Aachen

Verein Aachener Friedenspreis stellt sich neu auf

26.11.2011- Wie der Verein Aachener Friedenspreis in einer Pressemitteilung bekannt gab, wurde am Freitag in einer Mitgliederversammlung „nach rund fünfstündiger Sitzung“ ein neuer Vorstand gewählt.

Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Tina Terschmitten gewählt. Neu dabei ist auch Ralf Woelk (Schriftführer). In seinem Amt bestätigt wurde Frank Kreß als Kassierer. Am Ende dieser Wahlgänge trat der zuvor erneut zum Vorsitzenden gewählte Karl Heinz Otten von seinem Amt zurück. Als Beisitzer wurden ebenfalls in den Vorstand gewählt Lea Heuser, Dieter Spoo, Franz-Josef Surges, Reiner Dauven, Tobias Tillmann und Denis Dreisbusch.

Die Nachwahl eines Vorsitzenden soll auf einer Mitgliederversammlung voraussichtlich Anfang kommenden Jahres stattfinden.

Der Vorstand um den nur zwei Jahre als Vorsitzenden amtierenden Karl Heinz Otten war zuletzt im Juli dieses Jahres wegen seines Umgangs mit Antisemitismus in die Schlagzeilen nicht nur der Lokalpresse geraten und massiv - auch von aixpaix.de - kritisiert worden. Auch wenn es bisher noch keine Aussage des neuen Vorstands zu diesem Thema gibt, gehen Beobachter davon aus, dass dieser Vorstand keine Aussagen treffen wird, die als Duldung von Antisemitismus interpretiert werden können.

Ebenso liegen bisher keine Aussagen darüber vor, welche inhaltliche Ausrichtung der neue Vorstand haben und welche Arbeitsschwerpunkte er sich setzen wird. Darüber wird wohl in der konstituierenden Sitzung am 7. Dezember diskutiert werden.

Kommentar: "Aachener Friedenspreis am Scheideweg"


World Wide Web aixpaix.de

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Krieg ist die
"ultima irratio"

Das Afghanistan-Desaster der NATO zeigt ebenso wie andere Militäraktionen, dass Kriege heute kaum noch gewinnbar sind. Zu glauben, man könne damit Probleme lösen, erweist sich immer häufiger als tödliche Illusion.

Zivile Konfliktbearbeitung dagegen kann Bürgerkriege beenden. Der Aachener Karlspreisträger Andrea Riccardi hat das in Moçambique eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Krieg hat aufgehört, "ultima ratio" zu sein, Krieg wird immer deutlicher zur "ultima irratio".

So ist es ein wenig still geworden um die vor wenigen Jahren noch hochgepriesenen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Ihre Perspektive steckt in der Sackgasse Afghanistan. Längst sind die Generale kleinlaut geworden, geben offen zu, dass ihre Fähigkeiten begrenzt sind, dass Militär keinen Frieden schaffen kann. Allenfalls Zeit gewinnen, damit Politik Frieden schaffen kann, lautet jetzt ihre Devise.

Die offenkundige Krise militärischer Möglichkeiten stärkt die Chancen für eine neue Sicherheitsdebatte, mit dem Ziel, ernsthaft den Krieg zu ächten. Der Schlüssel liegt in der von einem der Obama-Vorgänger, Woodrow Wilson, während des Ersten Weltkrieges entwickelten Konzeption der kollektiven Sicherheit. Dabei geht es darum, nicht die Sicherheit einzelner Staaten auf Kosten anderer Staaten, sondern die Sicherheit aller Staaten gemeinsam zu gewährleisten. Der Krieg muss als gemeinsame Gefahr für alle aufgefasst werden, der die Interessen der gesamten Gemeinschaft berührt". Sicherheit wird damit als unteilbar betrachtet.

Otmar Steinbicker