Wander-Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“

Namhafte Unterstützer für Palästina-Ausstellung

28.09.2012 – 48 namhafte Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Kirchen, Medien und Kultur unterstützen jetzt die seit April 2008 durch die Bundesrepublik wandernde Ausstellung Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948.

Zu den Unterzeichnern gehören u.a. Prof. Dr. Stéphane Hessel (Frankreich), der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock, Peter Scholl-Latour, der ehemalige niederländische Ministerpräsident Prof. Dries van Agt, Prof. Dr. Rolf Verleger und Prof. Dr. Jean Ziegler (Schweiz).

Auch sechs Autoren des Aachener Friedensmagazins gehören zu den prominenten Unterzeichnern: Uri Avnery, Dr. Reiner Bernstein, Prof. Dr. Johan Galtung, Clemens Ronnefeldt, und Prof. Dr. Werner Ruf sowie aixpaix.de-Herausgeber Otmar Steinbicker. Ebenfalls unterzeichnet haben u.a. die Aachener Friedenspreisträger Reuven Moskowitz und Mitri Raheb.

Die Ausstellung will die in Deutschland weithin unbekannte palästinensische Sichtweise auf die Ursachen des Nahostkonflikts in der Öffentlichkeit bewusst machen. Die Unterstützer der Ausstellung bekennen sich in einer gemeinsamen Erklärung zu diesem Anliegen und halten die Ausstellung für ein dafür überzeugendes Mittel. Nach ihrer Auffassung kann es ohne Verständnis für die berechtigten Anliegen sowohl der israelischen, als auch der palästinensischen Seite zwischen beiden keinen Frieden geben.

Die Unterstützer wollen mit ihrer Erklärung insbesondere dem zunehmenden Widerstand gegen die Nakba-Ausstellung entgegentreten, der vor allem von deutsch-israelischen und christlich-jüdischen Gesellschaften, jüdischen Gemeinden und aus Kreisen der Linken getragen wird. Dieser Widerstand zielt nicht auf eine Diskussion über die Ausstellung, sondern hat deren Verunglimpfung bzw. Verhinderung zum Ziel. Er fügt sich in die permanente Antisemitismusdebatte, die Israel-kritischen Sichtweisen auf den Nahostkonflikt grundsätzlich Antisemitismus unterstellt. Der Widerstand will einen unzensierten Blick auf die Ursachen des Nahostkonflikts und eine ernsthafte Debatte darüber verhindern. Dies schadet nicht nur einer Lösung des Konflikts, sondern beschädigt die politische Diskussionskultur.

Trotz der Widerstände konnte die Ausstellung seit April 2008 in 80 Orten gezeigt werden, mehrere zehntausend Besucher haben die Ausstellung gesehen und 10.000 Ausstellungskataloge konnten verkauft werden. Dies macht ein großes öffentliches Interesse an der Thematik deutlich und Verhinderungsversuche umso fragwürdiger. Trotzdem scheinen sich aber potentielle Raumgeber zunehmend von den Verunglimpfungen beeindrucken zu lassen.

Um auch in Zukunft weitere Veranstalter zu ermutigen, die Nakba-Ausstellung zu zeigen und um politische Ängstlichkeit und Voreingenommenheit zu überwinden, wurden vom Verein Flüchtlingskinder im Libanon e.V. namhafte Unterstützer für die Ausstellung gesucht und gefunden. Die Unterstützerliste unterstreicht, dass es nicht nur legitim, sondern an der Zeit und dringend notwendig ist, neben der inDeutschland tief verinnerlichten israelischen Sichtweise auch die palästinensische Sichtweise auf die Ursachen des Nahostkonflikts ins Bewusstsein zu rücken.

Der Verein Flüchtlingskinder im Libanon e.V. hat die Ausstellung erstellt, Konzeption und Umsetzung wurden vom Evangelischen Entwicklungsdienst und der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit des Landes Baden-Württemberg gefördert.

