Naqibullah Shorish

Bilanz des Friedenskongresses in Bonn

Naqibullah Shorish. Foto: Harald Krömer

Zunächst einmal möchte ich mich bei den Veranstaltern des Kongresses (Namen) für die Einladung und dem herzlichen Empfang in Bonn bedanken. Darüber hinaus gilt mein Dank dem Oberbürgermeister der Stadt Bonn, der durch seine Anwesenheit und Unterstützung seine Sympathie für Afghanistan und die Afghaninnen und Afghanen zollte. Und ich möchte mich auch bei allen anderen Teilnehmern dieser Veranstaltung ganz herzlich bedanken.

Diese Veranstaltung war für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber insbesondere für uns Referentinnen und Referenten ein Erfolg auf der ganzen Linie. Selten waren sich meine Landsleute in einer so großen Anzahl darüber einig, dass wir besser die Vergangenheit ruhen lassen und in eine friedliche gemeinsame Zukunft schauen sollten.

Diese Haltung meiner Landsleute hat mich zu tiefst bewegt und mich in meinem Glauben an eine friedliche Koexistenz aller Afghaninnen und Afghanen in Afghanistan gestärkt.

Des Weiteren machten die Neugier und die kritischen Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu meinem Friedensplan erneut deutlich, dass Afghanistan dringend eine brauchbare Lösung benötigt, denn alle bisherigen Bemühungen haben zu keinem Resultat geführt.

Ein Hochgenuss war für mich persönlich die Debatte mit Herrn Ramazan Bashardost, der durch seine Visionen uns Afghaninnen und Afghanen daran erinnert hat, welche Aufgaben und Hürden noch vor uns liegen, um zum dauerhaften Frieden in unserer Heimat zu gelangen. Selbstverständlich sind die Visionen von Herrn Bashardost auch die Visionen aller Afghaninnen und Afghanen. Aber die Verwirklichung dieser Visionen ist ein sehr langer Prozess. Entwicklung setzt immer Zeit voraus! Ich hoffe wirklich, dass wir eines Tages diese Vision leben können.

Die Rolle der Stämme wurde ebenfalls sehr kritisch hinterfragt. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie alle daran erinnern, dass die Afghaninnen und Afghanen im Süden und vielen anderen Teilen des Landes, vor allem in Paschtunisch dominierten Gebieten, heute bei ihren Stammesführern Schutz und Rat suchen. Denn weder die Regierung Afghanistans noch ihre westlichen Helfer sind in der Lage sich für die Interessen dieser Menschen einzusetzen. Daher können Sie sich vielleicht jetzt gut vorstellen, wie wichtig und notwendig ein Stammesführer für diese Menschen ist.

Die Einigung aller am Kongress teilnehmenden Afghanen in der Frage der Gründung eines Dachverbandes ist für mich ein Meilenstein in der Geschichte der in Europa lebenden Afghaninnen und Afghanen. Die Gründung eines Dachverbandes sollte daher unbedingt schnell realisiert werden. Ich werde diese Initiative soweit es mir möglich ist, mit unterstützen.


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