26.05.2011
„DEM DEUTSCHEN VOLKE“ steht über dem Westportal des Berliner Reichstagsgebäudes.
Dies sollten sich die in diesem Gebäude wirkenden Volksvertreter immer wieder klar machen.
Niemand hat das Recht, von seinem Volk zu fordern, den Soldatenberuf anzuerkennen und besser zu würdigen. Umgekehrt haben die dem Volke dienenden Parlamentarier und Soldaten den Forderungen des Volkes nachzukommen.
Statt dessen häufen sich Forderungen, die Politiker müssten dem Volk den Krieg und die Beteiligung der eigenen Soldaten besser erklären.
Ich war bislang der Auffassung, dass unsere Soldaten entsprechend ihrem Gelöbnis der Bundesrepublik Deutschland treu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer verteidigen müssen.
Wenn aber die Mehrheit des Volkes einen Einsatz seiner Armee im fernen Afghanistan ablehnt, dann sollten Politiker und Soldaten dies zur Kenntnis nehmen und die entsprechenden Schlüsse ziehen. Sich aber gegen den Willen der mündigen Staatsbürger zu wenden und ihnen klar machen zu wollen, dass sie ihre Auffassung ändern müssten, ist arrogant und undemokratisch.
Wir sollten stolz auf ein solches Volk sein, das sich mehrheitlich gegen einen Krieg in einem fernen Land positioniert.
Jürgen Heiducoff ist Autor des Aachener Friedensmagazins www.aixpaix.de. Seine Beiträge finden Sie hier
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