18.05.2011 - Der Sprecher der Taliban, Zabiullah Mujahed, äußerte sich in einer Presseerklärung, welche dem in Pashtu erscheinenden pakistanischen Online-Magazins "Tand" vorliegt, wie folgt:
"Ich wiederhole nochmal, es gab keine Gespräche zwischen den Vertretern der Taliban und den Amerikanern! Weder in Qatar noch in Deutschland! Außerdem haben wir uns nie darum bemüht ein offizielles Büro in Qatar zu eröffnen. Wir kontrollieren über 50 Prozent des Landes, wozu brauchen wir also ein Büro im Ausland? Sowohl unsere Feinde als auch unsere Freunde wissen, wo und wie sie uns erreichen können."
Darüber hinaus erklärte Zabiullah Mujahed, dass die Taliban Gespräche mit der afghanischen Regierung ablehnen, jedoch wären sie zu direkten Gesprächen mit den USA bereit! Das ist ein interessantes Signal! Bisher hatten die Taliban offiziell direkte Gespräche mit den USA abgelehnt und auf Gespräche mit europäischen Regierungen gesetzt.
Diese Nachricht erschien weder in der deutschen noch in der englischsprachigen Presse. Ein aixpaix.de-Mitarbeiter in Kabul übersetzte sie ins Deutsche.
Weitere Berichte aus Afghanistan
Im Rahmen seiner Reihe "Monitoring-Projekt Zivile Konfliktbearbeitung - Gewalt- und Kriegsprävention legte Prof. Dr. Andreas Buro sein Dossier vor.
Der Plan von Naqibullah Shorish, dem wichtigsten Stammesführer Afghanistans, der über drei Millionen Menschen repräsentiert, ist der derzeitig einzige international von den unterschiedlichen Seiten diskutierte Friedensplan. Die Taliban-Führung um Mullah Omar hat den „Shorish-Plan“ im Grundsatz, nicht in allen Details, akzeptiert.
Zur Bedeutung des Shorish-Plans
Interview mit Naqibullah Shorish
Auf vier Seiten stellt Otmar Steinbicker knapp und verständlich die Chancen für Friedensverhandlungen in Afghanistan vor und widerlegt die Mär von den verhandlungsunfähigen Taliban.
Das Infoblatt zum Download