Afghanistan

UN welcomes Afghan legislation criminalizing recruitment of children into security forces

KABUL, 5 November 2014 – Senior United Nations officials in Afghanistan welcomed the passing of legislation earlier this week by the Afghan Lower House of Parliament to criminalize underage recruitment in the Afghan National Security Forces as a significant step forward in protecting the rights of Afghan children.

“The United Nations welcomes the Lower House’s decision to pass legislation criminalizing the recruitment of child soldiers in the Afghan National Security Forces,” said Ján Kubiš, the UN Secretary-General’s Special Representative for Afghanistan and head of the UN Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA).

Der vollständige Beitrag

Naqibullah Shorish

Der IS ist eine Riesengefahr für alle islamischen Staaten

04.11.2014

Foto: Krömer

Der IS ist nicht nur eine Gefahr für die USA und Europa, er ist eine Riesengefahr für alle islamischen Staaten, insbesondere für die Staaten, in denen Marionettenregierungen mit Gewalt ihre unislamischen Gesetze zu Lasten der Bevölkerung durchsetzen.

Die islamische Welt wird heute vor allem von zwei Begriffen geprägt. Zum einen „Takfir“ (Ungläubiger). Es ist Sympathisanten des IS gelungen, viele Menschen als gläubig und ungläubig abzustempeln und somit, und da kommen wir schon zum zweiten Begriff „Tafgier“ (Explosion), die Bevölkerung zum Aufstand zu bewegen. Nach dem Aufruf zum Aufstand, vermehrten sich ihre Anhänger sehr schnell. Vor allem junge Menschen in den jeweiligen Ländern, wurden vom Ausland bei dem Aufstand unterstützt.

Es gibt Beweggründe für die Jugend, zur Gewalt zu greifen, vor allem in Ländern, in denen die Regierungen gegen den Willen der Bevölkerung mit Gewalt ihre eigenen Gesetze durchsetzen. Dort wurde den Menschen nie ein Mittelweg zur Lösung von Problemen gezeigt. 

Es ist aber auch wichtig zu wissen, dass Gruppierungen die zur Gewalt tendieren, von zahlreichen arabischen Staaten unterstützt wurden. Diese haben ihnen den Namen „Salafisten“ gegeben, obwohl diese Gruppierungen nichts mit den historischen „Salafisten“ zu tun haben.

Der vollständige Beitrag

Interview mit dem afghanischen Stammesführer Naqibullah Shorish

Die Gefahr eines Bürgerkrieges ist sehr groß, aber noch ist diese Eskalation des Krieges vermeidbar

Naqibullah Shorish (l.) im Gespräch mit Otmar Steinbicker. Foto: Beate Knappe

02.10.2014 – Mit Aschraf Ghani Ahmadsai hat Afghanistan seit wenigen Tagen einen neuen Präsidenten. aixpaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker sprach mit Naqibullah Shorish über die neue Situation, die Gefahren und möglichen Chancen für Afghanistan.

Naqibullah Shorish ist der nationale Stammesführer der Kharoti, des größten Stammes in Afghanistan. Shorish repräsentiert rund drei Millionen Stammesangehörige, circa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung Afghanistans. Shorish gehörte 2008 zu den Initiatoren der Nationalen Friedensjirga Afghanistans und realisierte 2009/2010 gemeinsam mit Otmar Steinbicker einen geheimen Gesprächskanal zwischen dem ISAF-Oberkommando und der Talibanführung.

aixpaix.de: Nach langem Tauziehen wurde Aschraf Ghani Ahmadsai vor wenigen Tagen als neuer Präsident Afghanistans vereidigt. Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage?

Naqibullah Shorish: Wir haben jetzt in Afghanistan eine merkwürdige Situation. Nach der Wahl stellen der Gewinner Ghani und der Verlierer Abdullah Abdullah gemeinsam die Regierung mit den gleichen Ansprüchen und den gleichen Rechten. Viele Afghanen verstehen jetzt nicht, warum dann die Wahl überhaupt stattgefunden hat, wofür so viele Frauen und Männer mit ihrer Wahlbeteiligung ihr Leben riskiert, ihre Finger verloren haben oder getötet wurden. Da hätten die beiden doch gleich ohne Wahl gemeinsam die Regierung bilden können.

