66. Jahrestage der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

IPPNW: Gedenken an alle Strahlenopfer der nuklearen Kette

05.08.2011 - Anlässlich der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnert die ärztliche Friedensorganisation IPPNW an alle Strahlenopfer der nuklearen Kette vom Uranabbau über den "Normalbetrieb" der Atomkraftwerke, den Einsatz und das Testen von Atomwaffen bis hin zur ungelösten Atommüllendlagerung.

Die vollständige Erklärung


pax christi Präsident Bischof Heinz Josef Algermissen, Fulda, zum Hiroshima-Tag

Atomare Katastrophe mahnt zur Abrüstung

02.08.2011 - „Die Jahrestage der bisher weltweit einzigen Einsätze von Atombomben gegen die Städte Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 sind für uns bleibende Mahnung, an den Tod vieler Unschuldiger zu erinnern.“ Der Bischof schließt in das Gedenken auch die Menschen ein, die unter den Folgen der Atomkatastrophe in Fukushima leiden.

Die Erklärung im Wortlaut


66 Jahre nach dem Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki

Stoppt die Modernisierung – Atomwaffen endlich abschaffen

02.08.2011 - Noch immer lagern US-Atomwaffen in Deutschland, militärisch bedeutungslos aber gefährlich. Pläne für die Modernisierung dieser US-Atomwaffen in Büchel liegen im Pentagon bereit und sollen die alten Atomwaffen ab 2017 ersetzen. Nicht der Abzug dieser Relikte des kalten Krieges ist geplant. Die neue NATO Atomwaffenstrategie soll die Modernisierung ermöglichen – dies musste die Bundesregierung jüngst erst wieder zugeben. Ihre Pläne den Abzug über NATO Gespräche zu erreichen (wenn sie denn ernst waren) sind gescheitert.

Die Erklärung im Wortlaut


IPPNW und Friedensbewegung fordern:

Bundesregierung muss Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel durchsetzen

15.07.2011 - Die japanische Zeitung "Asahi Shimbun" vom Freitag (15.7.) zitiert einen mit Abrüstungsfragen beauftragten US-Beamten, dass die USA den Abzug aller taktischen Atomwaffen aus Europa erwägen. Dies solle im Rahmen der NATO besprochen werden. Gründe für den Abzug sind die Kosten der Stationierung und das Ziel einer Welt ohne Atomwaffen.

Die Bundesregierung müsse die Chance zu einem bedeutungsvollen Schritt auf eine Welt ohne Atomwaffen hin tatkräftig nutzen. "Ein Forcieren des Abzugs der US-Atomwaffen aus Büchel und aus Europa wäre die Gelegenheit für die Bundesregierung, nicht nur als Waffenexporteur an fragliche Empfänger gesehen zu werden, sondern für die weltweite Abrüstung sichtbar einzustehen", so Jens-Peter Steffen, Friedensreferent der IPPNW. Mit Friedensorganisationen wie der Kampagne "unsere zukunft - atomwaffenfrei" und der Bürgermeisterbewegung "Mayors for Peace" wird in einem Aufruf zum 66. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki der Abzug der mindestens 20 einsatzbereiten US-Atomwaffen in Büchel in der Eifel gefordert.

Der Aufruf


IPPNW kritisiert deutsche Unterstützung der Raketenabwehr

"Raketenabwehr gefährdet Abzug der Atomwaffen aus Europa"

Hindernis für START-Ratifizierung

13.01.2011 - Der bilaterale Abrüstungsvertrag "START" soll morgen in der russischen Staatsduma ratifiziert werden. START begrenzt die Anzahl der strategischen Atomwaffen Russlands und der USA auf 1.550. Die Ärzteorganisation IPPNW ruft die Abgeordneten der Duma auf, den Vertrag schnell zu ratifizieren und damit weitergehende Abrüstungsgespräche, vor allem über taktische Atomwaffen, zu ermöglichen. "Die Abgeordneten der russischen Staatsduma dürfen sich nicht von der Raketenabwehrdebatte in den USA irritieren lassen", erklärt die Abrüstungsexpertin der IPPNW Xanthe Hall. Auch die deutsche Unterstützung der Raketenabwehr in Europa sei "kurzsichtig". Deutschland befürworte die Raketenabwehr, damit die USA einem Abzug der taktischen Atomwaffen aus Europa zustimmen. Die Frage der Raketenabwehr blockiere jedoch Russlands Bereitschaft zu weiteren Abrüstungsgesprächen.

