Panjwai-Massaker zeigt, dass die USA den Krieg verloren haben
Naqibullah Shorish (links)
21.03.2012 – "Das Massaker, das vermutlich mehrere US-Soldaten in in Panjwai im Süden Afghanistans angerichtet haben, zeigt, dass die USA den Krieg verloren haben." Das erklärte Naqibullah Shorish, der Nationale Stammesführer das größten Paschtunenstammes der Kharoti, am Mittwoch gegenüber dem Aachener Friedensmagazin aixpaix.de. Wörtlich sagte Naqibullah Shorish:
"US-Präsident Obama hat im Jahr 2010 öffentlich gesagt, er übernehme persönlich die Verantwortung für den Tod unschuldiger Menschen und er hat andere aufgefordert, das ebenso zu machen. Jetzt spricht er von Schock.
Obama hat gemerkt, dass seine GI's den Krieg nicht gewinnen können und die Kosten der Kriegführung unglaublich hoch sind. Obama hat darauf keine Antwort für sein Volk. Das ist der Hintergrund für die Verbrennung von Koranausgaben und das Massaker an 16 unschuldige Menschen. Jetzt kann er sagen: Okay, die Afghanen wollen uns nicht mehr wir ziehen ab.
Es wurde ein Video gezeigt, wie der des Massakers beschuldigte Soldat ins Camp zurückgekehrt ist, aber es wurde nicht gezeigt, wie er das Camp verlassen hat. Gegenüber Abgeordneten des afghanischen Parlaments haben Dorfbewohner ausgesagt, dass 15 bis 20 Soldaten das Massaker begangen haben, unterstützt von zwei Hubschraubern. Es ist auch weltweit bekannt, dass NATO- und ISAF-Soldaten nicht zu Fuß durch den Süden von Afghanistan sondern sich in großen Gruppen und mit gepanzerten Fahrzeugen bewegen.
Die US-Regierung hat seit Jahren genügend Erfahrungen mit eigenen Soldaten gemacht, die sich in z.B. im Irak unmenschlich benommen haben. Die Folterskandale im Gefängnis von Abu Ghraib sind dafür zum Symbol geworden.
Die USA haben den Krieg in Afghanistan verloren, da helfen keine Ausreden. Auch die Verbündeten der USA wollen nicht mehr länger in Afghanistan bleiben.
Die USA haben ihre eigenen Grenzen und sie sollen in ihrem Land bleiben. Die Zeiten sind vorbei, wo sie Welt-Polizei spielen konnten."
Im Rahmen seiner Reihe Monitoring-Projekt Zivile Konfliktbearbeitung – Gewalt- und Kriegsprävention
legte Prof. Dr. Andreas Buro sein Dossier vor.
Die Taliban sind zu Gesprächen mit USA und Europäern bereit
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Shorish-Plankann Afghanistan den Frieden bringen
Der Plan von Naqibullah Shorish, dem wichtigsten Stammesführer Afghanistans, der über drei Millionen Menschen repräsentiert, ist der derzeitig einzige international von den unterschiedlichen Seiten diskutierte Friedensplan. Die Taliban-Führung um Mullah Omar hat den „Shorish-Plan“ im Grundsatz, nicht in allen Details, akzeptiert.
Zur Bedeutung des Shorish-Plans
Interview mit Naqibullah Shorish
Auf vier Seiten stellt Otmar Steinbicker knapp und verständlich die Chancen für Friedensverhandlungen in Afghanistan vor und widerlegt die Mär von den verhandlungsunfähigen Taliban.
Das Infoblatt zum Download