Die Mehrheit der Afghanen wollte durch ihre Teilnahme an der Wahl den korrupten Elementen in der Regierung, den Kriegsverbrechern und Drogenschmugglern die rote Karte zeigen und sie friedlich nach Hause schicken. Jetzt gibt es auf Druck der USA eine gemeinsame Regierung der Gewählten und der Abgewählten.

Der vollständige Beitrag

Otmar Steinbicker

Afghanistan: Was kommt nach dem Abzug der NATO-Kampftruppen?

Friedensforum, 2/2014

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Eine der spannendsten Fragen dieses Jahres wird derzeit aus unterschiedlichen Perspektiven unterschiedlich beantwortet. Wer sich an Prognosen wagt, sollte nach Interessen, Zielen und Handlungsoptionen der unterschiedlichen Akteure fragen.

Was die USA und die NATO in Afghanistan wollten und wollen, ist nicht so eindeutig, wie es manchmal vermutet wird. Begründet wurde der Kriegseinsatz ursprünglich mit dem Kampf gegen Al Kaida. Wenn diese Begründung ernst gemeint gewesen wäre, hätte der Krieg nach wenigen Wochen siegreich beendet werden können.

Bei Vermutungen über tiefer liegende Motivationen taucht nicht selten das Thema Rohstoffe auf – sei es bezogen auf afghanische Rohstoffreserven oder auf Pipelines für den Transit ausländischen Gases. Sicherlich lassen sich eine Reihe Belege für Interessen in diese Richtung finden. Es gab aber keinerlei Ansätze zum Pipelinebau und außerhalb einer von China betriebenen Kupfermine auch keine Ansätze für den Abbau von Bodenschätzen.

Diese Frage ist insofern nicht unwichtig, als damit die Frage nach konkreten Perspektiven verbunden ist. Wenn es ein ernsthaftes Interesse an Bodenschätzen gäbe, dann müsste das Konsequenzen haben. Für Prospektierung, Abbau und Transport von Bodenschätzen ist ein Minimum an Sicherheit erforderlich, das derzeit nicht im Lande gegeben ist. Wenn sich diese Sicherheit nicht durch eine Niederschlagung des Aufstandes erzielen lässt, dann müsste es Interesse an einer Verhandlungslösung geben, um so zu Sicherheit und damit an die begehrten Rohstoffe zu kommen. Die Taliban hatten in den letzten Jahren über verlässliche Kanäle Signale an die US-Regierung und Regierungen der NATO-Staaten gesendet, dass sie sich Verträge über den Rohstoffabbau mit US-amerikanischen und europäischen Firmen vorstellen können und an Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung interessiert seien. Eine Antwort auf diese Signale gab es nicht.

Der vollständige Beitrag

Komitee für Grundrechte und Demokratie

Kunduz-Entscheidung des Landgerichts Bonn: Schwere Niederlage für das Völkerrecht

11.12.2013 – Das Landgericht Bonn hat am 11. Dezember 2013 die Klage von Opfern des Bombenabwurfes bei Kunduz abgewiesen. Oberst Klein hatte am 4. September 2009 befohlen, zwei auf einer Sandbank festgefahrene Tanklaster und die umstehenden Menschen durch Bombenabwürfe zu vernichten. Etwa 140 Menschen, vorwiegend Zivilisten, kamen in den Flammen um.

Das Gericht hatte mit einer konkreten Beweisaufnahme zunächst Hoffnungen geweckt, dass das Völkerrecht zur Geltung kommen könnte. Eine vom Gericht vorgeschlagene Einigung zwischen Klägern und der beklagten Bundesregierung hatten die Regierungsvertreter abgelehnt mit dem Ziel, Rechtsklarheit herzustellen. Nun hat die Regierung ihr Recht nach dem Motto Recht ist, was den Waffen nützt (Helmut Kramer/Wolfram Wette). So reihte der Richter sein Urteil auch in die Geschichte der Entscheidungen von Distomo und Varvarin ein. Deutsche Soldaten sollen auch künftig ohne Angst vor Strafe bombardieren dürfen.

Der vollständige Beitrag

Otmar Steinbicker

Afghanistan vor dem Abzug der NATO-Kampftruppen 2014: Gibt es noch eine Chance zum Frieden oder droht eine neue Runde eines Bürgerkrieges?

