfe gegen ihr Gründungsmitglied Mitri Raheb, reagiert. Einige deutsche und israelische Medien und andere Quellen werfen ihm vor, in seinen Predigten und bei seinen öffentlichen Auftritten Äußerungen gegenüber Israel gemacht zu haben, die es fraglich erscheinen lassen sollen, ob der Bethlehemer Pfarrer die Voraussetzungen für seine Ehrung erfüllt. DINO-Sprecher Manfred Erdenberger wies in einer Erklärung diese Vorwürfe als „unbegründet und verzerrend“ zurück. Raheb habe stets gewaltsame Auseinandersetzungen im Nahostkonflikt abgelehnt und das Existenzrecht Israels nicht bestritten. Sein bisheriges Wirken seit über 25 Jahren sei ausdrücklich von vielen Seiten immer wieder positiv gewürdigt und zu Recht mit Preisen und Auszeichnungen wie u.a. dem Tschelebi-Friedenspreis des Islam-Institutes und dem Aachener Friedenspreis belohnt worden.
Jerusalem Post
Broder und Co hetzen gegen Aachen
19.02.2012 – Von Lügen und Verdrehungen gespickt ist ein Artikel des Korrespondenten der "Jerusalem Post" Benjamin Weinthal in der Ausgabe vom 18.02.2012 gegen Aachen, seine grüne Bürgermeisterin Hilde Scheidt und Redakteure der "Aachener Nachrichten" und der "Aachener Zeitung".
Weinthal reagiert damit auf einen ausführlichen Beitrag auf der Seite 3 der Printausgabe der "Aachener Nachrichten" vom 16.02.2012, in dem der Politik-Redakteur Peter Pappert, einen zuvor am 09.02.2012 erschienenen Artikel des gleichen Autors auf seinen Wahrheitsgehalt untersucht hatte. Wörtlich heißt es darin abschließend:
"Der Artikel in der „Jerusalem Post“ enthält weitere nicht belegte Unterstellungen und zitiert schließlich auch eine Aussage von Broder, Scheidt sei „eine grüne Antisemitin und Aachen von ihren Hetzreden verseucht“. Einerseits kann man aufgrund der zahlreichen Falschmeldungen in diesem Artikel auch hier an der Richtigkeit der Darstellung zweifeln, andererseits würde die Aussage Broders zu dessen übrigen Tiraden gegen die Bürgermeisterin passen."
Treffend kommentierte Gerald Eimer in der gleichen Ausgabe der "Aachener Nachrichten" den Antisemitismus-Vorwurf gegen Hilde Scheidt:
"Wer Scheidt kennt, weiß wie idiotisch die Behauptung ist."
Aachener Bürgermeisterin tritt nach Broder-Ausfällen aus der Deutsch-Israelischen Gesellschaft aus
20.12.2011 – Mit klaren Worten hat Aachens Bürgermeisterin Hilde Scheidt am Dienstag gegen die jüngsten Hetzattacken von Henryk M. Broder Stellung genommen und ihren Austritt aus der Deutsch-Israelischen Gesellschaft angekündigt.
Gegenüber aixpaix.de erklärte Hilde Scheidt: „Ich habe gegen die Preisverleihung an Broder gestimmt und ich habe an der Veranstaltung nicht teilgenommen. Das, was Broder jetzt schreibt, erschreckt mich ebenso wie die starke Nähe zu „Political Incorrect“. Diese Gründe führen dazu, dass ich nicht mehr Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft sein möchte. Hetze hat in Aachen keinen Platz! Wir wollen in Aachen sachlich miteinander diskutieren!“
Mit bisher in Aachen nicht für möglich gehaltenen Ausfällen hatte der bekannte Anti-Islam-Hetzer Henryk M. Broder zuvor auf eine kritische Berichterstattung in den "Aachener Nachrichten" zu seiner Preisverleihung reagiert und sein Niveau dokumentiert. Broder publizierte auf seiner Homepage "Die Achse des Guten" einen Link den er "Porträts des Reporters, der den Beitrag für die AZ/AN geschrieben hat" benannte und der Fotos eines Afters zeigen.
Dass der bisherige Friedenspreis-Vorsitzende nach nur zweijähriger Amtszeit zurücktrat, war überfällig. Duldung von Antisemitismus hat in der Friedensbewegung keinen Platz. Da wäre eine saubere Lösung spätestens im Juli fällig gewesen, als dieses Thema die Aachener Medien bewegte, nicht erst ein Rücktritt nach einer Vorstandswahl, die ihm nicht passte.