Wortlaut


Bündnis „Zukunft ohne Atomwaffen

Es gibt keine Gründe für Atomwaffen in Deutschland und Europa

Der "nukleare Schirm" bietet keinen Schutz

13.10.2010 - Es gibt keine überzeugenden Argumente, weiterhin US-Atomwaffen in Deutschland und Europa zu stationieren. Das geht aus der Studie "Die NATO und der nukleare Schirm -  Gibt es gute Gründe für Atomwaffen in Deutschland und Europa?" hervor, die der Friedensforscher Otfried Nassauer im Auftrag der IPPNW erstellt hat.

In der am Mittwoch veröffentlichten IPPNW-Studie hat sich Nassauer mit der Argumentation von Befürwortern der US-Atomwaffen in Europa auseinander gesetzt. Das Bündnis "Zukunft ohne Atomwaffen" zieht aus seiner Arbeit das Fazit: Der "nukleare Schirm" bietet keinen Schutz. Er ist vielmehr ein Überbleibsel aus der Ära des Kalten Krieges. Daher forderte das Bündnis auf der Pressekonferenz zur Studie: Die Atomwaffen müssen außer Dienst gestellt werden. Mit einem Vertrag zur Abschaffung aller Atomwaffen "einer Nuklearwaffenkonvention" soll ein neues Zeitalter eingeläutet werden.

Studie


Bundeswehr

Atombomber bleiben im Dienst

06.10.2010 - Deutsche Tornados sollen auch über das Jahr 2013 hinaus Atombomben abwerfen können. In der verklausulierten Sprache des Verteidigungsministeriums bei diesem Thema heißt es: "Die Nutzung des Waffensystems TORNADO ist über das Jahr 2020 hinaus vorgesehen." Damit weist das Ministerium den Bericht einer Zeitung vom Mittwoch zurück, in dem es hieß, die Atombomben-Tornados auf dem Fliegerhorst Cochem-Büchel sollten bis 2013 ersatzlos gestrichen werden. Die Umrüstung des Eurofighters zum Atombomber sei wegen der Sparzwänge nicht mehr möglich.

Obwohl offiziell weder bejaht noch verneint, gehen Fachleute davon aus, dass auf dem Fliegerhorst Cochem-Büchel bis zu 20 US-amerikanische Atombomben des Typs B-61 liegen. Sie sollen von den deutschen Tornado-Piloten des Jagdbomber-Geschwaders 33 bei NATO-Einsätzen abgeworfen werden. Das verbirgt sich hinter der Formulierung: "Nukleare Teilhabe" der Bundesrepublik.

Pressebericht "Mitteldeutsche Zeitung"


Bündnis „Zukunft ohne Atomwaffen

Abschied von der nuklearen Teilhabe

29.09.2010 - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Außenminister Guido Westerwelle müssen sich auf dem NATO-Ministertreffen im Oktober für den Abzug der US-Atomwaffen aus Europa einsetzen und die Beendigung Deutschlands an der nuklearen Teilhabe erklären. Das fordert das Bündnis „Zukunft ohne Atomwaffen“ anlässlich der Veröffentlichung des ersten Entwurfs eines neuen strategischen NATO-Konzepts. Der Deutsche Bundestag hat die Bundesregierung im März diesen Jahres aufgefordert, sich mit Nachdruck für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland und eine reduzierte Rolle der Nuklearwaffen innerhalb der NATO einzusetzen. Dies hatte die Regierung bereits in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben.

Wortlaut


Frankfurter Allgemeine Zeitung

Aufruf europäischer Staatsmänner zur atomaren Abrüstung

28-09-2010 - In einem Aufruf in der F.A.Z. fordern 30 europäische Staatsmänner, die Nato solle die Abrüstung zu einem Kernelement ihres strategischen Konzepts machen. Zu den Unterzeichnern gehören Richard von Weizsäcker, Helmut Schmidt und Hans-Dietrich Genscher.

Pressebericht "FAZ-net"


19. IPPNW-Weltkongress in Basel

Atomare Epidemie bedroht die Menschheit

29.08.2010 - Der 19. IPPNW-Weltkongress der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges ist heute in Basel zu Ende gegangen. 800 Ärzte und Medizinstudierenden aus 60 Ländern und fünf Kontinenten haben die Prävention eines Atomkrieges zu ihrer vordringlichsten Aufgabe erklärt. Neben der Klimaveränderung gehe von den Atomwaffen die drängendste Gefahr für Gesundheit und Sicherheit der Menschheit aus.