30.11.2013

Otmar Steinbicker, Foto: Beate Knappe

Wenn, wie angekündigt, Ende 2014 die Kampftruppen der NATO-Staaten, aus Afghanistan abgezogen werden, was wird dann aus dem Land? Bekommt es eine Chance zum Frieden oder wird es im Chaos einer erneuten Runde eines Bürgerkrieges versinken? Eine Prognose ist derzeit nicht einfach zu stellen. Derzeit schwanken die Angaben über Zahl und Ausrüstung der verbleibenden NATO-Truppen, hin und wieder ist gar von einem Totalabzug die Rede. Auch wenn es dazu nicht kommt, darf man doch annehmen, dass der NATO mit weniger Truppen nicht gelingen wird, was mit erheblich mehr Truppen nicht gelang. Wer sich tiefer mit der Problematik des Konflikts befasst, wird nicht nur auf die militärischen Aspekte schauen, sondern sich fragen, worin der Konflikt im Kern besteht und in welche Richtungen Lösungsmöglichkeiten vorstellbar sind.

Wenn man bis zum Zeitpunkt des bewaffneten Aufstands 1978 zurückschaut, kann man drei Prozesse erkennen, die teils wenig, teils gar nichts miteinander zu tun hatten und doch gemeinsam wesentlich die Dramatik des Konfliktes und die unterschiedlichen Phasen von Krieg und Bürgerkrieg prägten.

Der vollständige Beitrag

Interview mit dem afghanischen Stammesführer Naqibullah Shorish

Eine Friedenslösung für Afghanistan ist immer noch möglich, aber die Uhr tickt

Otmar Steinbicker (l.) und Naqibullah Shorish in Aachen. Foto: Harald Krömer

12.06.2013 – Das Jahr 2014 mit dem angekündigten Abzug der NATO-Kampftruppen naht mit Riesenschritten. Gibt es noch eine Chance für den Frieden oder wird Afghanistan im Bürgerkrieg versinken? aixpaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker führte mit Naqibullah Shorish, dem wichtigsten Stammesführer Afghanistans, ein langes Gespräch über die aktuelle Situation, über Geheimgespräche mit den Taliban im Jahr 2010 und über verbleibende Chancen.

aixpaix.de: Die NATO hat für 2014 den Abzug zumindest des Großteils ihrer Kampftruppen in Aussicht gestellt. Sind Sie froh und erleichtert?

Naqibullah Shorish: Nein, überhaupt nicht! Der mehr als zehnjährige Krieg der NATO in Afghanistan hat für unser Land eine Menge Probleme mit sich gebracht. Diese sind seit Jahren bekannt und es gibt seit jeher viele offene Fragen, wie dieser Krieg enden wird und wie Afghanistan danach aussehen wird. All diese Probleme stehen ungelöst im Raum. Die NATO hat sie seit Jahren vor sich hergeschoben. Sie stehen jetzt vor dem angekündigten Abzug genau so offen im Raum wie seit Jahren zuvor.

aixpaix.de: Fürchten Sie einen Bürgerkrieg nach dem Abzug der NATO-Truppen?

Naqibullah Shorish: Die Afghanen sind nach fast 35 Jahren Krieg absolut kriegsmüde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Afghane in dieser Situation Interesse an einer Weiterführung des Krieges oder an einem neuen Krieg mit anderen Frontkonstellationen hätte. Aber das beantwortet die Frage nicht vollständig, ob es zu einem Bürgerkrieg kommt oder nicht.

