BICC Jahresbericht 2012
Paradebeispiele präventiver Sicherheitspolitik
11.07.2012 - Der soeben in Bonn erschienene Jahresbericht 2012 des BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn) belegt erneut die Brisanz der Projekt- und Forschungsarbeit des international anerkannten Think Tanks. Deutsche Rüstungsexporte, die Kontrolle von Kleinwaffen, die Entwicklungen in Südsudan und Sudan gehören ebenso dazu wie die Privatisierung von Sicherheit und Rohstoffkonflikte.
„Als Antwort auf einige der Herausforderungen in Bezug auf Frieden und Sicherheit im 21. Jahrhundert hat das BICC sechs Programmbereiche identifiziert“, erläuterte Peter J. Croll, Direktor des BICC. Der vorliegende Jahresbericht 2012 stellt ausgewählte Projekte daraus vor.
So zum Beispiel zum Programmbereich Rüstung – Globale Trends, Exporte und Kontrolle: Bereits seit 2002 erstellt das BICC Länderportraits zu Sicherheit, Rüstung und Entwicklung in Empfängerstaaten deutscher Rüstungsexporte. Der Jahresbericht stellt aktuelle Ergebnisse in Bezug auf die asiatischen Staaten Indien, Pakistan, Thailand und Philippinen vor. Ein Update des Globalen Militarisierungsindexes (GMI) 2012 bildet das relative Gewicht und die Bedeutung des Militärapparates eines Staates im Verhältnis zur Gesellschaft als Ganzes ab. Ein Projektbericht illustriert die Anstrengungen des Südsudan, das Management von Lagerung und Kontrolle von Kleinwaffen im Sicherheitssektor zu verbessern.
„Die Kontrolle von Kleinwaffen und leichten Waffen, zu der gerade das BICC über besondere Expertise verfügt, ist ein Paradebeispiel präventiver Sicherheitspolitik“, betont Botschafter Rolf Nikel, Beauftragter der Bundesregierung für Fragen der Abrüstung und Rüstungskontrolle, Auswärtiges Amt, in seinem Geleitwort zum BICC-Jahresbericht.
Aus dem Programmbereich „Sicherheit – Akteure, Systeme, Bedrohungen“ stammt eine Studie zu privaten Sicherheitsanbietern in Timor Leste, Liberia und Peru sowie ein Bericht über Vorhaben zur Demobilisierung und Reintegration im Südsudan. Die thematischen Überschneidungen von „Rüstung“ und „Sicherheit“ mit dem Programmbereich „Migration, Konflikte und Sicherheit“ greift der Artikel „Die politische Ökonomie von Sicherheit: Kommerzialisierung, Rüstungsindustrie und Migrationskontrolle“ auf.
Der Programmbereich „Rohstoffe und Konflikte“ ist mit einem Projekt zu den lokalen Auswirkungen von Erdölförderung in Melut County, Südsudan, und einer Forschung zum Kleinbergbau von Gold in Peru und der DR Kongo im Jahresbericht vertreten.
„Die Landschaft der militärischen Standorte Deutschlands wird sich nachhaltig ändern“ lautet eine These aus einem Interview mit Vertretern des damaligen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und einem BICC-Experten, das dem Programmbereich „Liegenschaftskonversion“ zuzuordnen ist.
Beispielhaft für den Programmbereich „Daten und GIS (Geoinformationssysteme)“ wird das modular aufgebaute Informationsportal zum Themenkomplex Krieg und Frieden sicherheitspolitik.bpb.de vorgestellt, das gemeinsam vom BICC und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) entwickelt wurde.
„So aufgestellt will das BICC inhaltliche Überschneidungen und Synergien in den BICC-Geschäftsfeldern Forschung, Beratung und Kapazitätenentwicklung noch stärker als bisher befördern“, erläutert Peter J. Croll. Sicherheit und die Transformation von Konflikten könnten nur dann erreicht werden, wenn gleichzeitig Frieden und Entwicklung gefördert werden. Diese normative Orientierung sei auch im allgemeinen Verständnis von „Konversion“ enthalten, das der Verringerung und Transformation von militärischen Beständen, Prozessen und Kapazitäten gewidmet ist. „Dieses Konzept hat das BICC in den letzten 18 Jahren aktiv entwickelt“, fasst Croll zusammen.
Mit seinem Jahresbericht 2012 geht das BICC einen weiteren Schritt in Richtung der öffentlichen Verbreitung seiner Forschungs- und Arbeitsergebnisse. Dieser und die kommenden BICC-Publikationen werden unter dem Open-Content-Modell von Creative Commons angeboten.
Der Bericht zum Download