21.07.2010 - In einem Interview mit BBC Radio 5 bekräftigte der britische Premierminister David Cameron, dass sein Land binnen fünf Jahren seine Kampftruppen aus Afghanistan abziehen wird. "Die Briten sollen verstehen, dass wir nicht in fünf Jahren, 2015, dort noch mit Kampftruppen oder einer großen Truppenzahl bleiben. Es ist wichtig, dem Volk ein Enddatum zu nennen, wo wir nicht mehr weitermachen wie bisher."
"What I have said is, people in Britain should understand we're not going to be there in five years' time, in 2015, with combat troops or large numbers because I think it's important to give people an end date by which we won't be continuing in that way."
Pressebericht (engl.) "BBC"
Gegenwärtig hat Großbritannien rund 10.000 Soldaten in Afghanistan stationiert.
In Großbritannien haben Camerons Äußerungen eine intensive Afghanistan-Debatte ausgelöst.
Pressebericht (engl.) "BBC"
Pressebericht (engl.) "The Indipendent"
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will dagegen kein Enddatum für den Afghanistan-Abzug setzen. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung betonte er, dass dafür „sehr klare und sehr harte Benchmarks“ erfüllt sein müssten. „Ohne solche Bedingungen kann’s nicht laufen, ein Abzug darf kein Selbstzweck sein, sondern er muss an das klare Erreichen von Zielen geknüpft sein“ Das Ziel in Afghanistan könne heute nicht mehr die Einrichtung einer Westminsterdemokratie sein. „Wir müssen ein Mindestmaß an Stabilität herstellen. Wenn das erreicht ist, kann man mit einem Abzug beginnen, aber man sollte keine Enddaten für einen Abzug setzen, das wäre verheerend und dumm.“
Pressebericht "Neue Osnabrücker Zeitung"
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