Der vollständige Beitrag

Dr. Matin Baraki

Elf Jahre Krieg und Besatzung in Afghanistan

13. Oktober 2012

Dr. Matin Baraki

Die Anschläge des 11. September 2001 wurden zum Anlass des Krieges gegen Afghanistan, obwohl dieser lange vorher geplant war. Wie die Washington Post am 19. Dezember 2000 berichtete, hatte die Clinton-Administration schon neun Monate vorher einen Krieg am Hindukusch in Erwägung gezogen. Hierüber gab es Konsultationen mit den Regierungen Russlands und Usbekistans. Da die usbekische Regierung sich weigerte, ihr Territorium für eine US-Aggression gegen Afghanistan zur Verfügung zu stellen (1), musste der Krieg zunächst verschoben werden. (2) Auch der ehemalige Außenminister Pakistans Naiz Naik bestätigte, dass der Krieg gegen Afghanistan vor dem 11. September beschlossen worden war, denn im Juli 2001 war seine Regierung seitens der USA darüber informiert worden. (3) Ende September 2006 brüstete sich auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton damit, einen Krieg gegen Afghanistan geplant zu haben. (4) Sowohl dieser Krieg als auch der gegen Irak waren Bestandteil der Greater Middle East Initiative der Neokonservativen. (5)

Der vollständige Beitrag

Vorstellung in Aachen

Historische Erklärung afghanischer Stammesführer

11.10.2012 – Erstmals in der Geschichte Afghanistans haben sich wichtige Stammesführer verschiedener Provinzen, Ethnien und Glaubensrichtungen, Paschtunen wie Hazara, gemeinsam mit einem Appell für eine Friedenslösung und für Respekt vor dem Selbstbestimmungsrecht des afghanischen Volkes an die westliche Öffentlichkeit gewandt.

Mit ihrer historischen Erklärung wenden sich die afghanischen Stammesführer an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Afghanistan-Konferenz der Friedensbewegung, die am Wochenende in Bonn stattfinden wird.

Die Erklärung wird von folgenden Stämmen (Paschtunen und Hazara) gemeinsam getragen:

Naqibullah Shorish, Nationaler Stammesführer der Kharoti (Dieser größte Stamm Afghanistans umfasst mehr als 3 Millionen Menschen, rund 10 % der Bevölkerung des Landes)

Rat des Stammes der Sulimankhel (Gesamt Afghanistan, zweitgrößter Stamm Afghanistans)

Rat Khoja Mohammad (Provinz Ghazni)

Rat Ahali Tashuhg (Provinz Helmand - schiitisch geprägt)

Rat der Stämme der Provinz Paktia

Rat der Schiiten der Provinz Logar

Die Erklärung im Wortlaut

Pressebericht "Saarbrücker Zeitung"

Jürgen Heiducoff

Warum die NATO den Krieg am Hindukusch verloren hat

05.10.2012

Kein ernst zu nehmender Analyst stellt die Frage, ob dieser Krieg der NATO verloren ist. Vielmehr geht es um die Frage, warum dieser Krieg verloren gehen musste.

Die Truppen der NATO – weder schlecht ausgerüstet, noch ausgebildet, hoch motiviert und in guter physischer Kondition – scheiterten und organisieren ihren Rückzug, obwohl sie über moderne Waffensysteme verfügen, denen die Aufständischen nichts entgegenzusetzen haben.

Dies ist auf eine verfehlte Afghanistanpolitik zurückzuführen. Wie kam es dazu? Politiker, Parlamentarier und Militärs der NATO-Staaten begegnen während ihrer zahlreichen Besuche zur Lagefeststellung in Afghanistan fast ausschließlich Gesprächs- und Verhandlungspartnern, die nicht die Stammesgesellschaft repräsentieren. Daraus resultiert ein realitätsfremdes Lagebild. Dies wird durch die meist schöngefärbten Berichte der verantwortlichen Diplomaten und Militärs weiter verfälscht. Die auf dieser Grundlage entstehenden politischen Entschlüsse und Vorgaben können nicht zielführend sein. Vor allem die Ansätze, die politischen Ziele auch mit militärischer Gewalt zu implementieren, erwiesen sich als völlig ungeeignet. Ein Krieg zur Durchsetzung einer Politik der Umgestaltung einer dazu nicht reifen Gesellschaft muss verloren gehen. Die Militärs werden nicht durchsetzen können, was die Mehrheit der Menschen weder versteht, noch will.

Der vollständige Beitrag

Das Verhältnis der Paschtunen und anderer Ethnien zu der Regierung von Karzai

Das verkannte Volk

24.09.2012 – Während die internationalen Medien schweigen, scheint der Krieg in Afghanistan immer mehr an Intensität zu gewinnen. Täglich berichten die afghanischen Medien von landesweiten Angriffen der Aufständischen. Und die Taliban selbst erklärten jüngst ihre diesjährige Frühjahrsoffensive mit dem (Codename FARUQ) zur erfolgreichsten Offensive seit Beginn des Aufstands im Jahre 2003. Die Berichte von Augenzeugen aus den jeweiligen Distrikten scheinen diese Aussage der Aufständischen zu bestätigen.

