Wichtigster afghanischer Stammesführer

Nachricht von Taliban-Büro lässt Fragen offen

Naqibullah Shorish (links)

03.01.2012 - Skeptisch hat sich Naqibullah Shorish, der Stammesführer des mit über drei Millionen Angehörigen größten Paschtunen-Stammes Afghanistans, am Dienstag in einem afghanischen Fernsehinterview gegenüber den aktuellen Pressemeldungen über die Eröffnung eines Taliban-Büros in Katar geäußert.

Gegenüber dem Aachener Friedensmagazin aixpaix.de erklärte Naqibullah Shorish: "Wenn die Konfliktparteien miteinander sprechen, dann ist das gut. Aber wer spricht hier mit wem und worüber? Da bleiben noch viele Fragen offen.

Wenn z.B. über einen Waffenstillstand gesprochen werden soll, dann müssen die Kommandeure wissen, dass eine solche Lösung im Gespräch ist. Aber es sieht so aus, als ob die Kommandeure nichts davon wissen.

Sicher, es gibt Taliban, die seit langem in den Emiraten leben und die auch Kontakte zu den Taliban nach Pakistan haben. Vielleicht werden die ein Büro eröffnen. Aber sprechen die dann wirklich für die gesamten Taliban?

Mullah Omar muss sich zu den Fragen von Waffenstillstand, Frieden, und "Heiliger Krieg" äußern, nicht das "Islamische Emirat" und nicht die Katar-Taliban. Die Taliban und vor allem ihre Kommandeure hören auf Mullah Omar und nicht auf Taib Agha.

Vielleicht ist das Ganze auch mal wieder ein Manöver, so wie im Oktober 2010 als General Petraeus einen angeblich hohen Taliban-Funktionär nach Kabul einfliegen ließ, der sich dann als Gemüsehändler aus Quetta entpuppte."


World Wide Web aixpaix.de

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