Das geistliche Oberhaupt der orthodoxen Schas-Partei wünscht den Feinden Israels den Tod. "Mögen alle Palästinenser von unserer Welt verschwinden", sagte Ovadia Jossef in einem öffentlichen Gebet. "Möge die Pest sie befallen." Die Schas-Partei gehört der Regierung in Jerusalem an.
Jerusalem - Ovadia Jossef ist für drastische Worte bekannt, doch diesmal ist er besonders weit gegangen. Der 89-Jährige ist das geistliche Oberhaupt der orthodoxen Schas-Partei in Israel, die der Regierungskoalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angehört.
In seinem wöchentlichen Gebet in Jerusalem sagte er am Samstagabend laut israelischem Militärrundfunk: "Mögen all die Bösen, die Israel hassen, wie Abu Masen und alle Palästinenser, von unserer Welt verschwinden. Möge die Pest sie befallen." Abu Masen ist der Kampfname von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.
Die Schas-Partei stellt in Israel elf Parlamentsabgeordnete. Der Schas-Abgeordnete Nissim Seew sagte im Radio zu den drastischen Äußerungen, Jossef habe den Talmud zitiert, um den Wunsch Gottes auszudrücken, dass zu Gunsten des Friedens alle Feinde Israels verschwinden müssten.
Pressebericht "Spiegel-online"
In seinem wöchentlichen Kommentar unter dem Titel "Rot und grün" fordert der namhafte israekische Friedensaktivist und Aachener Friedenspreisträger Uri Avnery, die Aktivisten der internationalen Solidaritätsbewegung auf "klar zwischen dem Boykott der Siedlungen und einem allgemeinen Boykott gegen Israel zu unterscheiden".
"Wenn man das Ende der Besatzung beschleunigen will", schreibt Uri Avnery, "muss man den Friedensaktivisten in Israel helfen. Man muss eine enge Verbindung mit ihnen schaffen. Das Komplott des Schweigens ihnen gegenüber in den Medien der Welt brechen und ihre mutigen Aktionen veröffentlichen, mehr internationale Veranstaltungen schaffen, in denen palästinensische und israelische Friedensaktivisten neben einander präsent sind."
Das Aachener Friedensmagazin www.aixpaix.de sieht sich diesem Ansatz verpflichtet.
Uri Avnerys Kommentar "Rot und grün" lesen Sie hier
26-08-2010 - Eine religiöse Schule in der israelischen Siedlung Immanuel im Westjordanland erlaubt ausschließlich weißen jüdischen Schülern den Besuch und schließt nichtweiße jüdische Schüler aus. Das berichtet das International Middle East Media Center. Ursprünglich wurde die Schule für diese Rassentrennung mit einer Strafe belegt, weil die Schuel staatlich war. Jetzt hat das israelische Erziehungsministerium die Rassentrennung erlaubt, nachdem eine private Stiftung die Schule übernommen hat.
Die Rassentrennung gilt im Falle der Schule von Immanuel auch für illegale Siedlungen in der Westbank, in Territorien, die eigentlich unter Kontrolle der Palästinensichen Autonomiebehörde stehen müssten. Die Palästinensiche Autonomiebehörde gestattet keine Rassentrennung, kann ihre Gesetze aufgrund der israelischen Besatzung nicht durchsetzen.
Quelle: Middle East Media Center
Wenn du nein sagstVOR DEM Sieg des Feminismus gab es ein populäres israelisches Lied, in dem der Junge das Mädchen fragt: „Was meinst du damit, wenn du nein sagst?“
Diese Frage ist schon beantwortet worden. Nun bin ich versucht, weiter zu fragen: „Wenn du von Zionismus redest, was meinst du damit?“
Das ist auch meine Antwort an jene, die mich fragen, ob ich Zionist sei.
Wenn du Zionist sagt, was meinst du damit?
IN LETZTER ZEIT tauchen Verbände zur Verteidigung des Zionismus auf wie Pilze nach dem Regen. Giftpilze.
Alle Arten amerikanisch-jüdischer Multimillionäre – viele von ihnen Casino-Könige, Bordell-Mogule, Geldwäscher und Steuerhinterzieher – finanzieren „patriotische“ israelische Gruppen in Israel, um den heiligen Krieg für den „Zionismus“ zu kämpfen.