Die Machtlosigkeit der Nato gegenüber den Taliban einerseits sowie einer korrupten Karzai-Regierung anderseits scheint sich auch auf das Verhältnis der Afghanen zur Nato auszuwirken. Sie glauben nicht an die Versprechungen, dass der Westen sie auch nach dem Truppenabzug 2014 unterstützen wird.

Der vollständige Beitrag

TV-Interview im Belgischen Fernsehen

Treffpunkt: Afghanistan verstehen

Zu Gast am 10. September: Naqibullah Shorish und Otmar Steinbicker

Afghanistan ist für unsere westliche Gesellschaft ein schwieriges Terrain. Die Lösungen, die die Amerikaner und ihre Verbündeten für das Land am Hindukusch wollen, scheinen nicht zum gewünschten Erfolg zu führen.

Dies liegt wohl auch daran, dass die Bürger des Landes in verschiedene Stämme unterteilt sind und dass viele Dinge politisch auf Ebene dieser Stämme geregelt werden.

Naqibullah Shorish ist der Stammesführer der Kharoti und repräsentiert so etwa drei Millionen Menschen. Er erklärt im Treffpunkt, dass das Land eine andere Tradition hat und dass das westliche System nicht einfach dort angewandt werden kann. Es gibt einfach einen anderen kulturellen Hintergrund.

Zusammen mit seinem Freund und Berater, dem Aachener Journalisten Otmar Steinbicker, erhalten wir außerdem einen Einblick in den Shorish-Plan: Den Friedensplan, den Herr Shorish diskutieren und vorantreiben möchte.

Das vollständige Interview

Interview mit dem afghanischen Stammesführer Naqibullah Shorish

Die Taliban sind zu Gesprächen mit USA und Europäern bereit

Otmar Steinbicker (l.) und Naqibullah Shorish in Aachen. Foto: Harald Krömer

07.08.2012 – In den letzten Wochen und Monaten gab es in der internationalen Presse sehr widersprüchliche Meldungen über die Frage: Wie verhandlungsbereit sind die Taliban? Mit wem wollen sie reden, mit wem nicht?

aixpaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker sprach über die zentralen Fragen einer Friedenslösung für Afghanistan mit Naqibullah Shorish, dem wichtigsten Stammesführer Afghanistans. Shorish unterhält Kontakte zu allen Seiten, auch zur Taliban-Führung. Sie hat ihn als neutralen Vermittler akzeptiert. Er repräsentiert als nationaler Stammesführer der Kharoti mehr als 3 Millionen Afghanen.

aixpaix.de: Gibt es noch Chancen für eine Friedenslösung? Offensichtlich sind Gespräche zwischen Taliban und USA im vergangenen Jahr gescheitert. Die Taliban erklärten, die Gespräche seien definitiv abgebrochen.

Naqibullah Shorish: Es gab im vergangenen Jahr Gespräche zwischen Taliban und USA unter deutscher Vermittlung in Katar. Bei diesen Gesprächen ging es ausschließlich um einen Gefangenenaustausch. Die Taliban halten seit Jahren den US-Soldaten Bowe Bergdahl gefangen und sie wollten ihn austauschen gegen ehemalige Taliban-Führer, die in Guantanamo gefangen gehalten werden. Die US-Unterhändler hatten in den Katar-Gesprächen deren Freilassung zugesichert, doch der US-Senat hat die Freilassung nicht genehmigt. Darüber sind die Taliban verärgert. Ich kann das verstehen. Wenn in solchen Gesprächen Zusagen gemacht werden, dann müssen die auch eingehalten werden, ansonsten kann kein Vertrauen entstehen. Das Scheitern dieser Gespräche ist insofern besonders problematisch, weil es sich hier um einen Test für eine Aufnahme von Friedensgesprächen handelte. Ein erfolgreicher gegenseitiger Gefangenenaustausch wäre ein Startsignal für ernsthafte Gespräche über eine Friedenslösung gewesen. Solche Gespräche wären dann auf einer anderen Ebene geführt worden.

