Im Dezember 2010 und Ende Januar 2011 führten völlig überraschend Massendemonstrationen in Tunesien und Ägypten zum Arabischen Frühling. Friedliche Demonstranten konnten hier die Diktatoren vertreiben. Die friedliche Protestbewegung breitete sich daraufhin in Nordafrika und der arabischen Welt aus. Doch nicht überall blieb es friedlich.
In
• Libyen griffen Oppositionelle schnell zu den Waffen und wurden schon bald vom Westen unterstützt.
• Bahrain wurden Demonstrationen mit saudischen Panzern niedergewalzt.
• Syrien entwickelt sich eine bürgerkriegsähnliche Situation.
• Tunesien und Ägypten gewinnen islamistische Parteien an Boden.
Bietet der Arabische Frühling noch Hoffnung oder war er eher eine Illusion?
Der Aachener Journalist Otmar Steinbicker zeigt die Ursprünge der Proteste und bietet einen differenzierten Ausblick auf mögliche Perspektiven.
19.00 bis 21.15 Uhr
Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30
Gebühr: 5,00 Euro
Anmeldung: Ev. Erwachsenenbildung im Kirchenkreis, Tel. 02461 9966-0 bzw. eeb@kkrjuelich.de
Die Friedensbewegung und VertreterInnen alternativer Ökonomiekonzepte müssen sich verstärkt mit den wirtschaftlichen Hintergründen und Bedingungen des Krieges beschäftigen. Unsere Tagung beginnt glücklicherweise nicht am Nullpunkt. Neben der Ursachenanalyse wird die Tagung Alternativen und vielfältige praktische Handlungsansätze zur Diskussion stellen. Sie wird eine Zukunftsvision vorstellbarer machen: statt an ungehemmter Bereicherung Weniger, eine die Natur schonende, solidarische und an den elementaren menschlichen Bedürfnissen Aller orientierte Produktion und Konsumtion.
Roncalli-Haus
Das Afghanistan-Desaster der NATO zeigt ebenso wie andere Militäraktionen, dass Kriege heute kaum noch gewinnbar sind. Zu glauben, man könne damit Probleme lösen, erweist sich immer häufiger als tödliche Illusion.
Zivile Konfliktbearbeitung dagegen kann Bürgerkriege beenden. Der Aachener Karlspreisträger Andrea Riccardi hat das in Moçambique eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Krieg hat aufgehört, "ultima ratio" zu sein, Krieg wird immer deutlicher zur "ultima irratio".
So ist es ein wenig still geworden um die vor wenigen Jahren noch hochgepriesenen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Ihre Perspektive steckt in der Sackgasse Afghanistan. Längst sind die Generale kleinlaut geworden, geben offen zu, dass ihre Fähigkeiten begrenzt sind, dass Militär keinen Frieden schaffen kann. Allenfalls Zeit gewinnen, damit Politik Frieden schaffen kann, lautet jetzt ihre Devise.
Die offenkundige Krise militärischer Möglichkeiten stärkt die Chancen für eine neue Sicherheitsdebatte, mit dem Ziel, ernsthaft den Krieg zu ächten. Der Schlüssel liegt in der von einem der Obama-Vorgänger, Woodrow Wilson, während des Ersten Weltkrieges entwickelten Konzeption der kollektiven Sicherheit. Dabei geht es darum, nicht die Sicherheit einzelner Staaten auf Kosten anderer Staaten, sondern die Sicherheit aller Staaten gemeinsam zu gewährleisten. Der Krieg muss als gemeinsame Gefahr für alle aufgefasst werden, der die Interessen der gesamten Gemeinschaft berührt". Sicherheit wird damit als unteilbar betrachtet.
Otmar Steinbicker