Die IPPNW unterstützt die Umsetzung des neuen START-Vertrages zwischen den USA und Russland als bescheidenen Schritt auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt. Zudem müsse ein umfassender Atomwaffenteststoppvertrag (CTBT) in Kraft treten, ein längst überfälliger Schritt. Andere wichtige Meilensteine wären der Abzug der taktischen US-Atomwaffen aus Europa, ein Verbot der Produktion von spaltbarem Material, die Rücknahme der Atomwaffen aus höchster Alarmbereitschaft, ein Stopp der Modernisierung von Atomwaffen und die Auflösung der Infrastruktur für ihre Produktion und Tests. Die IPPNW fordert die Atomwaffenstaaten auf, diese Schritte umgehend umzusetzen. Zudem unterstützt die Ärzteorganisation alle Bestrebungen zur Einrichtung atomwaffenfreier Zonen im Mittleren Osten und in Europa.

Erklärung


US-Atomtest im Südpazifik 1954

National Security Archiv der USA

Dokumente über Debatte über Atomteststopp 1950 bis 1980 freigegeben

11.08.2010 - Das National Security Archiv der USA hat am Mittwoch erstamals eine Anzahl Dokumente über die Debatte über einen Vertrag zum Atomteststopp in den Zeiten der Präsidenten Eisenhower bis Carter freigegeben. Darin werden auch die wechselnden Argumentationen der Testbefürworter dokumentiert, mit denen sie den vielfältigen Bemühungen um einen Atomteststopp entgegentraten.

Die Dokumente lesen Sie im Original hier


"Nacht der 100.000 Kerzen" in Würselen

Vision einer atomwaffenfreien Welt

(v.l.) MdL Eva-Maria Voigt-Küppers, Ursula Best (AK Kein Vergessen), Blue Flower, Bürgermeister Arno Nelles, Jürgen Hohlfeld, Arbeitskreis Kein Vergessen, sowie Otmar Steinbicker, Herausgeber des „Aachener Friedensmagazins“. Foto: Wolfgang Sevenich AN/AZ

05.08.2010 - Das Anti-Atomkriegszeichen, gestaltet aus rund 100 Windlichtern, erstrahlte auf dem Vorplatz zur Kirche St. Sebastianus, musikalisch untermalt von Franz-Josef Ritzerfeld, dem Gitarristen des Neuen Chores Würselen.

Zuvor hatte die Sängerin "Blue Flower" (Köln) das Hannes-Wader-Lied "Es ist an der Zeit" mit den bewegenden Schlusszeilen "Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein, dann kann es geschehen, dass bald niemand mehr lebt, niemand, der die Milliarden von Toten begräbt" angestimmt.

Diese Aktion bildete den Höhepunkt einer über dreistündigen mit Reden, Antikriegsliedern und besinnlichen Texten gestalteten Gedenk- und Mahnveranstaltung anlässlich des 65. Jahrestages des Atombombenabwurfs auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki.

Um die Vision von einer atomwaffenfreien Welt zu verbreiten, beteiligte sich die Würselener Initiative für den Frieden an der Nacht der 100.000 Kerzen, die weltweit an vielen Orten durchgeführt wurde.

Dadurch war Würselen verbunden mit den großen Gedenkfeiern im Peace Memorial Park in Hiroshima, wo Laternen zum Gedenken an die Opfer entzündet werden.

Pressebericht der Aachener Nachrichten/Aachener Zeitung

Rede von Otmar Steinbicker, Herausgeber des Aachener Friedensmagazins aixpaix.de


USA

Obama legt Plan für Reduzierung der Atomwaffen vor

In 20 Jahren statt 5000 nur noch 3000-3500 Sprengköpfe

15.07.2010 - Einem Bericht der "Washington Post" zufolge plant US-Präsident Barack Obama, die Zahl der Atomsprengköpfe in den USA von derzeit 5000 binnen 20 Jahren auf 3000-3500 zu reduzieren. Die Ausgaben für Atomwaffen sollen dafür ansteigen, von rund 7 Milliarden Dollar 2011 auf mehr als 9 Milliarden Dollar 2030. Aus den bekanntgewordenen Plänen geht nicht hervor wie viele Sprengköpfe davon einsatzbereit und wie viele eingelagert sein sollen.