Der vollständige Beitrag

Zusammenarbeit der Bundeswehr und der ISAF mit irregulären Milizen in Afghanistan

Afghanischer Stammesführer: Ein Frieden mit den Taliban ist möglich

Naqibullah Shorish (links)

13.02.2012 – Die Zusammenarbeit der Bundeswehr und der ISAF mit irregulären Milizen in Afghanistan gerät in den Focus der Öffentlichkeit. Auf drei Seiten berichtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 12. Februar 2012 zu diesem Thema.

aixpaix.de fragte Naqibullah Shorish, den nationalen Stammesführer des größten afghanischen Stammes der Kharoti nach den Gefahren der irregulären Milizen und nach notwendigen Konsequenzen für einen Friedensprozess. Shorish unterhält Kontakte zu allen Konfliktparteien, auch zur Taliban-Führung um Mullah Omar.

Der vollständige Beitrag

Belgisches Fernsehen

Treffpunkt mit Afghanistan-Experte Otmar Steinbicker

06.12.2011 - Zeitgleich zur Afghanistan-Konferenz in Bonn besprechen wir das Thema in unserer Sendung. Der Aachener Journalist Otmar Steinbicker, auch Friedensaktivist, ist ausgewiesener Afghanistan-Experte.

Vor kurzem war Steinbicker Begleiter von Naqibullah Shorish, Stammesführer der Kharoti in Afghanistan und Entsandter, der von den Taliban autorisiert ist, mit westlichen Mächten zu verhandeln. Shorish, der in Deutschland im Exil lebte, hat Otmar Steinbicker vor zirka dreieinhalb Jahren kennengelernt.

Wir fragen Otmar Steinbicker, mit wem denn genau Herr Shorish bei seinem Besuch in Deutschland vor einigen Wochen gesprochen hat.

TV-Sendung "Belgisches Fernsehen"

Tagung „Friedenspläne für Afghanistan“

„Shorish-Plan“ kann Afghanistan den Frieden bringen

Otmar Steinbicker (l.) und Naqibullah Shorish in Aachen. Foto: Harald Krömer

22.10.2011 - Im Rahmen der Tagung „Friedenspläne für Afghanistan“ der Heinrich-Böll-Stiftung stellte aixpaix-Herausgeber Otmar Steinbicker in Bonn den „Shorish-Plan“ vor. Der Plan von Naqibullah Shorish, dem wichtigsten Stammesführer Afghanistans, der über drei Millionen Menschen repräsentiert, ist der derzeitig einzige international von den unterschiedlichen Seiten diskutierte Friedensplan. Die Taliban-Führung um Mullah Omar hat den „Shorish-Plan“ im Grundsatz, nicht in allen Details, akzeptiert.

„Wichtiger als die Zustimmung aller Konfliktparteien zu allen Punkten dieses Plans ist es, eine Dynamik für Gespräche und schließlich für Verhandlungen zu entwickeln“, erklärte Steinbicker in der Tagung. Der Journalist Andreas Zumach sprach sich in der abschließenden Podiumsdiskussion vehement dafür aus, den Shorish-Plan bekannt zu machen und zu unterstützen.

Zur Bedeutung des Shorish-Plans

Wortlaut des Shorish-Plans

Interview mit Naqibullah Shorish

Otmar Steinbicker

Wie wird sich Afghanistan nach dem Abzug der internationalen Truppen 2014 entwickeln?

Input-Referat auf der Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung, Bonn, 22.10.2011

Otmar Steinbicker, aixpaix.de

1. Bis Ende 2014 sollen die internationalen Truppen, deren Stärke derzeit bei 150.000 Soldaten liegt, internationalen Truppen drastisch reduziert und die Kampftruppen vollständig abgezogen werden.

Der Westen lässt bislang kein ernsthaftes Konzept für Afghanistan nach 2014 erkennen. Bislang dreht sich die Debatte praktisch ausschließlich um die Stärkung der afghanischen Armee und Polizei für die Zeit nach dem Abzug der internationalen Truppen.

