10.07.2012 - Berlin/Rio de Janeiro. Das zweite Internationale Uran Film Festival ist Ende Juni in Rio de Janeiro eröffnet worden. Drei Wochen lang werden insgesamt über 50 Filmproduktionen aus allen Kontinenten gezeigt, darunter neun Produktionen aus Deutschland. Das Festival, das unter anderem von der Heinrich-Böll-Stiftung Brasilien gefördert wird, steht dieses Jahr unter dem Motto „Von Einstein bis Fukushima“. Die Filme informieren über die unterschiedlichen Aspekte der Atomkraft, wie Uranbergbau, Atombombentests und radioaktive Gefahren. Im Oktober kommt das Festival nach Berlin.
„Filme tragen zur Aufklärung bei und stellen ein einzigartiges öffentlichkeitswirksames Forum dar. Deshalb haben wir 2011 das Internationale Uran Film Festival ins Leben gerufen“, so Festivaldirektor Norbert G. Suchanek. Es ginge darum, weltweit das Bewusstsein für nukleare Gefahren in Medien und Gesellschaft zu schärfen, Filmemacher zu fördern, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen, und neue Produktionen zum Themengebiet Atomkraft und Radioaktivität anzuregen.
Der Yellow Oscar
Die Festivaljury in Rio hat dieses Jahr acht Produktionen für den Filmpreis des Festivals, den Yellow Oscar, nominiert. Der Preis wird in den drei Kategorien Kurzfilm, Feature und Animation verliehen. Nominiert sind unter anderem die beiden deutschen Filme „Verstrahlt und vergessen – Tschernobyl und die Folgen“ von Christoph Boekel sowie „Leonids Story“ von Rainer Ludwigs. Die Yellow Oscars werden am letzten Tag des Festivals, am 14. Juli, im Filmtheater des Museums für Moderne Kunst (MAM) vergeben.
Über das Uran Film Festival
Das Internationale Uran Film Festival ist ein unabhängiges Festival und wird von der kulturellen Nichtregierungsorganisation Yellow Archives mit Sitz in Rio de Janeiro ausgerichtet. Es ist dem Themenkomplex Atomenergie, Uranbergbau und Radioaktivität gewidmet. Das Festival startete erstmals im Mai 2011 in Rio de Janeiro, bereits im selben Jahr kam es unter anderem nach São Paulo und Salvador sowie Ende 2011 nach Portugal. Uran Film Festivals sind auch in Indien geplant.
Weitere Informationen zum Zweiten Internationalen Uran Film Festival
06.07.2011 - Vor 20 Jahren während des Golfkriegs, 1991, setzten die USA erstmals Uran-Munition im großen Mengen gegen die irakischen Truppen ein. Nun hat Costa Rica als weltweit zweites Land - nach Belgien (2007) - ein Gesetz zum Verbot dieser radioaktiven Munition beschlossen. Der Gebrauch von Geschossen hergestellt mit Uran 238 verletze mehrere Prinzipien des internationalen Menschenrechts und habe unverantwortbare Langzeitfolgen für Mensch und Umwelt, so die internationale Kampagne zur Ächtung der Uran-Waffen (International Campaign to Ban Uranium Weapons - ICBUW). Das vergangenen April vom costaricanischen Parlament verabschiedete und jetzt auch von Präsidentin Laura Chinchilla unterschriebene Gesetz verbietet Gebrauch, Handel, Transport sowie Produktion und Aufbewahrung dieser vor allem von den USA verwendeten Geschosse.
Der vollständige Beitrag
06.07.2011 - Interview mit Damacio A. Lopez, Direktor des Internationalen Forschungsteams für Abgereichertes Uran (International Depleted Uranium Study Team - IDUST). Er ist nicht nur einer der Initiatoren des costaricanischen Uran 238-Verbots. Seine Forschungen und Erfahrungen vor Ort in den Kriegsgebieten flossen auch in den Dokumentarfilm "Uranium 238: The Pentagon's Dirty Pool" von Pablo Ortega ein, der vergangenen Mai den Kurzfilmpreis des 1. Internationalen Uran Film Festival von Rio de Janeiro gewonnen hat.
Der vollständige Beitrag
Stellen Sie sich vor, jemand käme auf die Idee 1000 Tonnen des atomaren Abfallprodukts "abgereichertes Uran" (Uran 238) zu Feinstaub zu zermahlen und würde dann diesen Uranstaub aus einem Flugzeug über Deutschland verteilen. Das wäre eine entsetzliche Katastrophe. Es dürften keine Fussballspiele mehr stattfinden, alle Stadien und Kinderspielplätze würden geschlossen und alle sportlichen Outdoor-Veranstaltungen müssten verboten werden. Niemand dürfte mehr ohne Schutzanzüge und Gasmasken auf die Straße gehen - auch nicht zum Einkaufen. Nach wenigen Wochen würden Tausende von Kleinkindern an aggressiven Leukämien erkranken. Monate später würden 10-Tausende von gerade noch gesunden Erwachsenen an Krebs erkranken, später dann Hunderttausende, noch später Millionen. Wenn Sie jetzt sagen, dass das ja zum Glück nur ein Gedankenspiel ist, dann muss ich Ihnen leider sagen: Willkommen im Irak, im Kosovo, in Afghanistan, willkommen in Serbien und in Somalia. Denn die Alliierten haben in allen ihren vergangenen Kriegen in diesen Ländern diese Waffen aus abgereichertem Uran angewendet. Mit dem Ergebnis, dass in diesen Ländern jetzt Erwachsene an Mehrfachkrebs erkranken und Babys ohne Augen, ohne Beine und Arme, Babys, die ihre inneren Organe in einem Hautsack außen am Körper tragen, geboren werden und unter furchtbaren Schmerzen irgendwann sterben.
Der vollständige Beitrag
06.07.2011 - Interview mit Damacio A. Lopez, Direktor des Internationalen Forschungsteams für Abgereichertes Uran (International Depleted Uranium Study Team - IDUST). Er ist nicht nur einer der Initiatoren des costaricanischen Uran 238-Verbots. Seine Forschungen und Erfahrungen vor Ort in den Kriegsgebieten flossen auch in den Dokumentarfilm "Uranium 238: The Pentagon's Dirty Pool" von Pablo Ortega ein, der vergangenen Mai den Kurzfilmpreis des 1. Internationalen Uran Film Festival von Rio de Janeiro gewonnen hat.
Der vollständige Beitrag