Pressebericht (engl.) "Washington Post"


Ahrweiler Erklärung

Wider der atomaren Abschreckung

Stellungnahme der Deutschen Sektion der IALANA anlässlich der 8. Überprüfungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrages

Mit einer 14seitigen Erklärung hat die Juristenorganisation Ialana Position zu Fragen der atomaren Abrüstung und des Atomwaffensperrvertrages bezogen.

Die Erklärung im Wortlaut lesen Sie hier


Kaum Abrüstung – Das neue START-Abkommen

Ein Beitrag von Otfried Nassauer

Das Weiße Haus und der Kreml preisen den erreichten Abrüstungsfortschritt: Bei den Trägersystemen sei im Vergleich zum START-1-Abkommen eine Reduzierung um mehr als die Hälfte vereinbart worden. Bei den atomaren Sprengköpfen sei eine Reduzierung um 30% gegenüber dem Moskauer SORT-Vertrag von 2002 vorgesehen und um 74% im Vergleich zu den Obergrenzen des START-I-Vertrages von 1991.

Die Reduzierungen klingt imposant und das sollen sie auch. Washington und Moskau haben ein starkes Interesse daran, rechtzeitig vor Beginn der Überprüfungskonferenz für den Atomwaffensperrvertrag im Mai 2010 ihre Bereitschaft zur nuklearen Abrüstung zu demonstrieren. Dieser völkerrechtlich verbindliche Vertrag verpflichtet die Nuklearwaffenstaaten seit 40 Jahren, ihr Atomwaffenpotential abzuschaffen.

Fragt man jedoch, wie viele Atomwaffen in den kommenden Jahren aufgrund des neuen Vertrages wirklich abgerüstet werden müssen, so überrascht das Ergebnis. Trägersysteme und Sprengköpfe werden nur scheinbar drastisch reduziert. Die bisherige Obergrenze von 1.600 Trägersystemen stammt aus dem Jahr 1991 und wird schon lange deutlich unterschritten. Auch die Zahl der Sprengköpfe muss nicht drastisch reduziert werden, weil sowohl die USA als auch Russland sich bereits in der Nähe der erlaubten Höchstgrenze aus dem SORT-Vertrag, 2.200 Sprengköpfen, bewegen, die erst Ende 2012 erreicht werden muss. Der neue START-Vertrag verpflichtet zum größten Teil zur Abrüstung von Waffen, die es nicht mehr gibt.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie hier


Welt ohne Atomwaffen

Kongress "Friedenskultur.2010" verabschiedet Essener Erklärung

Essen, 21.3.2010 - Mit einer ausdrucksvollen Matinee der "KünstlerInnen für den Frieden" beendeten rund 1.000 Teilnehmer/innen die "Friedenskultur.2010". 40 Jahre nach dem 1970 geschlossenen Atomwaffensperrvertrag fordern sie "die vollständige Abschaffung aller Atomwaffen".

Der Kongress "Friedenskultur.2010" appelliert an die Bundestagsabgeordneten, sich für eine Beendigung der nuklearen Teilhabe Deutschlands einzusetzen. Die nächste Gelegenheit dazu ist die Abrüstungsdebatte des Deutschen Bundestages am kommenden Freitag. Vertreter aller fünf Bundestagsfraktionen haben sich auf der Veranstaltung zu dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt bekannt und bekräftigt, dass die US-Atomwaffen schnellstmöglich aus Deutschland abgezogen werden müssten. Namentlich waren dies Roderich Kiesewetter (CDU/CSU), Uta Zapf (SPD), Dr. Bijan Djir-Sarai (FDP), Paul Schäfer (Die Linke) sowie Agnes Malczak (Bündnis 90/Die Grünen).

Zum Abschluss des Kongresses gab es großen Applaus für Reinhard Paß, den Oberbürgermeister der Stadt Essen: Er ist der internationalen Nichtregierungsorganisation "Mayors for Peace" (Bürgermeister für den Frieden) beigetreten, die sich für eine atomwaffenfreie Welt bis 2020 einsetzt.