Der vollständige Beitrag

Otmar Steinbicker (l.) und Naqibullah Shorish in Aachen. Foto: Harald Krömer

Belgischer Rundfunk BRF

"Thema am Abend": Der Shorish-Plan für Afghanistan

11.10.2011 – Naqibullah Shorish, der Stammesführer des größten Stammes in Afghanistan hat einen Friedensplan vorgelegt, dem auch die Taliban in seinen Grundzügen zustimmen. Für den Belgischen Rundfunk BRF das "Thema am Abend" in seinem deutschsprachigen Programm.

In einem 15-Minuten-Interview erläutern Naqibullah Shorish und aixpaix-Herausgeber Otmar Steinbicker, diesen Friedensplan und ihre gemeinsamen Bemühungen für eine politische Verhandlungslösung, um den Krieg in Afghanistan zu beenden.

Podcast "Belgischer Rundfunk BRF"
Pressebericht "Belgischer Rundfunk BRF"

Afghanistan

Stammesführer mit Friedensauftrag

Erstmals in seiner Geschichte wählt der Kharoti-Stamm einen nationalen Stammesführer

Naqibullah Shorish (links)

02.04.2011 - Mit dem deutlichen Auftrag, einen Friedensprozess in Afghanistan in Gang zu setzen, hat der größte Stamm Afghanistans, der Stamm der Kharoti, am Samstag Naqibullah Shorish zum landesweiten Stammesführer gewählt.

Damit wurde erstmals in der Geschichte dieses Stammes ein landesweiter Stammesführer gewählt. Zuvor gab es in diesem Stamm nur gleichberechtigte regionale Stammesführer. Die Wahl von Naqibullah Shorish ist zugleich eine deutliche Absage an den Warlord Gulbuddin Hekmatyar, der ebenfalls dem Kharoti-Stamm angehört und der die Wahl von Shorish zu verhindern suchte. Zu den Gratulanten, die sich neue Impulse von der Wahl Shorish erhoffen, zählt auch der frühere UNO-Gesandte in Afghanistan, Kai Eide.

Der vollständige Beitrag

Bund für Soziale Verteidigung (BSV)

Mehr Fantasie für den Frieden – Verhandlungen jetzt

25.01.2011 - „Bundesregierung und NATO müssen sich jetzt entscheiden, ob sie an der Vorbereitung eines Friedensprozesses in und um Afghanistan mitwirken oder weiterhin den Bürgerkrieg vorbereiten wollen.“

Mit dieser Forderung zum Umdenken endet das neue Infoblatt des Bundes für Soziale Verteidigung (BSV). Auf vier Seiten stellt Otmar Steinbicker knapp und verständlich die Chancen für Friedensverhandlungen in Afghanistan vor und widerlegt die Mär von den verhandlungsunfähigen Taliban.

Wenn heute Soldaten der Bundeswehr und Afghanen in der Region Kundus sterben liegt dies auch daran, dass die NATO den nach der Bombardierung des Tanklasters einseitigen Waffenstillstand der Taliban platzen und den lokalen Taliban Kommandeur Kari Bashir töten ließ. Dank wikileaks ist heute bekannt, dass auch die Bundeswehr dafür Mitverantwortung trug, ließ sie doch Bashir während der Verhandlungen auf die NATO-Fahndungsliste setzen. Bis heute gibt es keine ernsthaften Initiativen für Friedensverhandlungen durch die NATO.

„Anstelle einen Friedensprozess zu starten, wollen NATO und Bundesregierung die korrupte Karsai Regierung den Bürgerkrieg alleine führen lassen.“ erklärte daher der BSV-Geschäftsführer Björn Kunter bei der Vorstellung des Infoblattes: „Auch bei der diesjährigen Mandatsverlängerung legt die Bundesregierung weder eine zivile Strategie für Afghanistan vor, noch fordert sie irgendwelche Friedensimpulse der NATO. Es fehlt der Bundesregierung auch weiterhin die von Margot Käßmann eingeforderte Fantasie für den Frieden“

mehr

Das Infoblatt zum Download

Afghanistan

Taliban geben Widerstand gegen Mädchenschulen auf

Mädchenschule in Afghanistan. Foto: UNAMA

14.01.2011 - Die Taliban haben ihre Opposition gegen Mädchenschulen aufgegeben. Das bestätigte der afghanische Bildungsminister Farooq Wardak bei einem Besuch in Großbritannien, wie britische Medien, darunter die BBC, berichten.