Dass es jetzt Flügelkämpfe gibt zwischen vermeintlich „Linken“ und vermeintlich „Bürgerlichen“ ist befremdlich! Die Friedensbewegung hat in ihrer Geschichte sowohl linke als auch bürgerliche und nicht zu vergessen, christliche und pazifistische Wurzeln, die sich nicht so einfach in ein Links-Rechts-Schema einordnen lassen. Wenn Friedensbewegung erfolgreich sein will, dann braucht sie die konstruktive Zusammenarbeit aller! Dass es dabei unterschiedliche Antworten auf friedenspolitische Fragen gibt, ist selbstverständlich. Darüber muss diskutiert werden, darüber kann gestritten werden. Wichtig ist der Konsens und da können auch mal unterschiedliche Antworten nebeneinander stehen bleiben. Das schadet der Friedensbewegung nicht. Aber das setzt auch voraus, dass man sich ernsthaft mit friedenspolitischen Themen auseinandersetzt, Probleme durchdenkt und nicht nur leichtfertig Parolen nachplappert.
15.07.2011 - Mit einer Fotoreportage vom Aachener Friedenslauf beendete der palästinensische Fotograf Hamde Abu Rahma seinen Arbeitsaufenthalt in Aachen.
Aachener Friedensmagazin www.aixpaix.de
Junger Friedensbotschafter aus Palästina zu Gast in Aachen
Bericht des Belgischen Rundfunks
Hamde Abu Rahma. Foto: Conny Abu Rahma
13.07.2011 – Seit 1967 – kurz nach dem Sechstagekrieg – wurde das kleine palästinensische Dorf Bil’in mit den vielen, wirtschaftlich Gewinn bringenden Olivenhainen, von der israelischen Armee besetzt. Es ist der zähe Konflikt zwischen Israel und Palästina, der sich in Bil’in tagtäglich abspielt. Seit 2005 jedoch regt sich gewaltfreier Protest in Bil’in und das Dorf erlang als “Friedensdorf” weltweit Aufmerksamkeit. Zur Zeit ist ein junger Fotograf aus Bil’in bei dem Aachener Friedensmagazin “Aixpaix” zu Gast. Als Botschafter seines Dorfes Bil’in möchte er für Frieden zwischen Israel und Palästina werben.
Sein Cousin ist bei den Protesten ums Leben gekommen und Freiheit, selbst das spontane Besuchen von Verwandten und Freunden, die ein paar Kilometer entfernt leben, hat er niemals kennen gelernt. Hamde Abdu Rahma sieht nicht aus wie ein 23-jähriger junger Mann. Sein Gesicht wirkt vergrämt – doch wenn er erzählt, kommt Enthusiasmus auf und von Verbitterung ist nichts zu hören.
Vielmehr freut er sich: Die friedlichen Proteste, bei denen die Menschen seit sechs Jahren in Bil’in tagtäglich für ihre Freiheit demonstrieren, haben Ende Juni zu ersten Erfolgen geführt. Rund 1000 Hektar Land hat Israel den Bewohnern von Bil’in in der Nähe von Ramallah auf der Westbank zurück gegeben. Eigentlich hätte das viel früher geschehen sollen – denn das Urteil, eines israelischen Gerichtes, das über den Rückzug entschied, wurde schon vor vier Jahren gesprochen.
Es sind Schicksale wie die von Hamde Abu Rahma, die der Aachener Journalist und Friedensaktivist Otmar Steinbicker begleitet. Sein Internetportal aixpaix.de ist ein Forum für alle, die für Frieden kämpfen. Steinbick sieht sich als Übersetzer komplizierter Sachverhalte.
Seit zwei Jahren betreibt Steinbicker sein Internetportal. Autoren aus aller Welt berichten dort. Darunter auch namhafte Persönlichkeiten aus der Friedensbewegung. Otmar Steinbicker war selber sechs Jahre lang Vorsitzender des Aachener Friedenspreises. Mit “Aixpaix” möchte er für eine differenziertere Berichterstattung sorgen und dazu beitragen, dass sich jeder sein eigenes Urteil zu den Konfliktherden bilden kann.
Ist weltweiter Frieden möglich in einem kapitalistischen System – Ein Gespräch mit Otmar Steinbicker
http://diefreiheitsliebe.de
Die Bundeswehr hält Vorträge an Schulen. Otmar Steinbicker, der Gründer des Aachener Friedensmagazins, hatte die Idee, dass auch die Friedensbewegung Möglichkeiten haben soll um ihre Ideen an Schule zu verbreiten. Über diese Idee, die Schwäche der Friedensbewegung und Pazifismus im Kapitalismus sprachen wir mit ihm.