Bericht

Wortlaut der Essener Erklärung


US-Ministerium will Alt-Atomwaffen modernisieren - auch in Deutschland

Der Haushaltsentwurf des amerikanischen Energieministeriums enthält eine faustdicke Überraschung. Für die Jahre 2011 bis 2015 wurden fast zwei Milliarden US-Dollar beantragt, mit denen die Modernisierung der Atombomben des Typs B-61 vorangetrieben werden soll. Waffen dieses Typs lagern auch in Europa, unter anderem im Eifeldorf Büchel beim Jagdbombergeschwader 33 der Bundeswehr. Insgesamt hat die US-Luftwaffe derzeit rund 150 strategische B-61-Bomben im aktiven Arsenal, hinzu kommen rund 400 Exemplare mit geringerer Sprengkraft und eine Reserve von etwa 200 weiteren Bomben.

Pressebericht Spiegel-online


Appell

Für eine Zukunft ohne Atomwaffen

Auf der Überprüfungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrages im Mai 2010 in New York müssen Maßnahmen zur atomaren Abrüstung festgelegt werden. Die bereits von der NPT-Konferenz im Jahr 2000 – vor der Bush-Ära – beschlossenen praktischen Schritte zur nuklearen Abrüstung, auch der Vertrag über ein umfassendes Atomtestverbot, müssen endlich verwirklicht werden. Sonst verliert der NPT-Vertrag seinen Sinn. Wenn die NPT-Konferenz scheitert, wäre der Weg offen für ein ungehemmtes atomares Wettrüsten mit immer mehr Atomwaffenstaaten

Die einzige Alternative heißt: eine Welt ohne Atomwaffen.

Die Bundesregierung kann und muss zum Erfolg der NPT-Überprüfungskonferenz erheblich beitragen.

Wir fordern von der Bundesregierung konsequent hin zu wirken auf:

• Abzug der letzten US-Atomwaffen aus Deutschland, • Stop aller Modernisierungspläne für Atomwaffen und ihre Trägermittel,

• Nein zu Atomwaffen in der neuen NATO-Strategie,

• Verzicht auf den Ersteinsatz von Atomwaffen,

• Sicherheits garantien der Atomwaffenmächte gegenüber allen Nicht-Atomwaffenstaaten und atomwaffenfreien Zonen.

Wortlaut


Hiroshima und Nagasaki, August 2009: die Lehre heißt abschaffen

Von aixpaix-Autor Reiner Braun

Tief bewegt verfolge ich die Feierstunde der Stadt Hiroshima am 6. August 2009. An diesem schwülen heißen Morgen strömen mehr als 50.000 Menschen - jung und alt- in den Friedenspark der Stadt, um zu gedenken und zu mahnen. Ein Schauer geht mir über den Rücken, die Situation lastet zentnerschwer, die Kraniche, die Musik, bewegende Momente, die man nie vergisst

Beitrag


Wissenschaftlerappell: Für eine Welt ohne Atomwaffen

Wissenschaftler und Ingenieure aus aller Welt, darunter zahlreiche Nobelpreisträger, haben an die Staatsoberhäupter der Welt, und besonders an die der neun Kernwaffenstaaten appelliert, der Schaffung einer Welt ohne Atomwaffen oberste Priorität einzuräumen. In ihrem Appell heißt es:

"Wir rufen die Staatsoberhäupter dazu auf, schnellstmöglich Verhandlungen in – wie im Nichtverbreitungsvertrag und dem Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs von 1996 festgelegt – gutem Glauben aufzunehmen, um eine Nuklearwaffenkonvention für die schrittweise, überprüfbare, unumkehrbare und transparente Beseitigung sämtlicher atomarer Waffen bis 2020 herbeizuführen.

Abschließend appellieren wir an WissenschaftlerInnen und IngenieurInnen in aller Welt, jegliche Beteiligung an der Erforschung, Entwicklung, Erprobung, Produktion und Fertigung neuer Atomwaffen zu verweigern."

Wortlaut


Kölner Appell zum Jahrestag von Hiroshima

Die Schrecken von Hiroshima und Nagasaki dürfen sich niemals wiederholen! Deshalb appellieren wir an die Regierungen der Atommächte den Weg zur Abrüstung hin zu einer atomwaffenfreien Welt konsequent zu Ende zu gehen!

