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Naqibullah Shorish (links) |
16.11.2011 - Die von Afghanistans Präsident Hamid Karsai zur Absegnung eines Militärabkommens mit den USA einberufene große Ratsversammlung „Loya Jirga“ ist nicht legitimiert. Darauf wies Naqibullah Shorish, der Stammesführer des mit über drei Millionen Menschen größten afghanischen Stammes der Kharoti, gegenüber dem Aachener Friedensmagazin aixpaix.de hin. Bestandteil des Militärabkommens soll die langfristige Vergabe von Militärstützpunkten an die USA sein.
Shorish erklärte auf Anfrage von aixpaix.de, dass diese Jirga nicht die afghanischen Stämme vertritt. Die Karzai-Regierung habe von sich aus bestimmt, wer als Stammesvertreter eingeladen wurde. Auf diese Weise sei eine Vielzahl vor allem von Regierungsbeamten als Stammesvertreter eingeladen worden, die nicht von ihren Stämmen gewählt wurden.
Wörtlich erklärte Shorish: "Alle Stammesführer, die ich kenne, haben eine Beteiligung an dieser Jirga abgelehnt. Von den gewählten Stammesführern sind 90 Prozent nicht gekommen, abgelehnt oder nicht eingeladen worden.“
Shorish hatte eine schriftliche Einladung vom Ministerium für Stammesangelegenheiten bekommen, eine Beteiligung jedoch abgelehnt. Sein Stamm hatte mit absoluter Mehrheit beschlossen, die Versammlung zu boykottieren, da es sich nur um eine beratende Versammlung handele, nicht um eine Loya Jirga, deren Entscheidungen traditionell für Afghanistan bindend sind.
Die jetzige Versammlung habe 22 Millionen Dollar gekostet, Steuergelder aus USA und Europa, erläuterte Shorish. Diese Gelder hätten angesichts des bevorstehenden Winters besser eingesetzt werden können für feste Unterkünfte für die Menschen, die immer noch in Zelten leben.
Im Rahmen seiner Reihe "Monitoring-Projekt Zivile Konfliktbearbeitung - Gewalt- und Kriegsprävention legte Prof. Dr. Andreas Buro sein Dossier vor.
Der Plan von Naqibullah Shorish, dem wichtigsten Stammesführer Afghanistans, der über drei Millionen Menschen repräsentiert, ist der derzeitig einzige international von den unterschiedlichen Seiten diskutierte Friedensplan. Die Taliban-Führung um Mullah Omar hat den „Shorish-Plan“ im Grundsatz, nicht in allen Details, akzeptiert.
Zur Bedeutung des Shorish-Plans
Interview mit Naqibullah Shorish
Auf vier Seiten stellt Otmar Steinbicker knapp und verständlich die Chancen für Friedensverhandlungen in Afghanistan vor und widerlegt die Mär von den verhandlungsunfähigen Taliban.
Das Infoblatt zum Download