28-09-2010 - Wie französische Zeitung "Libération" berichtet, hat der Oberkommandierende der US-Truppen in Afghanistan, General David Petraeus, bestätigt, dass die NATO im Kontakt mit Taliban steht. "Das sind erste Schritte. Ich glaube nicht, dass man von Verhandlungen sprechen kann, es handelt sich um die ersten Diskussionen", sagte Petraeus.
Die gegenwärtig schwer durchschaubare Strategie der USA im Hinblick auf Afghanistan machte der Oberkommandierende der US-Truppen in Afghanistan, General David Petraeus, in einer Pressekonferenz in Kabul am Montag deutlich. Fast zeitgleich zur Bekanntgabe einer deutlich abgeschwächten Kandahar-Offensive sprach sich Petraeus erneut für eine Verhandlungslösung mit den Taliban aus.
Wie die "New York Times" berichtet, sieht Petraeus in einem Friedensschluss mit den Taliban die Voraussetzung für den Abzug der internationalen Truppen. Angesichts der Tatsache, dass ein Übereinkommen mit den Aufständischen umstritten ist, seien die USA in einer "delikaten Position", dieses zu unterstützen. Petraeus ließ keinen Zweifel daran, dass es unmöglich sei, gegen die Aufständischen zu siegen und ein Friedensabkommen der einzige Ausweg sei. "Wir unterstützen das, so wie wir es im Irak getan haben, so wie Großbritannien es in Nordirland getan hat", sagte Petraeus: "Auf diese Art beendet man Aufstände."
Experten des Londoner Instituts für Strategische Studien (IISS) hatten erst kürzlich eine Analyse der Entwicklung in Afghanistan veröffentlicht. Die Zukunft liege eindeutig in Verhandlungen zwischen den Beteiligten des Konflikts, heißt es darin. Eine starke Präsenz ausländischer Truppen verstärke hingegen die Befürchtung, dass die Taliban dadurch gestärkt und angeheizt werden könnten.
Pressebericht (franz.) "Libération"
Pressebericht (engl.) "New York Times"
Pressebericht "Spiegel-online"
Pressebericht "FAZ-net"
Pressebericht IISS-Studie
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