Wir unterstützen das Anliegen der Nakba-Ausstellung und halten sie für ein überzeugendes Mittel, die in Deutschland weitgehend unbekannte palästinensische Sichtweise auf die Ursachen des Nahostkonflikts in der Öffentlichkeit bewusst zu machen. Ohne Verständnis für die berechtigten Anliegen beider Seiten kann es keinen Frieden geben.

Die Unterzeichner:

Abdul-Rahman Alawi, Verleger u. Diplomat a.D.

Dr. Franz Alt, Journalist u. Autor

Uri Avnery, israelischer Friedensaktivist (Gush Shalom)

Prof. Dr. Helga Baumgarten, Politikwissenschaftlerin u. Autorin

Judith Bernstein, Autorin, und Dr. Reiner Bernstein, Historiker

Dr. Norbert Blüm, Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung a.D.

Daniel Cil Brecher, Historiker u. Autor

Eitan Bronstein, israelischer Friedensaktivist (Zochrot)

Sumaya Farhat-Naser, palästinensische Friedensaktivistin u. Autorin

Dr. Gerhard Fulda, Botschafter a.D.

Prof. Dr. Johan Galtung, Friedensforscher

Günter Grass, Schriftsteller

Prof. Dr. Alfred Grosser, Soziologe, Politikwissenschaftler u. Publizist

Annette Groth, MdB

Prof. Dr. Stéphane Hessel, ehem. Diplomat u. Lyriker

Ulrich Kienzle, Journalist u. Publizist

Manfred Kock, ehem. EKD-Ratsvorsitzender

Felicia Langer, israelisch-deutsche Menschenrechtsaktivistin u. Autorin

Dr. Michael Lüders, Politik-, Islamwissenschaftler u. Publizist

Prof. Dr. Georg Meggle, Philosoph

Abraham Melzer, Verleger

Hajo Meyer, Physiker u. Autor

Reuven Moskowitz, israel. Friedensaktivist (Mitbegründer von Neve Shalom/Wahat Assalam)

Dr. Rupert Neudeck, Journalist, Gründer von Cap Anamur e.V. u. Grünhelme e.V.

Dr. Bahman Nirumand, Publizist

Domkapitular Dr. Paul Oestreicher, Politologe, Theologe u. Friedensaktivist

Prof. Dr. Norman Paech, Völkerrechtler u. ehem. MdB

Prof. Dr. Peter Pawelka, Politikwissenschaftler

Viola u. Mitri Raheb, Theologen u. palästinensische Friedensaktivisten

Eberhard Renz, Altlandesbischof

Clemens Ronnefeldt, Theologe u. Friedensreferent beim Internationalen Versöhnungsbund

Prof. Dr. Werner Ruf, Politikwissenschaftler

Dr. Martin Schneller, ehem. Botschafter

Peter Scholl-Latour, Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft

Salah Abdel Shafi, Botschafter

Hans von Sponeck, ehem. UN-Diplomat

Otmar Steinbicker, Journalist u. Herausgeber des Aachener Friedensmagazins aixpaix.de

Christian Sterzing, Jurist u. ehem. MdB

Dr. Peter Strutynski, Politikwissenschaftler u. Sprecher des Bundesausschuss Friedensratschlag

Alexandra Thein, MdEP, Delegierte für die Beziehungen u.a. zum Palästinensischen Legislativrat und zu Israel

Prof. Dr. Tugendhat, Philosoph

Prof. Dries van Agt, Ministerpräsident a.D. der Niederlande

Prof. Dr. Rolf Verleger, Psychologe u. ehem. Delegierter im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland

Konstantin Wecker, Musiker

Prof. Dr. Jean Ziegler, Soziologe, Politiker u. Autor

Andreas Zumach, Journalist u. Publizist


World Wide Web aixpaix.de

Der Nahost-Konflikt

Im Rahmen seine Reihe "Monitoring-Projekt Zivile Konfliktbearbeitung - Gewalt- und Kriegsprävention legte Prof. Dr. Andreas Buro 2007 sein Dossier vor. Lesen Sie hier die aktualisierte Fassung von 2010.

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