Bilder mit palästinensischen Gefangenen auf Facebook veröffentlicht
Eine ehemalige israelische Soldatin erzürnt die Internet-Gemeinde. Unter dem Titel «Israelische Streitkräfte – die schönste Zeit meines Lebens» zeigt sie sich auf Facebook mit palästinensischen Gefangenen.
Mittlerweile sind weitere Fotos im Internet aufgetaucht, die zeigen, dass es sich bei den ursprünglich gezeigten Fotos nicht um einen Einzelfall handelt.
Landraub10-08-2010 Israelische Behörden ließen am Dienstag das Beduinen-Dorf al-Arakib zum dritten Mal zerstören. Gegen 5 Uhr morgens (Ortszeit kam über 100 Polizisten, die die rund 30 Aktivisten einkesselten. In der Zwischenzeit zerströrten Buldozzer die Häuser.
Über 150 000 Beduinen leben in der Negev-Wüste, die mehr als die Hälfte der Fläche Israels ausmacht. Jetzt soll ein neuer Entwicklungsplan mehr Israelis in diese Einöde bringen, während die Beduinen von ihrem Land weichen müssen.
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Ein Beduine im Dorf Abda. Foto: Archiv |
09-08-2010 - Israelische Polizei hat am Montag nach Angaben palästinensischer Nachrichtenagenturen drei weitere Häuser von Beduinen in der Negev-Wüste in Südisrael zerstört. Die Häuser gehötten der Tantawi-Familie im Dorf Abda. Der Bürgermeister des Dorfes Abda, Ibrahim Al-Wakeely, verurteilte die Zerstörungen und erklärte die Dorfbewohner bliben, ungeachtet der "anhaltenden israelischen Provokationen".
Obwohl die Dorfbewohner israelische Pässe beitzen, erkennen die iaraelischen Behörden die Existenz von mehr als 40 arabischen Dörfern im Negev, wo 90.000 Menschen leben, nicht an.
08-08-2010 - Der israelische Atom-Forscher Mordechai Vanunu, der wegen Enthüllungen über das geheime israelische Atomprogramm 18 Jahre im Gefängnis saß, hat am Sonntag eine weitere Haftstrafe beendet. Nach knapp drei Monaten wurde Vanunu wieder aus dem Gefängnis entlassen, wie die Haftanstalt mitteilte. Vanunu war im Dezember wegen verbotener Kontakte zu Ausländern zu drei Monaten Haft oder drei Monaten gemeinnütziger Arbeit in einem jüdischen Viertel verurteilt worden. Der ehemalige Atomtechniker wollte die gemeinnützige Arbeit aber ausschließlich im arabischen Teil Ost-Jerusalems verrichten, was ihm untersagt wurde.
05-08-2010 - Mindestens 15 historische Gräber des Mamilla-Friedhofs wurden am Donnerstag von israelischen Bulldozern auf Anweisung der Jerusalemer Stadtverwaltung und unter Polizeischutz zerstört. Der Friedhof wurde von Moslems seit dem 7. Jahrhundert genutzt und ist die Grabstätte einer Vielzahl prominenter moslemischer Einwohner Jerusalems.
"Der Mamilla-Friedhof in Jerusalem, einst der größte muslimische Friedhof in ganz Palästina, ist heute ein großer Park, in dem sich Erholung suchende israelische Juden inmitten von zerbrochenen Grabmalen und Grabsteinaufsätzen bewegen. In einigen Fällen wurden Moscheen zu Nachtklubs, Ställen oder Synagogen umgewandelt." Le Monde diplomatique, 12-2008.
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Foto: Sarfraz Manzoor |
Nour Shehadeh und Chen Alon sind beide glatzköpfige Väter in den Vierzigern. Shehadeh ist Palästinenser. Er verbrachte fünf Jahre in einem Gefängnis in Israel wegen seiner Aktivitäten als Führer seiner lokalen Fatahmilitärgruppe. Alon ist ein früherer Kampfsoldat und Major in der israelischen Armee.
Als sie Kämpfer waren, hätten sich beide mit Verdacht und Angst angesehen. In dieser Woche jedoch sind Shehade und Alon mit 14 anderen Israelis und Palästinensern wegen mehrerer Veranstaltungen in England gewesen, in Warrington, Coventry und in London. Mehr
29-07-2010 - Wie die israelische Zeitung Haaretz und das Middle East Media Centre melden, haben am Donnerstag morgen israelische Siedler unterstützt von Polizei ein Haus in der Altstadt von Jerusalem gestürmt und drei plästinensische Familien, insgesamt 50 Personen, aus ihren Appartments hinausgeworfen. Ein Polizeisprecher erklärte gegenüber dpa, die Siedler hätten Dokumente dabei, die sie als Besitzer auswiesen. Dem Bericht zufolge hat sich die Polizei ertsn nach der Stürmung des Hauses die Dokumente zeigen lassen, um diese auf Echtheit zu prüfen.
