Guardian

USA erwägen offenbar Verhandlungen mit Taliban

20.07.2010 - Wie die britische Zeitung Guardian berichtet, hat sich die Haltung der US-Regierung gegenüber Gesprächen mit den Taliban verändert. Offiziell gebe es zwar noch Widerstand gegen die Idee - doch hinter den Kulissen zeichne sich eine Veränderung ab. "Es gibt keine militärische Lösung. Das bedeutet, man muss etwas anderes finden", erklärte ein namentlich nicht genannter US-Regierungsbeamter der Zeitung. Und das "andere" seien Gespräche mit Taliban-Führern - auch über die Machtverteilung im zukünftigen Afghanistan.

Wie der Guardian schreibt, wird in Washington deshalb offenbar erwogen, nicht nur Karsai bei solchen Verhandlungen zu ermutigen, sondern unter größter Geheimhaltung und über Kanäle etwa in Pakistan oder Saudi-Arabien mit dem Gegner zu verhandeln. Die Motivation für den Strategiewechsel ist leicht zu verstehen. In der amerikanischen Bevölkerung schwindet die Unterstützung für den Kampf in Afghanistan. Auch hatte US-Präsident Obama im Wahlkampf versprochen, er wollte auch mit Amerikas Feinden reden.

Völlig unklar ist allerdings noch, auf wen sich die Bereitschaft zum Gespräch beziehen könnte. Während Afghanistans Präsident Karsai offenbar niemanden von Verhandlungen ausschließen will, dürfte es den USA schwerfallen, sich zu Gesprächen mit dem Taliban-Führer Mullah Omar zu überwinden. Auch Gespräche mit den wichtigsten Führern der Aufständischen wie Gulbuddin Hekmatyar und Sirajuddin Haqqani dürften den Amerikanern schwerfallen.

Den Pressebericht im "Guardian" lesen Sie in englischer Sprache hier


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