Dr. Lale Akgün, MdB (SPD), Niels Annen, MdB (SPD), Volker Beck, MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Erika Bosch (Menschen für den Frieden Düsseldorf), Reiner Braun (IALANA), Dr. Angelika Claußen (IPPNW), Martin Dörmann, MdB (SPD), Jan Gildemeister (Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden), Gerd Greune (IFIAS, Brüssel), Christof Grosse (Pax Christi), Bettina Herlitzius, MdB (Bündnis 90 / Die Grünen), Dr. Werner Hoyer, MdB (FDP), Christel Humme, MdB (SPD), Dr. Dieter Kinkelbur (Friedensforum Münster),Walter Kolbow, MdB (SPD), Prof. Karl Lauterbach, MdB (SPD), Ulla Lötzer, MdB (Die Linke), Kerstin Müller, MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Rolf Mützenich, MdB (SPD), Helmuth Prieß (Sprecher „AK Darmstädter Signals“), Mechthild Rawert, MdB (SPD), René Röspel, MdB (SPD), Jürgen Rose (Vorstandsmitglied „AK Darmstädter Signal“), Prof. Werner Ruf (Friedensforscher), Paul Schäfer, MdB (Die Linke), Otmar Steinbicker (Vorsitzender des Aachener Friedenspreis e.V.), Christoph Strässer, MdB (SPD), Andreas Weigel, MdB (SPD), Uta Zapf, MdB (SPD)

Wortlaut


Appell deutscher Staatsmänner

Vier deutsche Staatsmänner haben die USA und Russland zum Einstieg in die vollständige Abrüstung von Atomwaffen aufgefordert. In einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreiben Altkanzler Helmut Schmidt (SPD), der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) sowie der SPD-Außenexperte Egon Bahr, die Amerikaner sollten auch alle Atomwaffen aus Deutschland abziehen.

Wortlaut


Appell ehemaliger US-Politiker

Am 4. Januar 2007 veröffentlichten vier prominente US-Politiker aus der Ära des Kalten Kriegs im konservativen "Wall Street Journal" einen Appell, der die Welt doch sehr aufhorchen ließ: Die vier "elder Statesmen" plädieren für eine Welt ohne Atomwaffen ("A World Free of Nuclear Weapons") und schlagen den USA vor, in diesem Bestreben eine Vorreiterrolle zu spielen. Das Quartett der einsichtig gewordenen früheren Politiker setzt sich aus keinen geringeren zusammen wie:

• George Shultz, US-Außenminister von 1982 bis 1989,

• William Perry, US-Verteidigungsminister von 1994 bis 1997,

• Henry Kissinger, US-Außenminister von 1973 bis 1977, und

• Sam Nunn, Vorsitzender des US-Senatsausschusses zur parlamentarischen Kontrolle des US-Verteidigungsministeriums ("Committee on Armed Services") von 1987 bis 1995.

Wortlaut

Wortlaut (engl.)


World Wide Web aixpaix.de

Krieg ist die
"ultima irratio"

Das Afghanistan-Desaster der NATO zeigt ebenso wie andere Militäraktionen, dass Kriege heute kaum noch gewinnbar sind. Zu glauben, man könne damit Probleme lösen, erweist sich immer häufiger als tödliche Illusion.

Zivile Konfliktbearbeitung dagegen kann Bürgerkriege beenden. Der Aachener Karlspreisträger Andrea Riccardi hat das in Moçambique eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Krieg hat aufgehört, "ultima ratio" zu sein, Krieg wird immer deutlicher zur "ultima irratio".

So ist es ein wenig still geworden um die vor wenigen Jahren noch hochgepriesenen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Ihre Perspektive steckt in der Sackgasse Afghanistan. Längst sind die Generale kleinlaut geworden, geben offen zu, dass ihre Fähigkeiten begrenzt sind, dass Militär keinen Frieden schaffen kann. Allenfalls Zeit gewinnen, damit Politik Frieden schaffen kann, lautet jetzt ihre Devise.

Die offenkundige Krise militärischer Möglichkeiten stärkt die Chancen für eine neue Sicherheitsdebatte, mit dem Ziel, ernsthaft den Krieg zu ächten. Der Schlüssel liegt in der von einem der Obama-Vorgänger, Woodrow Wilson, während des Ersten Weltkrieges entwickelten Konzeption der kollektiven Sicherheit. Dabei geht es darum, nicht die Sicherheit einzelner Staaten auf Kosten anderer Staaten, sondern die Sicherheit aller Staaten gemeinsam zu gewährleisten. Der Krieg muss als gemeinsame Gefahr für alle aufgefasst werden, der die Interessen der gesamten Gemeinschaft berührt". Sicherheit wird damit als unteilbar betrachtet.

Otmar Steinbicker