11.04.2011 - Angesichts der von NRW-Schulministerin Löhrmann angekündigten Nachbesserungen der Kooperationsvereinbarung zwischen Schulministerium und Bundeswehr, wonach Friedensorganisationen der Besuch in Schulen ermöglicht werden soll, um zu einem Ausgleich zwischen Bundeswehr und Friedensgruppen zu kommen, erklärt Otmar Steinbicker, Herausgeber des Aachener Friedensmagazins www.aixpaix.de, seine Bereitschaft, in Schulen aufzutreten, um im Rahmen des Unterrichts Positionen der Friedensbewegung zu vermitteln. Steinbicker betont, dass er dabei auch zu Podiumsdiskussionen mit Jugendoffizieren der Bundeswehr bereit ist.
Steinbicker war von 2003 bis 2009 Vorsitzender des Aachener Friedenspreis e.V. und gehörte von 2006 bis 2009 zum Sprecherrat der Kooperation für den Frieden, dem Zusammenschluss von mehr als 50 Organisationen und Initiativen der deutschen Friedensbewegung. Nach wie vor ist er Mitglied des Kooperationsrates, des Leitungsgremiums der Kooperation für den Frieden.
Innerhalb der Friedensbewegung vertritt Steinbicker die Position einer radikalen Infragestellung der Bundeswehr. Er begründet diese Position sowohl mit historischen Entwicklungen wie mit den problematischen Ergebnissen der aktuellen Bundeswehreinsätze. Damit setzt er klare Gegenpositionen gegen Werbepositionen für die Bundeswehr.
Als Afghanistanexperte der Kooperation für den Frieden tritt Steinbicker in sicherheitspolitischen Fachtagungen auch in Podiumsdiskussionen mit Bundeswehroffizieren auf. Den kritischen Dialog mit Militärs, darunter ehemaligen Generälen, schätzt Steinbicker als Journalist bereits seit 30 Jahren. Im vergangenen Jahr vermittelte er vor rund 100 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Würselen kritische Einsichten zum Krieg in Afghanistan.
Anfragen sind zu richten an: Otmar Steinbicker, Tel. 0241/8944331, email: steinbicker@aixpaix.de
Aktuelle Beiträge Steinbickers zu Themen wie Bundeswehrreform und Afghanistan
Die Bundeswehr hält Vorträge an Schulen. Otmar Steinbicker, der Gründer des Aachener Friedensmagazins, hatte die Idee, dass auch die Friedensbewegung Möglichkeiten haben soll um ihre Ideen an Schule zu verbreiten. Über diese Idee, die Schwäche der Friedensbewegung und Pazifismus im Kapitalismus sprachen wir mit ihm.
Die Freiheitsliebe: Herr Steinbicker, Sie hatten die Idee die Positionen der Friedensbewegungen in die Schulen zu bringen. Wodurch entstand diese Idee?
Steinbicker: Es gibt dafür zwei Aspekte. Der eine ist, dass die Bundeswehr leider immer noch an Schulen auftreten darf. Offiziell ist ihr zwar Werbung untersagt, aber de facto dienen diese Auftritte der Werbung für die Bundeswehr. Dem muss Friedensbewegung entgegentreten. Sie kann und soll das Verbot solcher Bundeswehrauftritte fordern. Wenn aber Bundeswehrauftritte in Schulen gestattet werden, darf Friedensbewegung meines Erachtens die Schülerinnen und Schüler nicht mit der Bundeswehr allein lassen.
Das vollständige Interview
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Otmar Steinbicker