Der peruanische Präsidentschaftskandidat, Umweltaktivist und vom Priesteramt suspendierte katholische Geistliche Marco Arana erhielt am 1. September den Aachener Friedenspreis. Mit ihm wurde Peter Austin Brandt vom Duisburger Verein Phoenix e.V. ausgezeichnet, der Anti-Rassismus-Seminare anbietet.
Pressebeitrag "Neues Deutschland"
Während die deutsche Friedensbewegung auf ihren Veranstaltungen zum Antikriegstag am 1. September auch des von Bundeswehr-Oberst Klein befehligten Bombardements von Kunduz am 4.9.2009 gedachte, hatte der Verein Aachener Friedenspreis die bekennende Befürworterin des Afghanistan-Krieges Karin Kortmann eingeladen, die Laudatio auf die Friedenspreisträger zu halten.
Der frühere Vorsitzende des Aachener Friedenspreis e.V., Otmar Steinbicker, nahm am 1.9. nicht an der Preisverleihung in Aachen teil. Er hielt stattdessen in Witten die Rede auf der Antikriegstagsveranstaltung des DGB und des Friedensforum Witten. Diese stand auf Wunsch der Veranstalter unter dem Motto „Verhandeln statt Schießen – Frieden für Afghanistan“.
Seine Rede lesen Sie hier
Einen Kommentar des langjähringen Vorsitzenden des Aachener Friedenspreis e.V, Otmar Steinbicker, zur diesjährigen Verleihung des Aachener Friedenspreises lesen Sie hier
Aachener Friedenspreisträgerin Friedensgemeinde San José de Apartadó (2007)
Klage gegen Ex-Präsident Uribe beim Internationalen Gerichtshof beantragt
22.08.2010 - Bogotá. Gegen den ehemaligen Präsidenten Kolumbiens, Álvaro Uribe, wird in wenigen Tagen eine erste Anklage beim Internationalen Gerichtshof (IGH) eingereicht. Dies kündigten der Abgeordnete Iván Cepeda und seine Partei Polo Democrático an. Uribe wird in der Klage beschuldigt, die Friedensgemeinde von San José de Apartadó im Jahr 2005 verleumdet und dadurch ihre Gefährdungslage verschlimmert zu haben.
In einer öffentlichen Rede hatte Uribe damals der Gemeinde unterstellt, Unterstützer der FARC-Guerilla beziehungsweise des Terrorismus zu sein. Diese Erklärung gab der ehemalige Präsident ab, kurz nachdem acht Gemeindemitglieder vom Militär mit Hilfe der Paramilitärs gefoltert und hingerichtet worden waren. Nach Uribes Äußerungen seien weitere 20 Bewohner der Siedlung ermordet worden, sagte Cepeda. Die Anklagekommission der Repräsentantenkammer hätte den Fall untersuchen sollen, führte der Abgeordnete weiter aus.
Doch die erste Anklage der Friedensgemeinde gegen Uribe wegen dieser folgenreichen Unterstellungen blieb ohne Konsequenzen. Nun bekundete die Repräsentantenkammer am letzten Dienstag ihren Beschluss, die Anklage ohne weitere Untersuchungen zu archivieren. Darauf folgte die Initiative Cepedas, sich an den IGH zu wenden, da eine Untersuchung gegen den Ex-Präsidenten in Kolumbien selber nicht möglich ist.
Pressebericht Portal amerika21.de
Pressebericht (engl.) Colombia Reports
„Lassen Sie uns keinen Dollar mehr ausgeben, um Amerikas längsten Krieg zu eskalieren"28.07.2010 - „Lassen Sie uns keinen Dollar mehr ausgeben, um Amerikas längsten Krieg zu eskalieren. Die Kosten für diesen Krieg sind zu hoch in Blut und Geld", erklärte die Kongress-Abgeordnete und Aachener Friedenspreisträgerin Barbara Lee am Dienstag in der Debatte de US-Kongresses.
Das Repräsentantenhaus stimmte am Dienstagabend (Ortszeit) am Ende mit großer Mehrheit dafür, das Budget für den Krieg am Hindukusch um 33 Milliarden Dollar (25 Mrd Euro) zu erhöhen. Die Mehrkosten entstehen vor allem durch die Entsendung von rund 30 000 zusätzlichen Soldaten in das Land.
Pressebericht NZZ-online
Pressebericht (engl.) New York Times
Wir fordern von Bundestag und Bundesregierung:
- den Stopp aller Kampfhandlungen und den sofortigen Beginn des Abzugs der Bundeswehr aus Afghanistan.
- Die frei werdenden Gelder sollen für die Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung nach deren Bedürfnissen eingesetzt werden.
