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Naqibullah Shorish (links) |
09.01.2012 - Mit klaren Worten hat Naqibullah Shorish, der Nationale Stammesführer der Kharoti, in einer offiziellen Erklärung eine am Montag stattgefundene Konferenz des Aspen-Institute in Berlin verurteilt, die eine Teilung Afghanistans thematisiert.
Der Stamm der Kharoti ist mit über drei Millionen Menschen der größte Stamm Afghanistans. Wörtlich schrieb Naqibullah Shorish aus Kabul:
"Heute findet in Berlin eine Konferenz des Aspen Institute statt, zu der General Abdul Rashid Dostum und andere Politiker und Regierungsvertreter aus ausschließlich nichtpaschtunischen Bevölkerungsgruppen eingeladen worden sind. Einige dieser Vertreter wie General Dostum werden in Afghanistan Kriegsverbrechen, Drogenhandel und -schmuggel vorgeworfen.
Die Zusammensetzung dieser Konferenz löst in Afghanistan die Besorgnis aus, dass unser Land geteilt werden soll in einen nichtpaschtunischen Norden und einen paschtunischen Süden, so wie es bereits im September 2010 Robert Blackwill, der ehemalige Stellvertreter von Condoleeza Rice als Nationale Sicherheitsberaterin, in einem Vortrag im Londoner Institut für Strategische Studien (IISS) vorgeschlagen hat.
Afghanistan hat in seinem Widerstandskampf gegen die sowjetische Besatzung, der eine wichtige Voraussetzung für die deutsche Wiedervereinigung bildete, einen hohen Blutzoll gezahlt. Daher stößt es auf unser absolutes Unverständnis, wenn jetzt auf deutschem Boden eine Teilung Afghanistans vorbereitet wird.
Der Stamm der Kharoti, der über drei Millionen Afghanen vereinigt, verurteilt die Konferenz des Aspen Institute in aller Schärfe. Seit zehn Jahren leiden die Paschtunen Afghanistans unter dem Pauschalverdacht, die Aufstandsbewegung der Taliban zu bilden und unter heftigen Bombardements der US-Luftwaffe.
Die Kriegsverbrecher der Nordallianz haben zehn Jahre lang alle Möglichkeiten gehabt, das Land aufzubauen und zu stabilisieren, aber sie haben stattdessen Millionen von Dollar nach Dubai und in andere Länder geschafft.
Der Stamm der Kharoti fragt daher die Bundesregierung und die deutsche Bevölkerung: Wo stehen Sie heute? Sind Sie bereit, Afghanistan das bittere Schicksal der Teilung zu ersparen und an einer Friedenslösung durch politische Verhandlungen mitzuwirken, oder wollen Sie unser Land über weitere Jahrzehnte mit Krieg überziehen?"
Im Rahmen seiner Reihe "Monitoring-Projekt Zivile Konfliktbearbeitung - Gewalt- und Kriegsprävention legte Prof. Dr. Andreas Buro sein Dossier vor.
Der Plan von Naqibullah Shorish, dem wichtigsten Stammesführer Afghanistans, der über drei Millionen Menschen repräsentiert, ist der derzeitig einzige international von den unterschiedlichen Seiten diskutierte Friedensplan. Die Taliban-Führung um Mullah Omar hat den „Shorish-Plan“ im Grundsatz, nicht in allen Details, akzeptiert.
Zur Bedeutung des Shorish-Plans
Interview mit Naqibullah Shorish
Auf vier Seiten stellt Otmar Steinbicker knapp und verständlich die Chancen für Friedensverhandlungen in Afghanistan vor und widerlegt die Mär von den verhandlungsunfähigen Taliban.
Das Infoblatt zum Download