Die Freiheitsliebe: Herr Steinbicker, Sie hatten die Idee die Positionen der Friedensbewegungen in die Schulen zu bringen. Wodurch entstand diese Idee?
Steinbicker: Es gibt dafür zwei Aspekte. Der eine ist, dass die Bundeswehr leider immer noch an Schulen auftreten darf. Offiziell ist ihr zwar Werbung untersagt, aber de facto dienen diese Auftritte der Werbung für die Bundeswehr. Dem muss Friedensbewegung entgegentreten. Sie kann und soll das Verbot solcher Bundeswehrauftritte fordern. Wenn aber Bundeswehrauftritte in Schulen gestattet werden, darf Friedensbewegung meines Erachtens die Schülerinnen und Schüler nicht mit der Bundeswehr allein lassen.
Herausgeber des Aachener Friedensmagazins will Positionen der Friedensbewegung in die Schulen bringen
11.04.2011 – Angesichts der von NRW-Schulministerin Löhrmann angekündigten Nachbesserungen der Kooperationsvereinbarung zwischen Schulministerium und Bundeswehr, wonach Friedensorganisationen der Besuch in Schulen ermöglicht werden soll, um zu einem Ausgleich zwischen Bundeswehr und Friedensgruppen zu kommen, erklärt Otmar Steinbicker, Herausgeber des Aachener Friedensmagazins aixpaix.de, seine Bereitschaft, in Schulen aufzutreten, um im Rahmen des Unterrichts Positionen der Friedensbewegung zu vermitteln. Steinbicker betont, dass er dabei auch zu Podiumsdiskussionen mit Jugendoffizieren der Bundeswehr bereit ist.
v.l.n.r.: Edo Medicks (Israel), aixpaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker, Hamde Abu Rahma (Palästina), Conny Huse. Foto: aixpaix.de
Der israelische Fotograf Edo Medicks (links im Bild) und sein palästinensischer Kollege Hamde Abu Rahma (3.v.l.) besuchten im Juli 2010 gemeinsam mit Conny Huse (rechts) die aixpaix.de-Redaktion in Aachen. Beide kennen sich von gemeinsamen Einsätzen als Fotojournalisten im palästinensischen Friedensdorf Bil'in.
Sie erläuterten aipaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker (2.v.l.), warum sie in gewaltfreien, direkten Aktionen, wie sie in Bil'in seit fünf Jahren fantasievoll und erfolgreich angewandt werden, eine Hoffnung für Frieden im Nahen Osten sehen. Bei diesen Aktionen scheitere die Konzeption der israelischen Regierung, palästinensischem Protest mit massiver Gewalt zu begegnen. Eine wichtige Voraussetzung dabei sei die Präsenz und Aufmerksamkeit der internationalen Medien. In diesem Sinne werden beide Fotografen ihre Zusammenarbeit mit aixpaix.de ausbauen.
Das Afghanistan-Desaster der NATO zeigt ebenso wie andere Militäraktionen, dass Kriege heute kaum noch gewinnbar sind. Zu glauben, man könne damit Probleme lösen, erweist sich immer häufiger als tödliche Illusion.
Zivile Konfliktbearbeitung dagegen kann Bürgerkriege beenden. Der Aachener Karlspreisträger Andrea Riccardi hat das in Moçambique eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Krieg hat aufgehört, ultima ratio zu sein, Krieg wird immer deutlicher zur ultima irratio.
So ist es ein wenig still geworden um die vor wenigen Jahren noch hochgepriesenen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Ihre Perspektive steckt in der Sackgasse Afghanistan. Längst sind die Generale kleinlaut geworden, geben offen zu, dass ihre Fähigkeiten begrenzt sind, dass Militär keinen Frieden schaffen kann. Allenfalls Zeit gewinnen, damit Politik Frieden schaffen kann, lautet jetzt ihre Devise.
Die offenkundige Krise militärischer Möglichkeiten stärkt die Chancen für eine neue Sicherheitsdebatte, mit dem Ziel, ernsthaft den Krieg zu ächten. Der Schlüssel liegt in der von einem der Obama-Vorgänger, Woodrow Wilson, während des Ersten Weltkrieges entwickelten Konzeption der kollektiven Sicherheit. Dabei geht es darum, nicht die Sicherheit einzelner Staaten auf Kosten anderer Staaten, sondern die Sicherheit aller Staaten gemeinsam zu gewährleisten. Der Krieg muss als gemeinsame Gefahr für alle aufgefasst werden, der die Interessen der gesamten Gemeinschaft berührt. Sicherheit wird damit als unteilbar betrachtet.