Statt weiterer militärischer Eskalation soll sich die Bundesregierung für Friedensverhandlungen zwischen den Konfliktparteien innerhalb und außerhalb Afghanistans einsetzen.
Diese Petition wird u.a. unterstützt vom Aachener Friedensmagazin aixpaix.de, Aachener Friedenspreis e.V. und der Initiative Würselener für den Frieden.
Den vollständigen Text lesen Sie hier
Die Kooperation für den Frieden, der Zusammenschluss des Großteils der deutschen Friedensbewegung, verurteilt mit Abscheu den israelischen Militäreinsatz in der Nacht zum Montag gegen Solidaritätsschiffe für Gaza.
Die Erklärung, getragen vom Aachener Friedensmagazin aixpaix.de und vom Aachener Friedenspreis e.V. lesen Sie hier

Gila Svirsky, Vorsitzende der Frauen in Schwarz (Israel), Aachener Friedenspreisträgerin 1991 und aixpaix-Autorin übermittelte die Rede von Uri Avnery, Aachener Friedenspreisträger 1997, die er am Tag des brutalen israelischen ‚àö√∫berfalls auf die internationale Solidaritätsflotte "Free Gaza" bei einer Protestveranstaltung der israelischen Friedenbewegung "Gush Shalom" gehalten hat.
"In dieser Nacht geschah ein Verbrechen mitten auf dem Meer auf Befehl der israelischen Regierung. Der kriegsähnliche Angriff galt Hilfsschiffen, und es fielen tödliche Schüsse auf Friedensaktivisten, die humanitäre Hilfe bringen wollten. Nur eine Regierung, die alle roten Linien schon überschritten hat, ist zu so einer wahnsinnigen Aktion fähig.
Den vollständigen Beitrag von Uri Avnery lesen Sie hier
31.05.2010 -In Emails an Bundesaußenminister Guido Westerwelle und die israelische Botschaft in Berlin verurteilten Friedensorganisationen aus der Region Aachen mit Abscheu den israelischen Militäreinsatz in der Nacht zum Montag gegen Solidaritätsschiffe für Gaza, bei dem mehr als zehn Angehörige internationaler Friedensbewegungen getötet wurden. Die Schiffe sollten dringend benötigte Hilfsgüter in den von Israel blockierten Gaza-Streifen bringen, darunter hundert Fertighäuser, 500 Rollstühle und medizinische Ausrüstung für die Opfer des israelischen Krieges gegen den Gaza-Streifen vom Januar 2009. Mit an Bord befanden sich auch Vertreter deutscher Friedensorganisationen und Abgeordnete des Deutschen Bundestages.
Wenn die Berichte unabhängiger Journalisten zutreffen, dass die Angriffe auf die Solidaritätsschiffe in internationalen Gewässern, etwa 65 Kilometer vor der Küste von Gaza, stattfanden, dann handelt es sich bei dem Militäreinsatz um einen Piratenakt, der einer zivilisierten Nation unwürdig ist.
Mit Sorge nehmen die Friedensorganisationen aus der Region Aachen zur Kenntnis, dass der türkische Ministerpräsident Erdogan zur Krisensitzung seines Kabinetts auch die Militärkommandeure einbestellt hat. Um eine internationale militärische Eskalation zu vermeiden, fordern die Friedensorganisationen Außenminister Westerwelle auf, sich für eine angemessene Verurteilung des israelischen Gewaltaktes gegen die Solidaritätsschiffe durch den UNO-Sicherheitsrat einzusetzen.
Aachener Friedenspreis e.V.
Karl Heinz Otten
Aachener Friedensmagazin www.aixpaix.de
Otmar Steinbicker
Würselener Initiative für den Frieden
Dr. Ansgar Klein
Das Interview hören Sie hier
![]() |
Marco Arana Zegarra. Foto: Tierra y Libertad |
Der Verein Aachener Friedenspreis hat seine diesjährigen Preisträger gewählt. Die Bekanntgabe erfolgt traditionell am 8. Mai.
Der prominente Politiker, vom Dienst suspendierte katholische Priester und Umweltaktivist Marco Arana Zegarra ist nach Auffassung des Vereins Aachener Friedenspreis Hoffnungsträger für die Belange der oftmals geschundenen Südamerikaner und verweist darauf, wie komplex und schwierig die Friedensarbeit dort ist und welchen gigantischen Herausforderungen sich Menschen wie Marco Arana stellen müssen, die sich dagegen stellen, indem sie sich für eine gerechte Lösung mit friedlichen Mitteln einsetzen.
mehr Informationen über Marco Arana Zegarra lesen Sie hier
![]() |
Austen Peter Brandt. Foto: Phoenix |
Austen Peter Brandt lebt und arbeitet als evangelischer Pfarrer in Duisburg-Walsum.