Quelle: Middle East Media Center
Pressebeitrag (engl.) "Haaretz"
Israel26-07-2010 - Die israelische Menschenrechstorganisation B'Tselem hat am Montag ihren aktuellen Menschenrechts-Report 2009/2010 vorgelegt. Schwerpunkte sind die Blockade des Gaza-Streifens, der fehlende Schutz der Palästinenser vor Übergriffen israelischer Siedler, gewalttätige Übergriffe israelischer Sicherheitskräfte gegen Palästinenser, die israelische Besatzungspolitik in der Westbank und die Anlage von Siedlungen zur Grenzsicherung. Für die israelische Menschenrechstorganisation B'Tselem arbeitet auch aixpaix-Korrespondent Haytham al-Khatib.
Den kompletten Menschenrechts-Report 2009/2010 in englischer Sprache finden Sie hier
23-07-2010 - Je ein Dutzend israelische und palästinensische Frauen, ein Baby und drei palästinensische Kinder unternahmen einen Ausflug mit sechs Privatfahrzeugen von der Westbank an die Küste. Sie aßen gemeinsam im Restaurant, besichtigten Tel Aviv und Jaffa und schwammen im Meer.
Mit diesem Ausflug brachen die Frauen öffentlich israelisches Gesetz, das jedem Israeli und jedem Juden Bewegungsfreihiet zwischen der Mittelmeerküste und dem Jordan einräumt, dieses Recht aber den Palästinensern verweigert.
Ihren Bericht lesen Sie hier
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Omer Goldmann.
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Die 20 Jahre alte Israelin Omer Goldman ist gegen die Besetzung Palästinas, sie kritisiert die israelische Sicherheitspolitik, und sie verweigerte den Kriegsdienst. Dafür kam sie 2008 zweimal für insgesamt 28 Tage ins Gefängnis und an die Öffentlichkeit. Die Medien berichten gern über sie, denn ihr Vater war lange Jahre Vizechef des israelischen Geheimdienstes Mossad.
Omer Goldmans Videobeitrag sehen sie in englischer Sprache hier:
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Matthias Jochheim. Foto: Arbeiterfotografie |
Diese Erinnerungen, Bilder und Geräusche werden mich sicher noch oft einholen: eng gefesselte, meist in eine knieende Position gezwungene Menschen, zu hunderten auf einem Schiffsdeck festgehalten, und von vermummten, mit Maschinenpistolen bewaffneten Soldaten in Schach gehalten, so erlebten wir unsere Reise durch das östliche Mittelmeer, nachdem die israelische Armee handstreichartig, vor Beginn des Morgengrauens, die türkische Passagierfähre „Mavi Marmara“ überfallen und unter ihre Kontrolle gebracht hatte - in internationalen Gewässern vor der Küste von Gaza, dem Ziel unserer Reise, wohin wir als Zeichen der Unterstützung medizinische Instrumente, Medikamente, Baumaterialien und Fertighäuser, sowie andere Bedarfsgüter des täglichen Lebens bringen wollten, die die israelische Besatzungsmacht schon seit langem nicht mehr in das Gebiet lässt.
Die israelische Attacke auf das Schiff der Free-Gaza-Flotille Mavi MarmaraDie israelische Armee hatte nach der Attacke auf das Schiff der Free-Gaza-Flotille Mavi Marmara am 31.05.2010 den Passagieren alle Fotoapparate und Filme abgenommen, um eine unabhängige Berichterstattung zu behindern. Der Filmemacherin Iara Lee gelang es ihren einstündigen Dokumentarfilm herauszuschmuggeln. Sie stellte die unbearbeitete Fassung zur Veröffentlichung in aixpaix.de zur Verfügung.
Den vollständigen Film sehen Sie hier
Einen Augenzeugenbericht in deutscher Sprache von Matthias Jocheim, Vorstandsmitglied der IPPNW, lesen Sie hier
Am 1
0. Juni 2010 stellte Iara Lee ihren Film auf einer Pressekonferenz der UNO vor.
Den Filmbeitrag von der Pressekonferenz sehen Sie hier
In Emails an Bundesaußenminister Guido Westerwelle und die israelische Botschaft in Berlin verurteilten Friedensorganisationen aus der Region Aachen mit Abscheu den israelischen Militäreinsatz in der Nacht zum Montag gegen Solidaritätsschiffe für Gaza, bei dem mehr als zehn Angehörige internationaler Friedensbewegungen getötet wurden.
