"Stoppt den Krieg in Afghanistan – Perspektiven für Frieden und Entwicklung"

Friedensbewegung und entwicklungspolitische Organisationen wollen zum Thema Afghanistan zusammenarbeiten

20.02.2011 - Die Bereitschaft, sich mit den Problemen in Afghanistan kritisch auseinanderzusetzen, kennzeichnete am Wochenende die Fachtagung "Stoppt den Krieg in Afghanistan – Perspektiven für Frieden und Entwicklung". Eingeladen hatten der Bundesausschuss Friedensratschlag, die Kooperation für den Frieden, die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung und der Verband Entwicklungshilfepolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.. Es war die erste Tagung dieser Art, die Friedensbewegung und entwicklungspolitische Organisationen gemeinsam veranstalteten.

Natürlich kam in den verschiedenen Referaten und Diskussionsbeiträgen auch die unterschiedlichen Blickwinkel dieser unterschiedlichen Veranstalter zur Sprache. Da gab es auch gegenseitige Kritik. Doch es überwog in einem weitaus größeren Maße, als es die Veranstalter zu prophezeien gewagt hätten, die Suche nach Gemeinsamkeiten. Vor allem die Forderung nach einem Waffenstillstand und die Suche nach Perspektiven für eine Verhandlungslösung vereinte die Diskutanten. Stand am Samstag vor allem die Diskussion untereinander im Vordergrund, so erbrachten vor allem Plenum und Arbeitsgruppen am Sonntag starke Impulse für gemeinsame Perspektiven.

"Wir wollen uns einbringen, so dass es Wirkung zeigt“, formulierte Thomas Gebauer von medico international das gemeinsame Ziel. Dabei gehe es um die Stärkung der Zivilgesellschaft in Afghanistan, um eine eigenständige Entwicklung mit zu befördern. Als Aufgabe formulierte er es, "zu einem Plan zu gelangen wie es in Afghanistan weitergehen soll“.

Gemeinsamkeit bei allen Beteiligten bestand sowohl hinsichtlich des Wunsches nach Fortführung der Diskussion als auch im Hinblick auf abgestimmte und gemeinsame Aktionen anlässlich der von der Bundesregierung im November geplanten Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg.

Anerkennung fand neben zahlreichen weiteren Referenten auch aixpaix-Herausgeber Otmar Steinbicker, der in einer Arbeitsgruppe „Verhandeln mit allen Konfliktparteien“ den Stand der bisherigen Bemühungen der Kooperation für den Frieden und der Nationalen Friedens-Jirga Afghanistans für einen Waffenstillstand und für eine Verhandlungslösung vortrug. Ein vierseitiges Informationsblatt des Bundes Soziale Verteidigung (BSV), in dem er ausführlicher als im Vortrag dazu Bilanz zog und Perspektiven eröffnete, fand viele Abnehmer.

In einer parallelen Arbeitsgruppe zum gleichen Thema erläuterte aixpaix-Autor Andreas Buro Gedanken und Schlussfolgerungen seines Afghanistan-Dossiers, in dem diese Aspekte ebenfalls eine zentrale Rolle einnehmen.

Dokumentation


Weitere Berichte aus Afghanistan


World Wide Web aixpaix.de

RSS-Feed abonieren

Die deutschen Toten
Dossier: Der Afghanistan-Konflikt

Im Rahmen seiner Reihe "Monitoring-Projekt Zivile Konfliktbearbeitung - Gewalt- und Kriegsprävention legte Prof. Dr. Andreas Buro sein Dossier vor.

Download

„Shorish-Plan“ kann Afghanistan den Frieden bringen

Der Plan von Naqibullah Shorish, dem wichtigsten Stammesführer Afghanistans, der über drei Millionen Menschen repräsentiert, ist der derzeitig einzige international von den unterschiedlichen Seiten diskutierte Friedensplan. Die Taliban-Führung um Mullah Omar hat den „Shorish-Plan“ im Grundsatz, nicht in allen Details, akzeptiert.

Zur Bedeutung des Shorish-Plans

Wortlaut des Shorish-Plans

Interview mit Naqibullah Shorish

Bund für Soziale Verteidigung (BSV): Mehr Fantasie für den Frieden – Verhandlungen jetzt

Auf vier Seiten stellt Otmar Steinbicker knapp und verständlich die Chancen für Friedensverhandlungen in Afghanistan vor und widerlegt die Mär von den verhandlungsunfähigen Taliban.

Das Infoblatt zum Download