Seit 1979 nahm er regelmäßig an "Race Awareness Workshops" in London teil. Von der schwarzen Britin Sybil Phoenix erhielt er die Ausbildung zum Trainer für Anti-Rassismus-Trainings und Schwarze-Bewusstseins-Trainings.
Über die Trainings hinaus engagiert sich Phoenix in vielfaltigen Zusammenhängen mit verschiedenen Bündnispartnerinnen gegen den alltäglichen, strukturellen und organisierten Rassismus.
mehr Informationen über Austen Peter Brandt hier
Nominiert aber nicht gewählt wurden zwei Kandidaten aus unterschiedlichen Bürgerkriegsregionen Afrikas, in denen in den letzten Monaten hunderte Menschen getötet wurden. Auch ein Aufbauhelfer in Afghanistan fiel durch.
Nicht vom Vereinsvorstand nominiert wurden eine Vielzahl von Vorschlägen, darunter eine afghanische Frauenrechtlerin, die den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan fordert und eine Initiative, die mit fantasievollen gewaltfreien Aktionen den Abzug der letzten US-Atomwaffen aus Deutschland fordert. Erstmals in der Geschichte des Verein Aachener Friedenspreis wurde keine Frau als Kandidatin nominiert, obwohl es eine Reihe Vorschläge gab, Friedensaktivistinnen aus unterschiedlichen Ländern auszuzeichnen. Ebenso wurden keine Kandidaten nominiert, die sich kritisch zu Bundeswehr oder NATO äußerten.
Der Aachener Friedenspreis wurde 1988 von 46 Einzelpersonen als Verein gegründet, um Frauen, Männer oder Gruppen zu würdigen und vorzustellen, die von "unten her" dazu beigetragen haben, der Verständigung der Völker und der Menschen untereinander zu dienen sowie Feindbilder ab- und Vertrauen aufzubauen. Der Preis wird unabhängig von ideologischen, religiösen oder parteipolitischen Kriterien und unabhängig von sozialer oder nationaler Zugehörigkeit der Preisträgerinnen und Preisträger verliehen.
Die Verleihung des Aachener Friedenspreises findet jährlich zum Antikriegstag am 1. September statt.
Heute gehören dem Aachener Friedenspreis e.V. 400 Mitglieder an, darunter rund 350 Einzelpersonen, sowie etwa 50 Organisationen. Unter diesen Organisationen finden sich unter anderem die Stadt Aachen, der regionale DGB, die katholischen Organisationen Misereor und Missio, die in Aachen ihren Hauptsitz haben, der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen, der evangelische Kirchenkreis, zahlreiche weitere kirchliche Organisationen, der SPD-Unterbezirk, der Kreisvorstand der Grünen, Die Linke in der Städteregion Aachen.
1996 beschloss der Rat der Stadt Aachen den Beitritt zum Aachener Friedenspreis e.V. 1999 trat die Stadt mit den Stimmen der damaligen CDU- und FDP-Mehrheit, aus dem Verein aus. 2004 beschloss der Rat der Stadt Aachen einstimmig den Wiedereintritt in den Aachener Friedenspreis e.V..
Der Aachener Friedenspreis e.V. entstand aus der Friedensbewegung der 80er Jahre, die sich vor allem gegen die Stationierung von Pershing-II-Raketen und Cruise Missiles auf dem Territorium der Bundesrepublik richtete. Die Bewegung erreichte im Stationierungsjahr 1983 ihren Höhepunkt, zerfiel danach aber nicht gleich. Dennoch begannen ab Mitte der achtziger Jahre vielerorts ‚àö√∫berlegungen, wie die Bewegung mit neuen Inhalten und eventuell neuen Organisationsformen zu beleben sei.
Neben der jährlichen Preisträgerwahl hat der Aachener Friedenspreis e.V. wichtige Dokumente verfasst, die über die Tagesaktualität hinaus Bestand haben:
2010
2009
2008
2007
Friedensgemeinde San José de Apartadó
2006
Verein "Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e. V."
2005
2004
2003
Initiative "Ordensleute für den Frieden"
2002
2001
2000
1999
Wanderkirchenasyl in Nordrhein-Westfalen
1998
Unterstützer der Kölner Klagemauer
1997
Gemeinschaftshauptschule Eschweiler-Dürwiß
Gemeinschaftshauptschule Aachen-Aretzstraße
1996
1995
1994
1993
1992
1991
1990
1989
1988