Die vollständige Erklärung lesen Sie hier
Das vollständige Interview der "Deutschen Welle" hören Sie hier
I
In seiner Rede am 1. Juni, einen Tag nach dem Massaker auf den Free-Gaza-Schiffen verurteilte der ürkische Premier Recep Tayyip Erdogan Israel außergewöhnlich scharf und rief das israelische Volk auf, sich gegen seine falsche Führung zu wehren.
aixpaix.de veröffentlicht umfangreiche Auszüge aus dem Wortlaut.
Die Rede von Uri Avnery, Aachener Friedenspreisträger 1997, die er am Tag des brutalen israelischen Überfalls auf die internationale Solidaritätsflotte „Free Gaza“ bei einer Protestveranstaltung der israelischen Friedenbewegung „Gush Shalom“ gehalten hat: "In dieser Nacht geschah ein Verbrechen mitten auf dem Meer auf Befehl der israelischen Regierung. Der kriegsähnliche Angriff galt Hilfsschiffen, und es fielen tödliche Schüsse auf Friedensaktivisten, die humanitäre Hilfe bringen wollten. Nur eine Regierung, die alle roten Linien schon überschritten hat, ist zu so einer wahnsinnigen Aktion fähig.
Foto: Uri Avnery gibt bei der Kundgebung am 31.05.2020 dem israelischen Armeerundfunk ein Interview. (Gush Shalom)
Den vollständigen Beitrag von Uri Avnery lesen Sie hier
Die Nahostkommission von pax christi begrüßt das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), demzufolge Waren aus israelischen Siedlungen keine EU-Zollvergünstigungen erhalten dürfen. "Das Urteil ist eine deutliche Absage an Israels Ansinnen, sich die stillschweigende Hinnahme seiner völkerrechtswidrigen Ansprüche durch die EU zu sichern", so Hilu Barth, Sprecherin der Nahostkommission in einer Presserklärung am 1.3.2010. "Nun brauchen wir Klarheit auf allen Ebenen. Dazu gehört die eindeutige Kennzeichnung von Waren aus israelischen Siedlungen." Die pax christi Nahostkommission fordert die zuständigen Ministerien auf, die Irreführung der Konsumenten/innen durch die Herkunftsangabe "Israel" auf Siedlungsprodukten endlich zu beenden.
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Foto: Courage to Refuse |
Arik Diamant und David Zonsheim, die Gründer der Organisation "Courage to Refuse" (Mut zur Verweigerung), einer Bewegung israelischer Soldaten, die den Einsatz in den besetzten Gebieten verweigert, haben ihre Regierung aufgefordert, endlich Gespräche mit der Hamas aufzunehmen.
Ihr Beitrag erschien am 15.02.2010 in der Online-Ausgabe der britischen Zeitung "Guardian"
Ihre Homepage (engl.): Courage to Refuse
Das Foto zeigt eine Demonstration der Organisation "Courage to Refuse" gegen den Gaza-Krieg vor dem israelischen Verteidigungsministerium
Foto: Courage to Refuse
Emelia Marcowich, 19, weiß genau, was sie am 1. Februar machen wird: ins Gefängnis gehen. Sie widersetzt sich der Wehrpflicht - aber Israel zieht alle jungen Leute nach der Schule zum Militär ein, auch Frauen. Emilia aber ist Pazifistin. Jetzt nennen selbst manche Freunde sie Verräterin.
Die Reportage in Spiegel-online
Wie die israelische Tageszeitung Haaretz meldete, wollen rechte Abgeordnete in Israel die Untersuchung einer Teilnehmerin der Sendung "Big Brother" erreichen, die einen Aufstand der Palästinenser gegen Sanktionen und Drangsalierungen angestachelt haben soll.
Demnach forderten zwei Abgeordnete die strafrechtliche Untersuchung einer Teilnehmerin der Reality Show, die sagte, dass die Besatzung ein Ende habe, wenn die Palästinenser aufstünden und Sicherheitskontrollen sowie Straßensperren verweigerten.