Wie Wardak erläuterte, bedeute es eine kulturelle Veränderung, dass die Taliban nichts mehr gegen die Ausbildung von Mädchen einwenden. Das habe er von der höchsten Taliban-Führung gehört. Unter dem Taliban-Regime vor 2001 war Frauen in Afghanistan nicht erlaubt, zu arbeiten oder eine Ausbildung zu bekommen.

mehr

Kai Eide, ehemaliger UN-Gesandter in Afghanistan

Es ist an der Zeit, die Taliban zu testen – und zwar auf eine andere Weise

Kai Eide. Foto: UNAMA

Die Entscheidung der Obama-Regierung, an der augenblicklichen Strategie festzuhalten, kam nicht unerwartet. Dennoch war sie eine Enttäuschung für viele, die persönliche Erfahrungen in Afghanistan haben. Es ist an der Zeit, die schwerwiegenden Fehler der jetzigen US-geführten Strategie in Afghanistan zu erkennen. Die jetzige Strategie der Aufstandsbekämpfung funktioniert nicht im Kontext Afghanistan. Die „clear – hold – build“ Strategie, also „Säubern – Halten – Aufbauen“, ist, wie voraussehbar, eine „clear and again clear“ Übung geworden („Säubern und immer wieder Säubern). Als die Offensive in dem kleinen Gebiet Marja im Februar 2010 gestartet wurde, hieß es, in drei Monaten werde man feststellen können, ob die Offensive erfolgreich gewesen sei. Nun sind fast elf Monate vergangen, und es ist vollkommen klar, die Offensive war nicht erfolgreich. Die zur Zeit laufenden Operationen in Kandahar mögen in begrenzten Gebieten für kurze Zeit für Stabilität sorgen. Jedoch werden sie das Gesamtbild nicht ändern.

Den vollständigen Beitrag von Kai Eide für aixpaix.de, die Aachener Nachrichten und den Tagesspiegel lesen Sie hier

Tötungseinsätze in Afghanistan

Bundeswehr setzte Waffenstillstands-Befürworter auf Taliban-Jagdliste

Von der Bundeswehr auf die Jagd-Liste gesetzt: Taliban-Führer Mullah Qari Baschir

31-07-2010 - Die Bundeswehr hat den Taliban-Kommandeur Qari Bashir 2009 mit dem Vermerk auf eine Jagdliste der Nato setzen lassen. Dieser hatte den Vorschlag der deutschen "Kooperation für den Frieden" und der Nationalen Friedens-Jirga Afghanistans für einen regionalen Waffenstillstand für die Region Kunduz unterstützt. Nach dem Tanklaster-Bombardement vom 04.09.2009 verzichtete Qari Bashir auf Racheaktionen und setzte stattdessen über mehrere Wochen einen einseitigen Waffenstillstand inkraft.

Die Annahme dieses Waffenstillstands durch die ISAF hätte mindestens sieben deutschen Soldaten das Leben gerettet.

mehr

Pressebericht "Spiegel-online"

US-Armee setzt in Afghanistan zunehmen auf Tötungseinsätze

Pressebericht (engl.) "New York Times"


World Wide Web aixpaix.de

RSS-Feed abonnieren

Eine Friedenslösung für Afghanistan ist immer noch möglich, aber die Uhr tickt

Interview mit Naqibullah Shorish

Shorish-Plan kann Afghanistan den Frieden bringen

Der Plan von Naqibullah Shorish, dem wichtigsten Stammesführer Afghanistans, der über drei Millionen Menschen repräsentiert, ist der derzeitig einzige international von den unterschiedlichen Seiten diskutierte Friedensplan. Die Taliban-Führung um Mullah Omar hat den „Shorish-Plan“ im Grundsatz, nicht in allen Details, akzeptiert.

Zur Bedeutung des Shorish-Plans

Wortlaut des Shorish-Plans

Dossier: Der Afghanistan-Konflikt

Im Rahmen seiner Reihe Monitoring-Projekt Zivile Konfliktbearbeitung – Gewalt- und Kriegsprävention legte Prof. Dr. Andreas Buro sein Dossier vor.

Download