In der Sh
ow berichtete Edna Kanti von ihrer freiwillgen Arbeit in der israelischen Menschenrechtsorganisation "MachsomWatch", die die Durchführung der Errichtung von Straßensperren durch Soldaten der israelischen Verteidigungskräfte in der West Bank überwacht.
Sie sagte: "Ich gehe zu den Straßensperren und sehe all die tausenden von Menschen, die dorthin gehen, wohin sie befohlen werden, die ihre Ausweise zeigen und ihre Shirts hochziehen. Würden sie sagen: "Schiebt euch eure Gesetze in den Hintern, wir wollen euch unsere Ausweise nicht mehr zeigen und wir verlassen diese Straßensperre nicht." Und wenn zwei Millionen Palästinenser aufstehen würden, sich in Weiß kleideten und sagten: "Wir gehen wohin wir wollen, dies ist unser Land.", wäre die Besatzung zu Ende."
Den englischsprachigen Beitrag in Haaretz lesen Sie hier
Einen deutschsprachigen Hörfunk-Bericht hören Sie hier
Die Vorstellung der Aachener Friedenspreisträgerinnen 2008 MachsomWatch lesen Sie hier
Rund 3000 Menschen, darunter der Aachener Friedenspreisträger Uri Avnery, Mitglieder der von ihm mitbegründeten Friedensorganisation Gush Shalom sowie weiterer israelischer Friedensorganisationen demonstrierten am Samstag, dem 2. Januar in Tel Aviv gegen die Blockade des Gaza-Streifens.
Eine Reportage von Gush Shalom sowie die Rede von Uri Avnery lesen Sie in englischer Sprache hier
Pressebericht "taz"
Es klingt ganz einfach, eine gute Idee: fünfzig Kinder aus der palästinensischen Großstadt Nablus verbringen einen unbeschwerten Tag am Meer.
Eingeladen werden sie von ein paar israelischen Frauen, die der Organisation CheckpointWatch angehören. Tag für Tag stehen diese Frauen an den Kontrollposten der israelischen Armee im besetzten Westjordanland und beobachten
Der Gaza-Krieg: Hintergründe jenseits von Kassam-Raketenvon aixpaix-Autor Clemens Ronnefeldt
Die vorläufige Bilanz des Gazakrieges lautet: 1 .300 Tote auf palästinensischer Seite, dazu etwa 5 .500 Verletzte und Schäden in Höhe von etwa 3 Milliarden US-Dollar. Auf israelischer Seite: 10 getötete israelische Soldaten, davon vier von ihren eigenen Kameraden versehentlich umgebracht, vier getötete Zivilisten durch Raketenbeschuss, einige wenige Verletzte sowie Sachschäden in nicht genau zu beziffernder Höhe.
Das Afghanistan-Desaster der NATO zeigt ebenso wie andere Militäraktionen, dass Kriege heute kaum noch gewinnbar sind. Zu glauben, man könne damit Probleme lösen, erweist sich immer häufiger als tödliche Illusion.
Zivile Konfliktbearbeitung dagegen kann Bürgerkriege beenden. Der Aachener Karlspreisträger Andrea Riccardi hat das in Moçambique eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Krieg hat aufgehört, "ultima ratio" zu sein, Krieg wird immer deutlicher zur "ultima irratio".
So ist es ein wenig still geworden um die vor wenigen Jahren noch hochgepriesenen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Ihre Perspektive steckt in der Sackgasse Afghanistan. Längst sind die Generale kleinlaut geworden, geben offen zu, dass ihre Fähigkeiten begrenzt sind, dass Militär keinen Frieden schaffen kann. Allenfalls Zeit gewinnen, damit Politik Frieden schaffen kann, lautet jetzt ihre Devise.
Die offenkundige Krise militärischer Möglichkeiten stärkt die Chancen für eine neue Sicherheitsdebatte, mit dem Ziel, ernsthaft den Krieg zu ächten. Der Schlüssel liegt in der von einem der Obama-Vorgänger, Woodrow Wilson, während des Ersten Weltkrieges entwickelten Konzeption der kollektiven Sicherheit. Dabei geht es darum, nicht die Sicherheit einzelner Staaten auf Kosten anderer Staaten, sondern die Sicherheit aller Staaten gemeinsam zu gewährleisten. Der Krieg muss als gemeinsame Gefahr für alle aufgefasst werden, der die Interessen der gesamten Gemeinschaft berührt". Sicherheit wird damit als unteilbar betrachtet.
Otmar Steinbicker
